Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Pkw-Maut und E-Autos: Wie Deutschland bis 2040 die Verkehrswende schaffen soll

Das Bundesumweltamt warnt: Entweder die Elektrifizierung des Straßenverkehrs gelingt – oder Deutschland verfehlt seine Klimaziele deutlich.
/ Andreas Donath
27 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Renault Twingo E-Tech (Bild: Renault)
Renault Twingo E-Tech Bild: Renault

Die Bundesrepublik steht vor einer umfassenden Transformation des Verkehrssektors. Laut aktuellen Szenarien des Umweltbundesamtes(öffnet im neuen Fenster) müssen die Treibhausgasemissionen im Verkehr bis 2045 auf null reduziert werden. Dies erfordert massive Anstrengungen in den kommenden Jahren, insbesondere beim Übergang zu elektrischen Antrieben.

Für das Jahr 2024 wurden die Emissionen des Verkehrssektors auf rund 143 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente geschätzt. Für 2030 sieht das Klimaschutzgesetz ein Sektorziel von 79 Millionen Tonnen vor. Damit wird eine Reduktion um etwa 64 Millionen Tonnen erforderlich. Nach aktuellen Projektionen der Bundesregierung werden die bestehenden Maßnahmen jedoch nur eine Minderung auf etwa 115 Millionen Tonnen ermöglichen.

Die Experten gehen davon aus, dass ordnungsrechtliche und ökonomische Instrumente kombiniert werden müssen, um die Ziele zu erreichen.

E-Auto als Schlüsselelement der Antriebswende

Bei den Neuzulassungen von Personenwagen sollen laut Umweltbundesamt elektrische Antriebe den Verbrennungsmotor schnellstmöglich ablösen. Bis 2030 sollen neun von zehn neu zugelassenen Pkw rein elektrisch sein. Dies erfordert einen massiven Umbau der Automobilindustrie, wobei die geltenden EU-Flottenzielwerte beibehalten werden sollen. Am geplanten Ausstieg aus dem Verbrenner-Pkw im Jahr 2035 soll festgehalten werden, um Planungssicherheit für Unternehmen zu schaffen.

Eine Reform der Kfz-Steuer könnte diesen Prozess nach Ansicht der Behörde unterstützen. Ein Zuschlag für besonders klimaschädliche Fahrzeuge soll die Wettbewerbsbedingungen zu Gunsten von Elektrofahrzeugen verschieben. Parallel dazu wird eine CO2-Bepreisung über den Emissionshandel diskutiert, die oberhalb der aktuellen Preisentwicklung liegen soll.

Im Zeitraum von 2030 bis 2040 werden Elektrofahrzeuge den Bestand schrittweise dominieren. Schon 2035 könnte jeder zweite Pkw im Bestand elektrisch sein. Deutschland könnte das EU-weite Ziel eines Verbrennerausstiegs ab 2035 bereits drei Jahre früher umsetzen und ab 2032 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zulassen, schreibt das Umweltbundesamt.

Die Ladeinfrastruktur muss parallel massiv ausgebaut werden. Schnellladestationen und bedarfsgerechte Lademöglichkeiten sollen sicherstellen, dass die wachsende Flotte von Elektrofahrzeugen praktikabel bleibt. Technologische Innovationen wie das Laden mit erneuerbarem Strom in günstigen Zeiten werden dabei an Bedeutung gewinnen.

Bei schweren Fahrzeugen liefe die Umstellung langsamer ab. Neue EU-Flottenzielwerte für Lastkraftwagen und eine CO2-Komponente der Lkw-Maut sollen den Hochlauf von elektrischen Lkw einleiten. Mitte der 2030er Jahre werden kaum noch neue Lkw mit Verbrennungsmotor zugelassen. Eine flächendeckende und leistungsstarke Ladeinfrastruktur mit Schnellladepunkten ist dafür notwendig.

Die notwendigen finanziellen Mittel sollen aus einer fahrleistungsabhängigen Pkw-Maut ab 2030 und einer Ausweitung der Lkw-Maut auf allen Straßen stammen. Die Schiene soll durch langfristige Finanzierung weiter gestärkt werden.


Relevante Themen