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Platinen-Recycling: Abkochen statt wegwerfen

Britische Forscher haben eine innovative Leiterplatte aus Thermoplast und Leitkleber entwickelt. Wird diese in heißes Wasser getaucht, sind – anders als bei einer gelöteten Platte aus Epoxidharz – 90 Prozent der Bauteile recycelbar.
/ Marc Sauter
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Grafikkarten-PCB mit vielen verlöteten Bauteilen (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Grafikkarten-PCB mit vielen verlöteten Bauteilen Bild: Marc Sauter/Golem.de

Gefördert vom britischen Wirtschaftsministerium haben Forscher eine Platine entwickelt(öffnet im neuen Fenster), die zu 90 Prozent wiederaufbereitbar sein soll. Das "Reusable Circuit Board" (RCB) zerfällt in seine Bestandteile, wenn es mit sehr heißem Wasser in Berührung kommt.

Das National Physical Laboratory, In2Tec und Gwent Electronic Materials setzen für das RCB auf Thermoplast mit Leitkleber statt auf Epoxidharz plus Glasfasern und verkleben die Bauelemente statt sie zu verlöten. Im englischen Sprachgebrauch werden Platinen für elektrische Geräte daher auch Printed Circuit Board (PCB) genannt, da diese mit einigen Methoden der Drucktechnik, wie dem Belichten, erzeugt werden.

Während eine klassische Platine meist in Gänze im Elektroschrott landet und nur die enthaltenen Edelmetalle wie Kupfer teils zurückgewonnen werden, soll das RCB zu 90 Prozent recycelbar sein. Hierzu wird es in fast kochendes Wasser getaucht. Durch die Wärme lösen sich das Thermoplast und der Leitkleber auf, die aufgebrachten Bauteile können einfach mit einer Kreditkarte abgekratzt werden.

Bis große Hersteller auf Reusable Circuit Boards setzen, werde freilich noch viel Zeit vergehen, sagte Chris Hunt vom NPL. Bisher wird die recycelbare Platine in der Automobilindustrie genutzt, für einige Anwendungsfelder, wie bestimmte Server-Systeme, seien RCBs aufgrund der Umgebungstemperatur nicht geeignet.


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