Android ist ein Betriebssystem für Touch-Eingaben
Der Pixel-Desktopmodus ist eine 1-zu-1-Umsetzung von Android auf unserem Smartphone, nur eben im Desktop-Layout. Wie bei der Nutzung von iPadOS mit einer Maus oder einem Trackpad zeigt sich daher recht schnell, dass Android ein Betriebssystem ist, das für Touch-Eingaben gedacht ist.
Wollen wir etwa Mails aus unserem Outlook-Client löschen, gibt es dafür in der App keinen Button. Stattdessen müssen wir mit der Maus die Mail anklicken und dann nach rechts wischen – diese Geste haben wir auf unserem Smartphone zum Löschen definiert. Ein weiteres Beispiel ist die Benachrichtigungsleiste: Zwar können wir sie über einen Klick auf die Statusleiste oben öffnen, um Einträge einzeln zu löschen, müssen wir aber auch dort mit der Maus swipen.
Diese Touchgesten begegnen uns immer wieder und sind – von der Nutzung eines PC-artigen Desktops aus betrachtet – sehr unintuitiv. Technisch gesehen sind Google hier aber die Hände gebunden, da der Desktopmodus, wie auch Dex, lediglich eine andere Art der Darstellung der bestehenden Android-Apps ist. Sie lassen sich zwar auch in für Tablets oder Foldables gedachten, Desktop-kompatibleren Darstellungsweisen anzeigen, an der Grundfunktion lässt sich aber nichts ändern.
Inhalte sind an manchen Monitoren etwas klein
Für die Navigation im System oder den Apps stehen noch drei Buttons unten rechts zur Verfügung. Mit einem können wir zurückgehen, ein zweiter bringt uns zum grauen Homescreen zurück und ein dritter öffnet eine Übersicht der aktuell verwendeten Anwendungen. Der Pixel-Desktop ermöglicht es uns auch, mehrere Desktops parallel zu verwenden, was etwa bei der Trennung verschiedener Arbeitsbereiche praktisch sein kann.
Da ein Einstellungsmenü für die Darstellung auf dem angeschlossenen Monitor fehlt, können wir die Auflösung nicht wählen. Sie wird am Monitor automatisch auf 1440p eingestellt, die Darstellung von App-Inhalten wie Text ist ziemlich klein; Änderungen an der Darstellungsgröße in den Einstellungen wirken sich nicht auf die Desktopansicht aus.
Bei Spielen fällt das nicht so auf, wohl aber beim Browsen oder auch bei der Nutzung eines E-Mail-Clients. Auch Samsungs Dex liefert ein Bild mit 1440p, die Inhalte sind aber insgesamt größer skaliert und besser erkennbar.
Der Desktopmodus des Pixel hat gegenüber Dex einen Vorteil, der die Nutzung deutlich erweitern kann: die Linux-Entwicklungsumgebung. Über ein Terminal können Pixel-Nutzer auf ein in einer Virtual Machine simuliertes Debian zugreifen und jedwede kompatiblen Programme laufen lassen. Das bedeutet, dass eine Vielzahl von Programmen zur Verfügung steht, die – anders als Android-Apps – tatsächlich für die Desktop-Nutzung mit Maus und Tastatur gedacht sind.
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