The Seacleaners bauen die Manta

Manta heißt das Boot. Was es mit den majestätischen Riesenrochen verbindet, ist die Art der Ernährung: Beide schwimmen und filtern dabei das Wasser nach Nahrung, die sie dann zur Energiegewinnung nutzen. Der Fisch filtert Zooplankton, Garnelen und andere kleine Meeresbewohner aus dem Wasser, das Boot Plastik, das zu Energie verarbeitet wird.

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Die Manta ist ein 56,5 Meter langer und 26 Meter breiter Katamaran, der - Bourgnon ist ja Segler - mit der Kraft des Windes angetrieben wird. Auf der Plattform zwischen den beiden Rümpfen stehen zwei Masten. Die Segel, die sie tragen, haben insgesamt eine Fläche von 1.500 Quadratmetern.

Kräne ziehen treibende Netze an Bord

Mit vier Systemen werde die Manta das Plastik aus dem Wasser holen, erläutert Frederic Silvert, Technikchef des Projekts. Zwischen den Rümpfen sind Fördersysteme angebracht. Zudem schleppt das Boot drei große Netze hinter sich her, die auf einer Breite von 46 Metern und bis in einem Meter Tiefe den Müll sammeln. In diesem System verfangen sich Teilchen ab einer Größe von 11 Millimetern, aber keine Fische. Silvert sagt, das Boot sei beim Sammeln so langsam, dass Fische einfach durch Löcher aus Netzen herausschwimmen könnten. Teile, die zu groß sind für diese beiden Sammelsysteme, etwa treibende Fischernetze, werden von zwei Kränen an Bord gehievt.

  • Manta ist ein Katamaran, den die Umweltschutzorganisation The Seacleaners bauen will. (Bild: The Seacleaners)
  • Er ist mit verschiedenen Systemen ausgestattet, um Plastikmüll aus dem Meer zu sammeln. (Bild: The Seacleaners)
  • Dazu gehören Schleppnetze...  (Bild: The Seacleaners)
  • ... und Förderbänder. (Bild: The Seacleaners)
  • Das gesammelte Material wird zunächst von Hand vorsortiert. (Bild: The Seacleaners)
  • Der Kunststoff wird in einer Anlage an Bord verarbeitet. Daraus wird Strom erzeugt. (Bild: The Seacleaners)
  • Zwei Beiboote, die Mobulas, sollen Plastikmüll in flachem Wasser sammeln. (Bild: The Seacleaners)
  • Dank Solarzellen, Hydrogeneratoren und Windrädern ist das Boot weitgehend energieautnom und kommt ohne fossile Brennstoffe aus. (Bild: The Seacleaners)
  • Günder der Organisation ist Yvan Bourgnon. Er hatte die Idee, als er bei einer Weltumsegelung den Plastikmüll im Wasser sah. (Bild: Yvan Bourgnon)
  • 2022 soll der Bau der Manta beginnen. 2024 soll sie erstmals im Einsatz sein. (Bild: The Seacleaners)
Das gesammelte Material wird zunächst von Hand vorsortiert. (Bild: The Seacleaners)

Schließlich hat die Manta an Bord noch zwei Beiboote. Diese haben weniger Tiefgang als der Katamaran und können deshalb in flachen Gewässern an der Küste oder in Flussmündungen eingesetzt werden, um dort Plastik zu sammeln.

Das Plastik wird an Bord verarbeitet

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Der Müll wird gleich vor Ort verarbeitet. Zuerst wird er manuell sortiert: Organische Materialien wie Holz oder Algen werden wieder ins Meer geworfen. Metall und Glas werden aussortiert, gesammelt und später an Land zum Recycling gebracht. Der Kunststoff hingegen wird geschreddert, getrocknet und zu Pellets gepresst, bevor er in die Waste-to-Electricity Conversion Unit (WECU) kommt, die in zwei 40-Fuß-Containern am Heck untergebracht ist.

Sie ist sozusagen das Verdauungssystem des Bootes und wandelt das Plastik aus dem Meer in Energie, und zwar mit Hilfe der Pyrolyse. Dabei wird das Plastik erhitzt und ohne Verbrennung geschmolzen. Es entsteht ein Synthesegas, das in eine Brennkammer geleitet wird. Durch die Verbrennung entsteht Wärme und über einen Wärmetauscher Dampf. Der treibt eine Turbine an und darüber einen Generator, der Strom erzeugt.

Akkus speichern Strom

Damit werden alle Systeme an Bord gespeist: Antrieb, Licht, Instrumente im Cockpit und natürlich die Anlagen zum Sammeln und Verarbeiten des Kunststoffs. Strom, der nicht unmittelbar benötigt wird, kann in Akkus gespeichert werden. Die Abwärme wird ebenfalls genutzt. Damit wird geheizt oder gekühlt.

Der Mensch und das Meer: Warum der größte Lebensraum der Erde in Gefahr ist

Ziel ist, auf diese Weise weitgehend energieautonom und ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe zu agieren, betonen Bourgnon und Silvert mehrfach. "Manta ist das einzige Schiff zur Beseitigung von Umweltverschmutzung auf der Welt, das dank seiner bordeigenen Anlage autonom und umweltschonend Abfälle behandeln kann", sagt der Seacleaners-Technikchef.

Mit seinem Segelantrieb, der WECU, je zwei Windturbinen und Hydrogeneratoren sowie knapp 500 Quadratmetern Solarpaneelen auf dem Deckaufbau ist die Manta auf ihren dreiwöchigen Sammelfahrten weitgehend energieautonom. Auf den Einsatz von fossilen Brennstoffen verzichten die Seacleaners.

Das unterscheidet sie von anderen Projekten, die sich das Sammeln von Plastikmüll zum Ziel gesetzt haben.

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 Plastik in den Meeren: Irgendwer muss den Müll ja wegräumenAuch andere sammeln Plastik 
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Westerwald 18. Mai 2021

Der Müll in Europa wird verbrannt. Konzerne, zum Beispiel die Zementindustrie und...

wingi 11. Apr 2021

Ja, aber da sind die ersten Länder mit PLastikverbot. https://www.plastikalternative.de...

Mandri 11. Apr 2021

Genau, wenn man sich entschlossen der Frage zuwendet, den weiteren Eintrag von...

wingi 11. Apr 2021

Hmmm, das https://theoceancleanup.com/rivers/ hat ja 4 Plastiksammler in Flüssen...

KlugKacka 10. Apr 2021

Viele Völker haben keine Ahung was Plaste bedeudet, eigentlich alle. In der Südsee, da...



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