Plasma Mobile: Ein Smartphone-OS von und für die Community

Zur Entwicklung der Smartphone-Oberfläche Plasma Mobile soll von nun an jeder beitragen können. Die Begeisterung dazu ist auf der Akademy groß, denn nun fangen die Arbeit und das Basteln erst an. Dabei gewinnt die KDE-Community schon jetzt neue Mitglieder.

Artikel von veröffentlicht am
An dem Aussehen von Plasma Mobile kann sich noch einiges ändern.
An dem Aussehen von Plasma Mobile kann sich noch einiges ändern. (Bild: Sebastian Kügler)

Mit Plasma Mobile ist noch ein weiteres Linux-basiertes System für Smartphones entstanden. Bei der bereits existierenden und vielfältigen Konkurrenz wirft das natürlich die Frage auf, ob das überhaupt nötig sei. Auf der KDE-Jahreskonferenz wird dies aber von den meisten Teilnehmern deutlich mit einem "Ja" beantwortet. Immerhin verfolgen die Entwickler damit einen in der Open-Source-Welt sehr wichtigen Gedanken: "Scratch your own itch".

Inhalt:
  1. Plasma Mobile: Ein Smartphone-OS von und für die Community
  2. Happy Hacking an allen Baustellen

Vorgegebenes Ziel ist es demnach, eine Oberfläche zu erstellen, die den Bedürfnissen der Ersteller genügt. Das heißt, es soll komplett freie Software genutzt und die Entwicklung soll von der Community getragen werden, statt von einem Unternehmen kontrolliert zu werden.

Konsequent freie Software

So hat das bei vielen Linux-Nutzern beliebte Sailfish OS von Jolla eine proprietäre Oberfläche. Das weit verbreitete Android von Google sowie einige darauf aufbauende ROMs verfügen zwar über eine frei verfügbare Oberfläche. Außenstehende können sich aber nicht direkt an der Entwicklung beteiligen.

Das gilt im eingeschränkten Sinne auch für Ubuntu Touch. Zwar nutzt Canonical dafür sogar Copyleft-Lizenzen und akzeptiert Beiträge von Dritten, aber nur unter der Bedingung einer sehr weitreichenden Lizenzvereinbarung zum Übertragen der Urheberrechte. Damit hätte Canonical jederzeit die Möglichkeit, Ubuntu Touch unter anderen Lizenzen theoretisch sogar proprietär weiter zu verbreiten. Das wird aber von vielen abgelehnt.

Stellenmarkt
  1. Senior-IT-Architekt Mobile-App Entwicklung (m/w/d)
    BARMER, Schwäbisch Gmünd, Wuppertal
  2. Product Owner Microsoft Dynamics NAV (m/f/d)
    Autodoc AG, Berlin, Moldawien, Ukraine, Polen, Tschechische Republik (Home-Office)
Detailsuche

Plasma Mobile soll dagegen immer frei bleiben. Deshalb wird die Smartphone-Oberfläche mit Hilfe der KDE-Infrastruktur entwickelt, wo auch der Quellcode bereitsteht. Die Entwickler verwenden Copyleft-Lizenzen, doch Lizenzvereinbarungen wie bei Ubuntu sind für Beiträge nicht nötig.

Darüber hinaus ist es vergleichsweise einfach, zu der Entwicklung beizutragen. Auch wenn Clemens Tönnies jun. mit seiner Firma Blue Systems einige Kernentwickler wie Martin Gräßlin oder Sebastian Kügler finanziert, wird etwa der Plasma-Desktop nach wie vor mit der Hilfe von vielen in ihrer Freizeit erstellt. Oder als Teil ihrer Arbeit für andere Unternehmen.

Open Source ohne Business-Plan

Die bisherigen Arbeiten an Plasma Mobile waren aber ein rein internes Projekt von Blue Systems. Angefangen habe das eher als technische Studie vor fast einem Jahr, wie Kügler im Gespräch mit Golem.de berichtet. Zunächst sei aber nicht viel Zeit in Plasma Mobile investiert worden.

Doch in den vergangenen Monaten haben die Angestellten von Blue Systems einen Großteil ihrer Zeit auf die Mobile-Entwicklung verlagert. Schließlich sollte auf der Akademy ein funktionierender Prototyp gezeigt werden können. Diese Anstrengungen beeinflussten auch die Entwicklung des Desktops positiv, was etwa an den Wayland-Arbeiten sichtbar wird.

Von nun an soll Plasma Mobile aber von der gesamten Community entwickelt werden. Das Verhalten von Tönnies wird von seinen Angestellten dabei weiterhin als philanthropisch bezeichnet. Er selbst bestätigt auch, dass für Blue Systems ebenso wie für Plasma Mobile kein Geschäftsplan existiert. Dadurch wird auch verhindert, dass weder der Druck noch die Erwartung entstehen, ganz schnell ein verkaufbares Produkt erstellen zu müssen.

Ausgehend von dem noch sehr rudimentär wirkenden Prototyp hat die Community die Akademy dazu genutzt, grundlegende Dinge für Technik und Design zu erörtern. Die öffentlichkeitswirksame Ankündigung führte dabei auch zu Kontakten und Kooperationen mit Personen außerhalb der KDE-Community, die vielleicht schon bald einen komplett freien Software-Stack ermöglichen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Happy Hacking an allen Baustellen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Jasmin26 31. Jul 2015

ja, und was willst du jetzt mit dieser Frage ?

Seitan-Sushi-Fan 30. Jul 2015

Erstens ist es gar keine Konkurrenz für Jolla und Canonical (ob daraus irgendwann mal ein...

Seitan-Sushi-Fan 30. Jul 2015

Naja, Active war auf Tablets ausgelegt und die Vivaldi-Firma hat dicht gemacht. Die...

Seitan-Sushi-Fan 30. Jul 2015

Ganz schön wortreich, dafür dass es dich angeblich gar nicht interessiert...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Wemax Go Pro
Mini-Projektor für Reisen strahlt 120-Zoll-Bild an die Wand

Der Wemax Go Pro setzt auf Lasertechnik von Xiaomi. Der Beamer ist klein und kompakt, soll aber ein großes Bild an die Wand strahlen können.

Wemax Go Pro: Mini-Projektor für Reisen strahlt 120-Zoll-Bild an die Wand
Artikel
  1. Snapdragon 8cx Gen 3: Geleaktes Qualcomm-SoC erreicht das Niveau von AMD und Intel
    Snapdragon 8cx Gen 3
    Geleaktes Qualcomm-SoC erreicht das Niveau von AMD und Intel

    In Geekbench wurde der Qualcomm Snapdragon 8cx Gen 3 gesichtet. Er kann sich mit Intel- und AMD-CPUs messen, mit Apples M1 aber wohl nicht.

  2. Air4: Renault 4 als Flugauto neu interpretiert
    Air4
    Renault 4 als Flugauto neu interpretiert

    Der Air4 ist Renaults Idee, wie ein fliegender Renault 4 aussehen könnte. Mit der Drohne wird das 60jährige Jubiläum des Kultautos gefeiert.

  3. MS Satoshi: Die abstruse Geschichte des Bitcoin-Kreuzfahrtschiffs
    MS Satoshi
    Die abstruse Geschichte des Bitcoin-Kreuzfahrtschiffs

    Kryptogeld-Enthusiasten kauften ein Kreuzfahrtschiff und wollten es zum schwimmenden Freiheitsparadies machen. Allerdings scheiterten sie an jeder einzelnen Stelle.
    Von Elke Wittich

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops (u. a. Lenovo Ideapad 5 Pro 16" 829€) • MS Surface Pro7+ 888€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /