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Planetenentstehung: Versteckter Protoplanet dank virtuellen Teleskops entdeckt

Die europäische Südsternwarte hat einen von seinem Mutterstern tausendfach überstrahlten, jungen Exoplaneten nachweisen können.
/ Mario Petzold
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Wispit 2c, ein neu entdeckter Protoplanet, leuchtet tausendfach schwächer als sein Stern. (Bild: ESO/C. Lawlor, R. F. van Capelleveen et al.)
Wispit 2c, ein neu entdeckter Protoplanet, leuchtet tausendfach schwächer als sein Stern. Bild: ESO/C. Lawlor, R. F. van Capelleveen et al.

Das Sternensystem Wispit 2(öffnet im neuen Fenster) beinhaltet nachweislich einen zweiten Planeten(öffnet im neuen Fenster) . Nach Wispit 2b, der 2025 entdeckt wurde, umkreist Wispit 2c in viermal kürzerem Abstand seinen Stern. Das gesamte System, das sich in knapp 400 Lichtjahren Entfernung befindet, ist noch in der Entstehung. Der Stern ist nach aktuellem Wissensstand gerade einmal fünf Millionen Jahre alt, ein Tausendstel des Alters unserer Sonne.

Das System Wispit 2 ist deshalb ein wichtiges Beobachtungsobjekt, um die Prozesse der Planetenentstehung verfolgen zu können. Den Stern umgibt eine Gas- und Staubscheibe, in deren äußerem Bereich ein Protoplanet bereits eine gut erkennbare Lücke verursacht hat.

Wispit 2b wiegt vermutlich fünfmal so viel wie Jupiter. Der neue Protoplanet Wispit 2c soll noch einmal doppelt so schwer sein, konnte wegen seiner Nähe zum Stern aber noch nicht direkt beobachtet werden. Der junge Stern besitzt die tausendfache Helligkeit seines neu entdeckten Begleiters.

Teleskop-Upgrade zeigt seine Fähigkeiten

Ermöglicht wurde die Entdeckung durch die Inbetriebnahme von Gravity+(öffnet im neuen Fenster) in der europäischen Südsternwarte in den chilenischen Anden. Die vier 8-Meter-Teleskope wurden zu einem virtuellen Teleskop gebündelt, das mehrere Zehnerpotenzen genauer arbeitet als die Einzelteleskope.

Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik konnte dadurch ein Signal messen, das ohne das neue Instrument nicht aus dem Sternenlicht hätte gefiltert werden können. Wispit 2 ist damit erst das zweite Planetensystem, in dem zwei in der Entstehung befindliche Planeten nachgewiesen wurden.

Das könnte sich demnächst ändern: Neben Gravity+ soll in naher Zukunft auch das Extremely Large Telescope(öffnet im neuen Fenster) auf die Suche nach bislang nicht zu entdeckenden Signalen gehen. 2029 soll das dann größte optische Teleskop mit einem 39 Meter großen Spiegel den Betrieb aufnehmen.


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