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Pixel 8 Pro im Test: Google verschiebt die Fotorealität

Das Pixel 8 Pro kommt mit einiger neuer Hardware – im Alltag sind für uns die exklusiven Softwarefunktionen entscheidend, vor allem bei der Kamera.
/ Tobias Költzsch
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Das Pixel 8 Pro von Google (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Pixel 8 Pro von Google Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Googles neues Pixel 8 Pro wird ab heute ausgeliefert. Google hat verglichen mit dem Vorgängermodell Pixel 7 Pro einiges an der Hardware verbessert – und teilweise darauf aufbauend neue Softwarefunktionen eingeführt. Diese sind zumindest teilweise exklusiv für das Pixel 8 und das Pixel 8 Pro und sollen Nutzern vor allem den Alltag erleichtern.

Ein großer Teil dieser mitunter auch auf maschinelles Lernen zugreifenden Funktionen betreffen das Kamerasystem des Pixel 8 Pro. Googles neues Top-Smartphone verwischt dabei die Grenzen zwischen Fotografie und Bildgenerierung. Wir haben uns das Pixel 8 Pro im Test genau angeschaut und stellen fest: Google hat langsam das Zeug zum Global Player im Smartphonemarkt – was leider auch den Preis betrifft.

Vom Design her ist das Pixel 8 Pro klar als Nachfolger des Pixel 7 Pro und Pixel 6 Pro zu erkennen: Die Kamera mit ihren drei Objektiven ist wieder in einem quer über die Rückseite verlaufenden Metallband verbaut. Dieses Mal ist die Telekamera allerdings nicht hinter einem separaten runden Glas eingebaut, sondern im Hauptfenster integriert, was uns etwas besser gefällt.

Matte Rückseite und Display mit Fantasienamen

Das Glas auf der Rückseite des Pixel 8 Pro ist matt, was wir verglichen mit der glatten Rückseite des Vorgängermodells eleganter finden. Der Rand des 6,7 Zoll großen Displays ist nicht mehr abgerundet, was uns besser gefällt – die Rundung bei den Vorgängergeräten erfüllte keinen Zweck. Wie Apple ist Google mit der Pixel-8-Serie auch dazu übergegangen, seinen Smartphonedisplays Fantasienamen zu geben. Das des Pixel 8 Pro nennt Google Super Actua Display, ohne dass der Name irgendeine Bedeutung hätte.

Der Bildschirm hat eine maximale Auflösung von 2.992 x 1.344 Pixeln, die wir nach Inbetriebnahme aber manuell einstellen müssen. Standardmäßig ist das Pixel 8 Pro auf 2.244 x 1.008 Pixel eingestellt. Das Display beherrscht Bildraten von 1 bis 120 Hz und wird sehr hell – auch im Freien bei starker Sonneneinstrahlung ist es sehr gut benutzbar. Die Farben sind erfreulich unaufdringlich eingestellt, die Blickwinkelstabilität ist vor allem bei vertikalen Drehungen wesentlich besser als beim Pixel 7 Pro. Das Display macht im Alltag Spaß.

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Im Display ist ein Fingerabdrucksensor eingebaut, der bei uns nach anfänglichen Schwierigkeiten zuverlässig funktioniert. Das Pixel 8 Pro bietet auch eine Gesichtserkennung, diese arbeitet aber nicht mit einen IR-Blaster wie die der aktuellen iPhones, sondern nur mit der 10,5-Megapixel-Frontkamera, die in einem Loch im Display verbaut ist. Die Frontkamera hat einen Autofokus und macht gute Bilder.

Auf der Rückseite ist eine Dreifachkamera eingebaut, die den gleichen Aufbau hat wie die des Pixel 7 Pro. Die Hauptkamera hat wie die des Vorgängers Pixel 7 Pro 50 Megapixel, die Blende ist mit f/1.68 allerdings etwas offener. Google zufolge handelt es sich um einen neuen Sensor, unklar ist aber, welcher. Mittlerweile wird vermutet, dass ein Isocell GNV von Samsung verbaut ist, der technisch zwischen dem GN1 des Pixel 7 Pro und dem GN2 liegt.

Die Superweitwinkelkamera hat 48 statt zuvor 12 Megapixel und eine Anfangsblende von f/1.95, die Telekamera mit fünffacher optischer Vergrößerung kommt wieder mit 48 Megapixeln. Auch hier ist die Blende mit f/2.8 offener als beim Vorgängergerät – Google hat also tatsächlich an jeder Kamera Verbesserungen vorgenommen.

Neue Kamera wird durch Software interessant

Vergleichen wir die Bilder der Hauptkameras des Pixel 8 Pro und des Pixel 7 Pro, sind auf den ersten Blick keine allzu großen Unterschiede erkennbar. Die Belichtung ist vergleichbar ausgeglichen, die Schärfe auf den ersten Blick identisch. Vergrößern wir stark, erkennen wir beim Pixel 8 Pro etwas mehr Details und eine leicht erhöhte Kantenschärfe. Das ist aber tatsächlich nur bei sehr starker Vergrößerung zu erkennen.

Die Hauptkamera fasst in der Standardeinstellung vier Pixel zu einem zusammen und macht entsprechend Bilder mit 12,5 Megapixeln. Auch die Superweitwinkelkamera fasst je vier Pixel zu einem zusammen, bei 48 Megapixeln kommen Bilder mit 12 Megapixeln heraus. Die Unterschiede zur Superweitwinkelkamera des Pixel 7 Pro sind ebenfalls subtil und beschränken sich auf leicht bessere Details, die nur unter starker Vergrößerung zu sehen sind.

Auch die Telekamera bietet kaum Verbesserungen gegenüber dem Vorgängermodell und macht gute Bilder mit fünffacher Vergrößerung. Digital ist wieder ein Zoom bis zu 30-facher Vergrößerung möglich, der qualitativ gegenüber dem Digitalzoom des Pixel 7 Pro verbessert wurde und auch bei hoher Vergrößerung gut verwendet werden kann.

Nachtmodus vor allem bei Superweitwinkelkamera stark verbessert

Im Nachtmodus macht das Pixel 8 Pro gut ausgeleuchtete Aufnahmen. Die mit der Hauptkamera aufgenommenen Bilder haben gut belichtete Schatten, die Aufnahme aus der freien Hand funktioniert gut. Im Vergleich zum Pixel 7 Pro bemerken wir bei der Hauptkamera und bei der Telekamera kaum Unterschiede, bei der Superweitwinkelkamera hingegen schon: Die Erhöhung von 12 auf 48 Megapixel und die damit verbundene höhere Lichtempfindlichkeit sorgt nicht nur für ein wesentlich besser belichtetes Bild. Auch die Schärfe und die Details wurden deutlich verbessert.

Videos nimmt das Pixel 8 Pro maximal in 4K mit 60 fps auf. HDR-Videos lassen sich ebenfalls in 4K aufnehmen, allerdings nur mit bis zu 30 fps. Bei den HDR-Videos scheint Google das irritierende Flackern in den Griff bekommen zu haben, das bei den mit dem Pixel 7 Pro gemachten HDR-Aufnahmen zu sehen war.

Ausschließlich wegen der Bildqualität lohnt sich ein Upgrade vom Pixel 7 Pro auf das Pixel 8 Pro nicht – dafür sind die Verbesserungen bei der Bildqualität in den gängigen Aufnahmesituationen zu gering. An dieser Stelle kommen allerdings Googles Softwareverbesserungen ins Spiel, die zahlreiche neue Nutzungsmöglichkeiten ermöglichen.

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So gibt es beispielsweise exklusiv beim Pixel 8 Pro (und ärgerlicherweise nicht auch beim Pixel 8) endlich einen manuellen Aufnahmemodus sowie die Möglichkeit, Fotos bei voller Auflösung aufzunehmen. Warum Google Jahre für diese Möglichkeiten gebraucht hat, die andere Smartphonehersteller schon lange anbieten, ist unklar.

Im Alltag finden wir vor allem die manuellen Einstellmöglichkeiten praktisch. Gut gefällt uns der manuelle Fokus, der die Konturen hervorhebt – dadurch ist es leicht, den richtigen Fokuspunkt zu finden. Neben dem Fokus können wir Parameter wie die Belichtungszeit, den ISO-Wert oder auch den Weißabgleich manuell einstellen. Die volle Auflösung bringt uns im Alltag nicht allzu viel: Der Schärfe- und Detailvorteil ist nicht sonderlich hoch.

Magic Editor für tiefgreifende Bildbearbeitung

Google setzt bei der Pixel-8-Serie vor allem auch auf die Nachbearbeitung von Bildern. Mit dem Magic Editor und Funktionen wie Best Take erweitert der Hersteller den Begriff der Computational Photography stark: Bilder werden nicht nur bei der Aufnahme optimiert, wie es auch andere Hersteller wie Apple und Samsung machen, sondern ermöglichen auch danach eine umfassende Bearbeitung. Diese kann so weit gehen, dass eher von einer Verfremdung als einer Bearbeitung gesprochen werden kann.

Best Take beispielsweise ermöglicht es uns, aus mehreren hintereinander aufgenommenen Gruppenaufnahmen ein perfektes Foto zu generieren. Je mehr Leute auf einem Foto sind, desto eher schaut eine Person mal nicht so ideal oder hat beispielsweise die Augen geschlossen. Best Take, auf Deutsch Beste Aufnahme, findet sich in Google Fotos in der Bildbearbeitung unter den Tools und lässt und lässt uns die besten Gesichtsversionen auswählen.

Dafür werden alle Bilder der Aufnahmereihe analysiert – eine Serienaufnahme ist nicht nötig, Best Take funktioniert auch mit in kurzer Zeit hintereinander aufgenommenen Bildern. Ist die Analyse abgeschlossen, können wir jedes Gesicht gegen eine Variante aus den anderen Bildern austauschen. Einzige Voraussetzung ist, dass die Person in die Kamera schaut, damit das System sie erkennt.

Mit Best Take zum blinzelfreien Gruppenfoto

In der Praxis funktioniert das überraschend gut: Selbst wenn wir Grimassen schneiden, können wir die Gesichter gegen andere austauschen. Der Rest des Bildes wird dabei nicht beeinflusst – ausgetauscht werden tatsächlich nur die Gesichter und nicht einmal die kompletten Köpfe. Inwieweit dies noch Fotografie ist, muss jeder für sich entscheiden – wer öfter größere Gruppen fotografiert, dürfte die Funktion schätzen.

Die Frage, wo Bildbearbeitung aufhört und Bildmanipulation anfängt, kann man sich auch beim neuen Magic Editor stellen. Die neue Bearbeitungsmöglichkeit ist exklusiv für die Pixel-8-Serie und ermöglicht KI-Bearbeitungen, die weitaus stärker in das Foto eingreifen. So können wir nicht mehr nur wie bisher mit dem Magic Eraser Personen entfernen, sondern auch versetzen und in der Größe verändern.

Dabei generiert der Magic Editor nicht nur eventuell frei werdende Stellen im Hintergrund, die zuvor von der verschobenen Person verdeckt wurden, sondern auch ursprünglich nicht im Bild enthaltene Körperteile. Gefällt uns beispielsweise bei einem Porträt die Position der aufgenommenen Person nicht, können wir sie nach links oder rechts schieben; neue Details wie Schultern beispielsweise generiert der Magic Editor automatisch.

Wir können immer aus mehreren Bearbeitungsversionen auswählen. In der Regel und wenn man es mit der Neupositionierung nicht übertreibt, sehen die Bearbeitungen samt generierter neuer Bildinhalte gut aus – an den Rändern des verschobenen Objektes sind mitunter pixelige Spuren zu erkennen. Allerdings kann eine KI nicht zaubern, weshalb manche Vorschläge anatomisch zumindest fragwürdig sind. Schwerer als eine seitliche Verschiebung scheint dem Magic Editor eine Verschiebung nach oben zu fallen: Der Spielraum, wie weit wir dabei gehen können, ist in unserem Test geringer.

Neuer Himmel mit dem Magic Editor

Mit dem Magic Editor lässt sich auch der Himmel austauschen oder eine andere Lichtstimmung generieren. Je nach Motiv werden uns unterschiedliche Bearbeitungsmöglichkeiten vorgeschlagen – bei Personenaufnahmen etwa eine Porträtbearbeitung mit unscharfem Hintergrund, bei Architekturaufnahmen eine Stilisierung. Wem die Bearbeitungsmöglichkeiten zu weit gehen, braucht sie einfach nicht zu nutzen – eine automatische Bearbeitung findet nicht statt.

Die Berechnungen des Magic Editors scheinen in der Cloud stattzufinden: Im Flugmodus lässt sich keine Bearbeitung durchführen. Auch ältere Bilder sowie nicht nur mit dem Pixel 8 Pro gemachte Fotos lassen sich mit dem Magic Editor bearbeiten.

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Auch im Videobereich gibt es neue Bearbeitungsmöglichkeiten. Zum Zeitpunkt des Tests waren die neuen Funktionen Video Boost und die verbesserten Nachtvideos zwar noch nicht verfügbar, dafür aber der Audio Magic Eraser. Mit diesem können wir unerwünschte Geräusche aus Videos entfernen – auch aus älteren Aufnahmen. Dafür wird das Video analysiert, je nach Inhalten können wir dann beispielsweise Stimmen, Windgeräusche oder auch Hintergrundbrummen entfernen.

Audio Magic Eraser bringt Ruhe ins Video

Neben einer automatischen Bearbeitung lassen sich alle Parameter manuell anpassen. Wer also in einem Landschaftsvideo noch ein paar Windgeräusche behalten will, kann dies so einstellen. Der Audio Magic Eraser funktioniert in unserem Test sehr gut.

Insgesamt überzeugt das Kamerasystem des Pixel 8 Pro durch das Gesamtpaket, zu dem wir unbedingt auch die neuen Bearbeitungsmöglichkeiten zählen. Bis auf die Superweitwinkelkamera bei Nacht sind die Qualitätsunterschiede zur Kamera des Pixel 7 Pro eher gering – mit den neuen Bearbeitungsoptionen lässt sich im Nachhinein aber noch eine Menge machen. Natürlich sind Dinge wie das Versetzen von Bildinhalten an sich nicht neu und auch mit anderen Programmen möglich; mit dem Magic Editor sind die Optionen allerdings wesentlich einfacher zugänglich. Das Kamerasystem des Pixel 8 Pro gehört zu den vielseitigsten am Markt.

Tensor G3 mit Fokus auf Maschinenlernen

Möglich sind viele der Bildgestaltungsoptionen wohl durch die verbesserte Neural Engine des neuen Tensor-G3-SoCs. Dieser hat neun Kerne: Als Prime Core wird ein Core-X3 mit 2,91 GHz verwendet, als Leistungskerne vier Cortex-A715 mit 2,37 GHz und als Effizienzkerne vier Cortex-A510 mit 1,7 GHz (laut CPU-Z). Als Grafikeinheit wird eine Mali-G715 genutzt.

Im Gerätebenchmark Geekbench 6 erreicht das Pixel 8 Pro einen Single-Core-Wert von 1.724 Punkten und einen Multi-Core-Wert von 3.980 Punkten. Das sind jeweils 300 und 600 Punkte mehr, als der Tensor G2 im Pixel 7 Pro leistet. Im Single-Core-Bereich liegt das durchaus auf dem Niveau des Snapdragon 8 Gen 2, der im Multi-Core-Test aber ein besseres Ergebnis erzielt.

Im Alltag ist der Tensor G3 mehr als leistungsfähig genug, um ein flüssiges Benutzungserlebnis zu ermöglichen. Auch anspruchsvolle Spiele sind auf dem Pixel 8 Pro kein Problem – dabei wird es zudem erfreulich weniger warm als das Pixel 7 Pro und auch das Pixel Fold, in denen der Tensor G2 zum Einsatz kommt.

KI-Hintergrundbilder sind nicht so spannend

Der Tensor G3 bietet neben Bildbearbeitungsoptionen noch weitere KI-Funktionen. So können wir beispielsweise ein KI-Hintergrundbild generieren lassen. Die Umsetzung hat uns aber eher enttäuscht: Wir können nicht frei bestimmen, was wir gerne in welchem Stil als Bild hätten. Stattdessen steht uns eine vorgefertigte Auswahl an Stilen zur Verfügung, bei denen jeweils bestimmte Parameter vorgegeben werden. Die Ergebnisse sind nett, aber nicht umwerfend.

Die neue Zusammenfassungsfunktion des Google Assistant funktioniert noch nicht auf Deutsch, anders als die Vorlesefunktion. Mit dieser können wir uns Webseiten vorlesen und dabei auch direkt übersetzen lassen. In unserem Test funktioniert das Vorlesen auch auf manchen Webseiten mit Paywall – mal sehen, ob Google das noch ändern wird.

Im Kameramodul auf der Rückseite ist beim Pixel 8 Pro neben einem LED-Blitz ein Temperatursensor eingebaut. Für diesen gibt es eine spezielle App, die auf dem Smartphone vorinstalliert ist. Mit dem Sensor können wie die Temperatur verschiedener Dinge messen, etwa von Oberflächen oder auch Flüssigkeiten. Explizit für die Messung der Körpertemperatur ist der Sensor nicht gedacht.

Neben einer Universaleinstellung lässt sich in der Thermometer-App die zu messende Oberfläche einstellen. In der Praxis hat das bei uns an den gemessenen Werten nicht viel geändert, die je nach Entfernung sowieso stark schwanken. Verlassen würden wir uns auf die Messungen nur bedingt. Was wir im Alltag mit dem Temperatursensor sollen, ist uns im Test nicht ganz klar geworden – manche Nutzer werden aber womöglich einen Einsatzzweck dafür finden.

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Akku mit mittelmäßiger Laufzeit

Der Akku des Pixel 8 Pro hat eine Nennladung von 5.050 mAh und kann mit bis zu 30 Watt schnellgeladen werden. Auch Qi-zertifiziertes drahtloses Laden ist möglich. Ein Full-HD-Video können wir zehn Stunden lang bei voller Helligkeit streamen, was eher ein mittelmäßiger Wert ist. Im Alltag hält das Pixel 8 Pro bei normaler Nutzung problemlos einen Tag lang durch, bei übermäßigem Spielen beispielsweise müssen wir zwischendurch aber manchmal kurz an die Steckdose. Pixel-Geräte sind dafür bekannt, in den ersten zwei Wochen Akkuoptimierungen durchzuführen – denkbar ist, dass sich die Akkulaufzeit noch verbessern wird.

Das Pixel 8 Pro hat Stereolautsprecher, die einen guten, wenngleich nicht allzu bassreichen Klang bieten. Ausgeliefert wird das Pixel 8 Pro mit Android 14 . Die Pixel-8-Serie ist die erste Smartphone-Reihe von Google, die sieben Jahre lang Android-Upgrades , Sicherheitsupdates und Feature Drops erhalten soll. Unter den großen Herstellern setzt sich Google mit diesem Aktualisierungszeitraum an die Spitze: Apple bietet sechs Jahre lang Aktualisierungen, Samsung fünf Jahre lang (allerdings nur vier Versionsupgrades). Fairphone hat vor Kurzem einen acht- bis zehnjährigen Aktualisierungszeitraum angekündigt, allerdings ist das Unternehmen wesentlich kleiner und wird wohl keine acht Android-Versionen liefern können.

Bei aller Freude über den neuen langen Updatezeitraum von Google sind wir vorsichtig: In sieben Jahren kann viel passieren und Google ist bekannt dafür, Projekte und Dienste auch ohne Vorankündigung einzustellen. Neben zahlreichen eingestellten Anwendungen denken wir hinsichtlich des Servicezeitraums vor allem an das Pixel-Pass-Angebot, ein Abo, bei dem Nutzer unter anderem nach zwei Jahren ein neues Pixel-Smartphone bekommen sollten. Google hat Pixel Pass im August 2023 kurz vor dem fälligen Hardwareupgrade ersatzlos gestrichen(öffnet im neuen Fenster) – Abonnenten haben kein neues Pixel-Smartphone bekommen.

Pixel 8 Pro: Verfügbarkeit und Fazit

Das Pixel 8 Pro kostet mit 128 GByte Speicher 1.100 Euro. Mit 256 GByte Speicher ist das Smartphone für 1.160 Euro erhältlich, mit 512 GByte Speicher für 1.300 Euro. Die verfügbaren Farben sind Hellblau, Schwarz und Cremeweiß. Das kleinere Pixel 8 ohne Telekamera kostet mit 128 GByte Speicher 800 Euro, mit 256 GByte Speicher 870 Euro. Beide Modelle sind merklich teurer als die Geräte der Pixel-7- und Pixel-6-Serie.

Fazit

Mit dem Pixel 8 Pro setzt Google zum einen den bisherigen Weg bei seinen Smartphones fort, zum anderen gibt es eine Reihe von kleinen Neuerungen, die in der Gesamtheit wirken. Auch das Pixel 8 Pro hat nicht das leistungsfähigste SoC am Markt – Googles Fokus liegt wie bei den Vorgängern eher darauf, die Grundlage für Softwarefunktionen zu bieten, die Nutzern den Alltag erleichtern.

Dazu zählen kleine Details wie der Umstand, dass das At-a-Glance-Widget jetzt abends automatisch auch das Wetter für den nächsten Tag anzeigt. Vor allem aber kann Google dank seines Tensor-G3-SoCs eine Reihe von Maschinenlernfunktionen anbieten, die sich etwa in der Bildaufnahme und -verarbeitung niederschlagen.

Der Magic Editor ist ein interessantes Werkzeug: Wir können nicht nur die Lichtstimmung und den Himmel ändern oder ein Bild zu einem Porträt mit neuer Beleuchtung umwandeln lassen – auch Objekte und Personen lassen sich verschieben, in der Größe ändern und entfernen. Mit dem Magic Editor und der Best-Take-Funktion lässt Google die Grenzen zwischen einfacher Bildbearbeitung und Retusche verschwinden. Retuschierte Bilder hat es allerdings in der Geschichte der Fotografie immer schon gegeben – bis vor einigen Jahrzehnten war es nur komplizierter, sie anzufertigen.

Bei aller Freude über den Nachhaltigkeitsschub, den Googles neuer, sieben Jahre währender Updatezeitraum bringen kann, sind wir diesbezüglich vorsichtig. Google hat – anders als etwa Apple – keine Historie darin, seine Geräte lange mit Aktualisierungen zu versehen. Hoffnungsvoll stimmt uns zum einen der gesellschaftliche Druck, der nicht nur Google, sondern auch andere Hersteller zu mehr Nachhaltigkeit gezwungen hat, als auch das offensichtlich längerfristige Engagement im Smartphonebereich. Die Pixel-Geräte gibt es jetzt immerhin schon im achten Jahr.

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Mit dem Pixel 8 Pro könnte Google es schaffen, sich im Smartphonemarkt stärker als bisher zu etablieren – dank der Kameras, der guten Software und vor allem der langen Updateunterstützung. Allerdings verlangt Google in Deutschland dieses Jahr auch deutlich mehr für seine beiden neuen Smartphones: Beim Pixel 8 Pro sind es 200 Euro mehr als beim Vorgänger, beim Pixel 8 150 Euro. Sollte Google ausreichend lange Ersatzteile liefern und sein Updateversprechen einhalten, könnten sich die Mehrkosten aber relativieren.


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