Planet Labs: Satellitenfabrik geht in Berlin in Betrieb
Das US-Unternehmen Planet Labs(öffnet im neuen Fenster) will ab diesem Herbst mit dem Bau von Satelliten in Deutschland beginnen. Die gesamte Fertigung und Erprobung der Satelliten solle in Berlin stattfinden, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens in Deutschland, Martin Polak, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin.
Die neue Produktionsstätte sei der erste vollwertige Fertigungsstandort des Unternehmens neben San Francisco in den USA. Noch vor Jahresende soll der erste Satellit in Berlin fertiggestellt sein. Die Anlage könne auf eine Kapazität von bis zu 60 Satelliten pro Jahr ausgebaut werden.
Zum genauen Umfang der Investition machte das Unternehmen keine Angaben. Es hieß aber, man erwarte, dass ein achtstelliger Betrag überstiegen werde. Derzeit arbeiten nach Unternehmensangaben knapp 150 Mitarbeiter in der Berliner Niederlassung. Geplant sei, noch mindestens 70 weitere einzustellen.
Erdbeobachtung als Kernkompetenz
Die Satelliten von Planet Labs liefern Daten zu Wetter, Klimawandel oder auch zu militärischen Anlagen. Teils geht es um kritische Informationen. Sie spielen zum Beispiel im Ukrainekrieg eine wichtige Rolle. Die sogenannten Pelican-Satelliten, die in Berlin gebaut werden sollen, liefern laut Planet Labs hochauflösende Bilder für die Erdbeobachtung.
Auf Fragen nach einem möglichen Einfluss der US-Regierung und amerikanischer Behörden auf sensible Daten reagierte Planet Labs beschwichtigend. Seit mehr als zehn Jahren würden Regierungskunden in ganz Europa betreut. Mit der neuen Satellitenfertigung könnten Satelliten für Europa demnach unabhängiger gebaut werden. So würde der Missionsbetrieb von Deutschland aus geleitet. Das geschehe über Bodenstationen in Europa, während die Daten in einer europäischen Cloudinfrastruktur gespeichert würden.
Inwieweit US-Behörden möglicherweise Zugriff auf gespeicherte Inhalte erhalten, sagte das Unternehmen auf Nachfrage der dpa nicht.


