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Pixel Watch 2 im Test: Googles zweiter Smartwatch-Versuch

Die neue Pixel Watch sieht aus wie die erste, hält nun aber tatsächlich einen Tag lang durch. Kann Google mit der Pixel Watch 2 im Smartwatch-Markt Fuß fassen?
/ Tobias Költzsch
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Die Pixel Watch 2 von Google (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Die Pixel Watch 2 von Google Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Die Pixel Watch 2 ist Googles zweiter Versuch einer Smartwatch unter eigenem Namen. Wie das erste Modell aus dem Jahr 2022 wird auch die zweite Version zusammen mit den neuen Pixel-Smartphones vermarktet – und wurde bei der Vorbestellung des Pixel 8 Pro sogar kostenlos als Bonus verteilt. Äußerlich sieht die Pixel Watch 2 dem ersten Modell zum Verwechseln ähnlich. Wir haben uns angeschaut, was Google geändert hat und ob sich die Smartwatch lohnt.

Die Pixel Watch 2 hat wie die Pixel Watch einen Durchmesser von 41 mm. Anders als die meisten anderen Uhren (Smartwatches und herkömmliche Uhren) ist die Pixel Watch nicht nur 41 mm breit, sondern auch 41 mm lang. Durch den fehlenden Bandanstoß wirkt die Uhr dadurch auch an normalen Handgelenken etwas kleiner als erwartet – wie das erste Modell.

Die Armbänder werden über den gleichen integrierten Bajonettverschluss wie bei der ersten Pixel Watch befestigt. Dadurch liegen sie direkt am runden Gehäuse an, was auch bei der Pixel Watch 2 gut aussieht. Grundsätzlich gefällt uns das Design der Uhr immer noch sehr gut, sie wirkt wie ein glattgespülter Stein.

Helles, aber recht kleines Display

Bedient wird die Pixel Watch 2 über ein gut 1,18 Zoll großes Amoled-Display mit 320 ppi und einer angegebenen maximalen Helligkeit von 1.000 cd/m 2 . Der Bildschirm lässt sich auch im Freien bei Sonneneinstrahlung gut ablesen. Der Rahmen um das Display ist verhältnismäßig breit – wir hätten uns etwas mehr Platz auf dem Bildschirm gewünscht.

Bedient wird die Pixel Watch 2 über den Touchscreen, die drehbare Krone mit Button und einen zweiten Button. Mit der Krone können wir scrollen, die App-Übersicht aufrufen und zurückgehen. Der zweite Button ruft die zuletzt verwendeten Anwendungen auf, ein langer Druck startet den Google Assistant. Ein Doppelklick startet direkt die zuletzt verwendete App. Von der Benutzerführung her unterscheidet sich die Pixel Watch 2 nicht nennenswert von ihrem Vorgängermodell.

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Die Pixel Watch 2 ist die erste Smartwatch mit dem auf Android 13 basierenden Wear OS 4, die nicht von Samsung stammt. Das System läuft angenehm flüssig, was auch an dem verbauten Snapdragon W5 liegt. Qualcomm hatte das Wearable-SoC 2022 vorgestellt, der W5 ist die technisch etwas abgespeckte Variante des leistungsfähigeren W5+. Gegenüber dem Exynos-Chip der ersten Pixel Watch aus dem Jahr 2018 stellt der W5 einen großen Schritt bezüglich Leistung und Effizienz dar.

Die Pixel Watch 2 läuft in unserem Test zuverlässig und flüssig. Die Akkulaufzeit hat Google wesentlich verbessert: Hielt die erste Pixel Watch bei uns mit Always-On-Display (AoD) gerade einmal von morgens bis abends durch, schafft die Pixel Watch 2 mit aktiviertem AoD die versprochenen 24 Stunden. Allerdings ist es nicht ganz so gut, wie es klingt.

Bessere Akkulaufzeit mit Einschränkungen

In unserem Test schaffen wir die 24 Stunden nur in den Fällen, in denen wir keinen Sport mit der Uhr aufzeichnen und sie grundsätzlich eher nur für Benachrichtigungen verwenden – und nicht etwa länger mit vorinstallierten Apps hantieren. Zudem müssen wir dann in den meisten Fällen in den letzten ein, zwei Stunden den Energiesparmodus aktivieren. Am Markt gibt es zahlreiche Smartwatches, die eine bessere Akkulaufzeit haben – dafür meist aber auch größer sind.

Verbunden wird die Pixel Watch 2 über Googles Watch-App. Der Verbindungsvorgang ist unkompliziert und funktioniert bei uns reibungslos. Während der Verknüpfung können wir die Uhr mit einem Fitbit-Konto verbinden. Wie bei der ersten Pixel Watch laufen die Sportfunktionen auch bei der Pixel Watch 2 komplett über das vor einigen Jahren von Google gekaufte Fitbit – dazu gleich mehr.

Zu den für Nutzer sichtbaren Neuerungen von Wear OS 4 zählt die Verfügbarkeit von Googles Kalender-App und Gmail. Während wir der Kalender-App noch einen Nutzen abringen können, finden wir Gmail (wie andere E-Mail-Clients) auf einer Smartwatch nicht hilfreich. Der Platz auf dem Display ist einfach zu gering, um ernsthaft mit Gmail arbeiten zu können.

Maps mit Routennavigation parallel auf dem Smartphone

Für manche Nutzer praktisch könnte auch Maps auf der Pixel Watch 2 sein. Wir können in der Karte navigieren, was für einen schnellen Überblick gut ist. Auch Turn-by-Turn-Navigation ist möglich – allerdings erzeugt Maps diese Informationen nicht auf der Uhr selbst, sondern spiegelt sie vom verbundenen Smartphone. Daher läuft die Navigation parallel auf dem Mobiltelefon, vergleichbar mit der Situation bei Android Auto, und leert den Akku.

Für Sporttracking verwendet die Pixel Watch 2 Fitbit. Die Fitbit-App ist auch Anlaufstelle für alle Aufzeichnungen, die wir in der App wesentlich detaillierter einsehen können als auf der Uhr selbst – beispielsweise die Schlafdaten. Die Pixel Watch 2 kann Schritte zählen, den Herzschlag messen, ein EKG anfertigen, die Hauttemperatur und die Hautleitfähigkeit messen (zur Stressermittlung) und den Schlaf überwachen. Dabei misst die Uhr die Schlafphasen und den Blutsauerstoff.

Mit der Pixel Watch 2 und Fitbit können wir eine Reihe von Trainings aufzeichnen. Von Laufen über Intervalltraining, Crossfit, Rudern, Radfahren, Golf, Gewichtheben, Kajakfahren, Schwimmen bis zu Zirkeltraining stehen insgesamt 40 wählbare Trainings zur Verfügung. Die Pixel Watch 2 misst bei sportlichen Aktivitäten je nach Sportart unterschiedliche Parameter. Praktisch ist die Zonenanzeige der Herzrate – so können wir je nach Trainingsziel unsere Anstrengungen gut dosieren.

Die Auswertungen der Trainings in der Fitbit-App sind gut. Die App bietet auch verschiedene Audiokurse für Entspannungsübungen, mit der Pixel Watch 2 selbst können wir unter anderem Atemübungen machen. Über die Messung der Hautleitfähigkeit soll die Uhr uns sagen können, wann wir zu gestresst sind. Sportkurse sind über die Fitbit-App nur dann verfügbar, wenn Fitbit Premium aktiviert ist. Das gilt auch für den Daily-Readiness-Score, der uns zeigt, wie viel Sport wir am Tag machen sollten.

Einige Funktionen nur mit Fitbit Premium verfügbar

Käufer der Pixel Watch 2 bekommen sechs Monate Fitbit Premium gratis, danach kostet der Dienst 9 Euro im Monat oder 80 Euro im Jahr. Wir finden es wie bei der ersten Pixel Watch nicht gut, dass wir für bestimmte Funktionen zusätzlich zahlen müssen.

Etwas nervig finden wir die automatische Trainingserkennung. Fangen wir mit einem Training an, ohne eigenhändig das Tracking zu starten, erledigt die Pixel Watch 2 dies freundlicherweise für uns. Allerdings dauert das mitunter: Beim Joggen oder Gehen benötigt die Uhr mehr als zehn Minuten, bis sie uns fragt, ob wir die Session nicht aufzeichnen wollen.

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Google zufolge ist das normal: Bei Laufaktivitäten startet die automatische Aufzeichnung nach zehn bis 15 Minuten, bei anderen Sportarten nach fünf Minuten. Beim Laufen finden wir den Zeitraum zu lang, die fehlenden Daten würden unsere Trainingsaufzeichnungen verfälschen. Die Pixel Watch 2 zeichnet übrigens auch Aktivitäten auf, bei denen wir nicht extra die Aufzeichnung bestätigen.

Sicherheitsfunktionen und Notfallkontakte

Neben den Sportfunktionen bietet die Pixel Watch 2 auch verschiedene Sicherheits-Features. Interessant ist der Sicherheits-Check, der auf einem einfachen Prinzip beruht: Wir stellen beispielsweise vor einer Wanderung oder auf dem Heimweg einen Timer ein. Bestätigen wir bei Ablauf der Zeit nicht, dass es uns gut geht, wird unsere Position mit zuvor ausgewählten Notfallkontakten geteilt.

Über die Funktion Sicherheitssignal kann die Pixel Watch 2 auch Notfallkontakte kontaktieren, wenn sich kein Smartphone in der Nähe befindet. Dafür wird eine eSIM vom Smartphone auf die Uhr geladen. Um die Funktion verwenden zu können, ist allerdings ein Fitbit-Premium-Abonnement und die LTE-Version der Uhr notwendig. Die Pixel Watch 2 verfügt zudem über eine Sturzerkennung, bei der ebenfalls automatisch Hilfe gerufen werden kann – auch der Rettungsdienst. Diese Funktion ist aber auch bei der zweiten Pixel Watch nicht für Deutschland freigeschaltet.

Verfügbarkeit und Fazit: Pixel Watch 2

Die Pixel Watch 2(öffnet im neuen Fenster) mit WLAN und Bluetooth kostet in Googles Onlineshop 400 Euro. Die Version mit zusätzlichem LTE-Modem kostet 450 Euro. Die Uhr ist mit silbernem, schwarzem und goldenem Gehäuse erhältlich.

Fazit

Die Pixel Watch 2 ist eine gute Weiterentwicklung von Googles erster Pixel Watch. Vor allem das verwendete SoC ist wesentlich leistungsfähiger und effizienter, was sich auch in einer deutlich längeren Akkulaufzeit bemerkbar macht.

Das Design hat Google nicht verändert – was bedeutet, dass auch die Pixel Watch 2 an größeren Handgelenken eher etwas verloren aussieht. Zudem ist der Bildschirm relativ klein. Nutzer mit schmaleren Handgelenken werden sich hingegen über die Größe freuen.

Auch die Pixel Watch 2 setzt beim Thema Fitness komplett auf Fitbit – im Grunde ist die Uhr ein Fitbit-Wearable mit angebundener Smartwatch. Da Fitbit zu Google gehört, ist dieser Schritt verständlich und nicht verkehrt: Das Sporttracking funktioniert im Alltag sehr gut, bis auf die zu späte automatische Erkennung von Aktivitäten.

Im Ökosystem von Google ergibt eine Smartwatch wie die Pixel Watch 2 durchaus Sinn: Sie ist eng mit den Google-Diensten verknüpft und kann in manchen Situationen das Smartphone ersetzen. Allerdings halten wir die Uhr angesichts der Konkurrenz für zu teuer.

Die Pixel Watch 2 kostet mindestens 400 Euro und ist in beiden Varianten 20 Euro teurer als ihr Vorgänger. Verglichen mit Konkurrenzmodellen wie der Ticwatch Pro 5 für 360 Euro oder Samsungs Galaxy Watch 6 , die zum Start bei Samsung 320 Euro gekostet hat, ist das deutlich mehr.

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Trotz der Verbesserungen haben wir nicht das Gefühl, dass wir für den Aufpreis bei der Pixel Watch 2 mehr geboten bekommen – im Gegenteil. Eine Smartwatch wie die Ticwatch Pro 5 ist leistungsfähiger und hat eine bessere Ausstattung sowie Akkulaufzeit.

Aktuell können wir schwer einschätzen, wohin Googles Smartwatch-Weg führen wird. Google hat die Pixel Watch 2 zwar verglichen mit der ersten Version verbessert, wir können uns aber nur schwer vorstellen, dass Google mit der Uhr in dem von Samsung und Apple dominierten Smartwatch-Markt eine gute Position erreichen kann.


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