Abo
  • IT-Karriere:

Plastikmüll: The Ocean Cleanup beginnt mit der Müllsammlung im Pazifik

Ein riesige Menge an Plastikmüll hat sich mitten im Pazifik in einem Wirbel angesammelt. Das von dem Niederländer Boyan Slat gegründete Projekt The Ocean Cleanup will den Nordpazifikwirbel davon befreien. Es lässt ein großes Müllsammelsystem auf den offenen Pazifik schleppen.

Artikel veröffentlicht am ,
System 001 wird auf den Pazifik geschleppt: 90 Prozent des Plastikmülls sollen bis 2040 aus den Weltmeeren verschwinden.
System 001 wird auf den Pazifik geschleppt: 90 Prozent des Plastikmülls sollen bis 2040 aus den Weltmeeren verschwinden. (Bild: The Ocean Cleanup)

Der Kampf gegen den Plastikmüll im Pazifik hat begonnen: Das Projekt The Ocean Cleanup hat ein Müllauffangsystem auf die Reise geschickt. Das System soll Plastikmüll aus dem Pazifik filtern.

Stellenmarkt
  1. A. Menarini Research & Business Service GmbH, Berlin
  2. Versicherungskammer Bayern, München

System 001 ist ein etwa 600 Meter langer U-förmiger Schwimmkörper, an dem ein drei Meter ins Wasser reichender Vorhang aufgehängt ist. Dort hinein soll die Strömung den Plastikmüll treiben, der im Meer schwimmt. Die Teile sammeln sich in dem U und werden schließlich von einem Schiff eingesammelt und abtransportiert.

Das System 001 ist passiv. Seine Form unter Wasser bedingt, dass der Schlauch eine U-Form annimmt. Auf dem Schlauch sind mehrere Plattformen angebracht. Darauf sind Lampen sowie verschiedene Sensoren montiert, darunter GPS, um das System zu orten, sowie solche, die den Zustand des Schlauchs und des Vorhangs erfassen. Die Sensoren kommunizieren untereinander per WLAN und per Satellit mit dem Land. Das Automatische Identifikationssystem (AIS) sowie Radarreflektoren machen Schiffe auf die Struktur im Wasser aufmerksam.

Die Reise des System 001 startete in der San Francisco Bay. Von dort wird die Sperre von einem Schlepper auf hohe See gebracht. Das in den Niederlanden gegründete Projekt will den Müllsammler zunächst zwei Wochen lang knapp 450 Kilometer vor der kalifornischen Küste testen. Dann soll er in den Nordpazifikwirbel geschleppt werden. Der Wirbel gilt als eine der größten Ansammlungen von Plastikmüll weltweit und wird deshalb auch Great Pacific Garbage Patch, Großer Pazifischer Müllfleck, genannt.

Gegründet wurde The Ocean Cleanup 2014 vom Niederländer Boyan Slat. Er hatte bereits als 20-Jähiger die Idee für den ozeanischen Müllsammler. Er wurde belächelt, erhielt aber auch weltweit Unterstützung. 2016 wurde ein Prototyp in der Nordsee ausgesetzt. Den Great Pacific Garbage Patch aufräumen wollte Slat laut Plan erst in zwei Jahren.

Wie groß eine Müllansammlung wie im Nordpazifikwirbel Patch ist, ist schwer zu schätzen. Beim Great Pacific Garbage reichen Angaben von der Größe des US-Bundesstaates Texas bis zur doppelten Größe der USA. Laut Ocean Cleanup schwimmen dort 1,8 Billionen Plastikteile im Wasser. Der Müll ist deshalb aus dem Flugzeug oder von Satelliten praktisch nicht zu sehen.

Die Plastikteile stellen eine Gefahr für die Meeresbewohner dar: Sie können verenden, wenn sie die Teile verschlucken. Zudem können im Wasser freigesetzte Stoffe die Geschlechterverteilung in der Population verändern, was zu Fortpflanzungsproblemen führen kann. Der Müll kann aber auch den Menschen schädigen, wenn er Meerestiere isst, die giftige Chemikalien aus dem Müll aufgenommen haben.

Möglich, dass wir in einige Monaten mehr wissen: Etwa ein halbes Jahr nach Aussetzen im Nordpazifikwirbel soll ein Schiff erstmals den Plastikmüll, den das System 001 gesammelt hat, an Land bringen. Aus dem Plastik könnten unter anderem Straßen gebaut werden.

Verläuft das Projekt erfolgreich, will The Ocean Cleanup bis zu 60 weitere Auffangsysteme für Plastikmüll in den Weltmeeren installieren. Slats Ziel ist, 90 Prozent des Plastikmülls bis zum Jahr 2040 aus den Ozeanen zu fischen. Einige Meeresforscher bezweifeln jedoch, dass das Projekt Erfolg haben wird, und befüchten - entgegen den Beteuerungen von Ocean Cleanup - negative Auswirkungen auf die marine Fauna.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 25,99€
  3. 24,99€

emuuu 11. Sep 2018

tl;dr: Survival of the fittest Wird im deutschsprachigen Raum ja gerne als fit im Sinne...

emuuu 11. Sep 2018

Ich find die Diskussion ein wenig müßig, da allein mit der ersten Version nun schon mehr...

Peter Brülls 11. Sep 2018

So schlimm habe ich es nicht erlebt (Mitte 60er geboren), aber meine Eltern erzählten...

ClausWARE 11. Sep 2018

Vieles wurde hier ja schon von anderen kommentiert, aber wieso immer wieder bemängelt...

Bouncy 11. Sep 2018

Intelligenter Einwand. Aber ja, Menschen wie dich gibt es und wird es immer geben, und...


Folgen Sie uns
       


iPad OS ausprobiert

Apple hat die erste öffentliche Betaversion vom neuen iPad OS veröffentlicht. Wir haben uns das für die iPads optimierte iOS 13 im Test genauer angeschaut.

iPad OS ausprobiert Video aufrufen
Indiegames-Rundschau: Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten
Indiegames-Rundschau
Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten

In Stone Story RPG erwacht ASCII-Art zum Leben, die Astronauten in Oxygen Not Included erleben tragikomische Slapstick-Abenteuer, dazu kommen Aufbaustrategie plus Action und Sammelkartenspiele: Golem.de stellt neue Indiegames vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Von Bananen und Astronauten
  2. Indiegames-Rundschau Verloren im Sonnensystem und im Mittelalter
  3. Indiegames-Rundschau Drogen, Schwerter, Roboter-Ritter

IT-Arbeit: Was fürs Auge
IT-Arbeit
Was fürs Auge

Notebook, Display und Smartphone sind für alle, die in der IT arbeiten, wichtige Werkzeuge. Damit man etwas mit ihnen anfangen kann, ist ein anderes Werkzeug mindestens genauso wichtig: die Augen. Wir geben Tipps, wie man auch als Freiberufler augenschonend arbeiten kann.
Von Björn König

  1. Verdeckte Leiharbeit Wenn die Firma IT-Spezialisten als Fremdpersonal einsetzt
  2. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?
  3. IT-Fachkräftemangel Arbeit ohne Ende

Smarte Wecker im Test: Unter den Blinden ist der Einäugige König
Smarte Wecker im Test
Unter den Blinden ist der Einäugige König

Einen guten smarten Wecker zu bauen, ist offenbar gar nicht so einfach. Bei Amazons Echo Show 5 und Lenovos Smart Clock fehlen uns viele Basisfunktionen. Dafür ist einer der beiden ein besonders preisgünstiges und leistungsfähiges smartes Display.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Nest Hub im Test Google vermasselt es 1A

    •  /