Pixium Vision: Bionisches Auge wird per Infrarot mit Strom versorgt

Damit das bionische Auge des französischen Unternehmens Pixium Vision(öffnet im neuen Fenster) funktioniert, muss der Nutzer sich nicht nur einen speziellen Bildsensor hinter die Retina implantieren lassen, sondern auch eine optisch an eine überdimensionale Sonnenbrille erinnernde Brille tragen, die aber vollkommen anders funktioniert. Eine Kamera nimmt die Umgebung auf, woraufhin ein Rechner an der Brille ein Bild generiert, das per Infrarotlicht zum Sensor im Auge geschickt wird. Dieses Lichtsignal wird vom Augensensor ausgewertet und in Stimulationsimpulse für den Sehnerv umgewandelt.




Natürlich kann das Implantat nicht ohne elektrische Energiezufuhr funktionieren(öffnet im neuen Fenster) . Eine Lösung ist Photovoltaik, doch reicht das normale Umgebungslicht nicht aus, um die Stromversorgung zu sichern: Deshalb haben die Forscher auf Infrarotlicht gesetzt, das nicht nur die Bilddaten übermittelt, sondern vom Sensor auch in elektrische Energie umgewandelt werden kann, die für den Betrieb ausreicht. Über die Brille wird deshalb das infrarote Licht ausgesendet.
Die 100 Quadratmillimeter großen Chips sind mit 70 Mikron großen Pixeln ausgerüstet, die Photodiode und stimulierende Elektrode zugleich sind. Sie funktionieren nur bei Augenerkrankungen, bei denen die Fotorezeptoren der Netzhaut zerstört, die Zellen zur Weitergabe der Impulse an den Sehnerv aber erhalten geblieben sind. Letztere lassen sich elektrisch stimulieren.
Die ersten klinischen Tests sollen 2016 durchgeführt werden. Im erfolgreichen Rattenversuch wurde festgestellt, dass eine geringe Sehleistung erzeugt werden kann. Ein Mensch könnte etwa den ersten Buchstaben auf der Sehtest-Tafel beim Augenarzt erkennen, hofft Pixium Vision.
Die Forscher haben zu ihrer Entwicklung in Nature einen wissenschaftlichen Artikel(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht.