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Pixel 4a im Test: Google macht das Pixel kleiner und noch günstiger

Google macht mit dem Pixel 4a einiges anders als beim 3a - und eine Menge richtig, unter anderem beim Preis. Im Herbst sollen eine 5G-Version und das Pixel 5 folgen.
/ Tobias Költzsch
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Das Pixel 4a von Google (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Pixel 4a von Google Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Google hat nach einiger Verzögerung sein neues Mittelklasse-Smartphone Pixel 4a vorgestellt. Der Nachfolger des von der Presse gelobten Pixel 3a zielt wieder auf Nutzer, die nicht allzu viel für ein Smartphone ausgeben wollen, Wert auf gute Fotos legen und ein möglichst pures Google-Android mit all seinen Vorzügen haben wollen.

Im Test zeigt sich schnell, dass das Pixel 4a eine gute Sparversion des Pixel 4 ist: Google hat auf weniger notwendigen Schnickschnack verzichtet, in puncto Bildqualität und Softwarefunktionen aber nicht gespart. Frei von Kritik ist aber auch das Pixel 4a nicht, trotz eines angemessenen Preises von 350 Euro.

  • Im ersten Teil des Tests schauen wir uns die allgemeine Hardware des Pixel 4a an. Dank des neuen Designs konnte Google das Smartphone kleiner als das Pixel 3a machen, das Display ist allerdings größer.
  • Im zweiten Teil werfen wir einen genaueren Blick auf die Kamera. Das Pixel 4a macht gute Bilder, vielseitig ist die Kamera allerdings nicht.
  • Am Ende findet sich wie gewohnt unser Fazit.

Das Pixel 4a wird wie alle Pixel-Smartphones in einem unauffälligen Karton geliefert, bei dem Google erfreulicherweise auf Kunststoff verzichtet. Das Inlay ist aus Pappe, das Kabel wird durch eine Papierbanderole zusammengehalten. Plastik findet sich lediglich in Form einer Schutzfolie auf dem Pixel 4a selbst.

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Der Karton kommt uns bereits recht klein vor - und tatsächlich: Das Pixel 4a ist verglichen mit den meisten anderen Smartphones auf dem Markt ein kleines Gerät.

Kleines Format, gute Hardware

Das Pixel 4a misst 144 x 69,4 x 8,2 mm und wiegt 143 Gramm. Damit ist das Gerät genauso dick wie das Pixel 3a, jedoch kleiner. Das Display ist mit 5,8 Zoll allerdings 0,2 Zoll größer als beim Pixel 3a - das Verhältnis von Bildschirm zu Vorderseitenfläche hat sich also verbessert. Anders als im Vorjahr gibt es kein Pixel 4a XL: In diesem Jahr bringt Google lediglich ein kleines Modell auf den Markt.

Dass Google ein kleineres Gerät mit größerem Bildschirm realisieren konnte, liegt an der Unterbringung der Frontkamera und des Ohrhörers: Anders als beim Pixel 3a hat das 4a keinen breiten Rahmen mehr ober- und unterhalb des Displays, in dem die Bauteile eingebaut sind. Die Frontkamera ist stattdessen in einem Loch im Display untergebracht; dadurch kann das Pixel 4a kleiner gebaut werden.

Der OLED-Bildschirm hat eine Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixeln und unterstützt HDR, jedoch keine höheren Bildraten als 60 Hz. Die Farbwiedergabe ist natürlich, die Blickwinkelstabilität sehr gut. Das Display ist auch in hellem Tageslicht gut ablesbar, allerdings nur, wenn wir die automatische Helligkeitsregulierung aktiviert haben: Dann ist die maximale Helligkeit stärker als bei manueller Einstellung. Alles in allem hat das Pixel 4a einen sehr guten Bildschirm.

Klassischer Fingerabdrucksensor und Kunststoffgehäuse

Auf der Rückseite ist neben der Kamera, die wir uns im zweiten Teil des Tests genauer anschauen, ein Fingerabdrucksensor eingebaut. Aus Kostengründen hat Google auf einen im Bildschirm verbauten Sensor verzichtet. Wir können damit leben, da der verbaute Scanner zuverlässig funktioniert. Das Gehäuse ist wie das des Pixel 3a aus Kunststoff gefertigt. Analog zum Design des Pixel 4 ist die komplette Rückseite matt, Fingerabdrücke hinterlassen wir auf dem sich gut anfühlenden Material keine. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten durch die Corona-Pandemie wird es das Pixel 4a übrigens nur in Schwarz geben, der Einschaltknopf ist in einem fast weißen Hellgrün gehalten.

Im Inneren des Smartphones steckt Qualcomms Snapdragon 730G, ein SoC aus der gehobenen Mittelklasse/unteren Oberklasse. Wie beim Pixel 3a setzt Google also auch beim Pixel 4a auf einen verglichen mit dem aktuellen Topmodell weniger leistungsfähigen Chipsatz. Im Geekbench 5 erreicht das SoC einen Single-Wert von 550 Punkten. Zum Vergleich: Das Oneplus Nord mit seinem Snapdragon 765G kommt auf 620 Punkte, das Asus ROG Phone 3 mit seinem Snapdragon 865 Plus auf 986 Zähler.

In unserem Test zeigt das Pixel 4a im alltäglichen Gebrauch keine Schwächen: Das Smartphone läuft flüssig, auch, wenn wir anspruchsvollere Spiele spielen. Mit 6 GByte Arbeitsspeicher hat das Smartphone ausreichend Reserven, um auch mehrere Apps im Hintergrund ausführen zu können. Der Flash-Speicher ist 128 GByte groß, eine zusätzliche Speicherkarte können wir nicht verwenden.

Google Pixel 4a - Test
Google Pixel 4a - Test (01:08)

Google verzichtet beim Pixel 4a auf den Motion-Sense-Sensor, mit dem Besitzer des Pixel 4 ihr Smartphone mit Gesten steuern können. Wir fanden die Gesten beim Pixel 4 wenig hilfreich, weshalb die Sparmaßnahme für uns keinen Verlust darstellt. Uns stört hingegen der fehlende explizite Schutz vor Wasser und Staub.

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Gute Akkulaufzeit

Auch auf drahtloses Laden müssen Käufer des Pixel 4a verzichten - das ist angesichts des verlangten Preises für uns allerdings verständlich. Der nicht ohne weiteres wechselbare Akku hat eine Nennladung von 3.140 mAh, er lässt sich mit dem mitgelieferten 18-Watt-Netzteil schnellladen. Full-HD-Filme können wir bei höchster manuell einstellbarer Helligkeit gut 15 Stunden lang anschauen - ein sehr guter Wert.

Das Pixel 4a unterstützt Cat12-LTE, eine 5G-Version soll im Herbst zusammen mit dem Pixel 5 vorgestellt werden. WLAN beherrscht das Smartphone nach 802.11ac, Bluetooth läuft in der Version 5.1, ein NFC-Chip ist eingebaut. Das Smartphone hat am oberen Rahmen einen Kopfhöreranschluss eingebaut. Zwei Lautsprecher in Stereokonfiguration sorgen für einen überraschend ausgewogenen Klang mit gut wahrnehmbaren Bässen.

Ausgeliefert wird das Pixel 4a mit Android 10, wie es auch auf dem Pixel 4 zu finden ist. Käufer bekommen von Google die Garantie, drei Jahre lang Betriebssystems- und Sicherheitsupdates zu bekommen. Zu den besonderen Funktionen des Pixel-Androids gehören unter anderem ein systemweiter Dark Mode oder auch die intelligente Akkuverwaltung. Diese soll anhand der Nutzerangewohnheiten Apps im Hintergrund verwalten und auch situationsbedingt abschalten, um die Akkulaufzeit zu verlängern.

Ausgewogene Hardware mit Kompromissen

Angesichts eines Preises von 350 Euro finden wir das Pixel 4a ausgewogen. Das SoC erfordert bei den meisten alltäglichen Anwendungen keine Kompromisse, das Display gefällt uns gut. Interessant ist beim Pixel 4a auch die Kamera, bei der Google wieder viel durch Bildverarbeitungsalgorithmen herausholen will.

Kamera mit einem Objektiv und guten Algorithmen

Auf der Rückseite des Pixel 4a ist eine einzelne Kamera mit einem 12,2-Megapixel-Sensor und einem Weitwinkelobjektiv eingebaut. Bei der Kamera handelt es sich um dasselbe Modell, das im Pixel 4 zum Einsatz kommt, allerdings ohne das zweite Objektiv: Auf zusätzliche Kameras verzichtet Google bei seinem Mittelklassemodell.

Entsprechend ist es wenig verwunderlich, dass die Qualität der mit dem Pixel 4a gemachten Fotos der der Hauptkamera des Pixel 4 entspricht. Das Pixel 4a punktet vor allem durch eine sehr ausgewogene Bilddynamik, die helle und dunkle Bereiche angleicht. Auf diese Weise sieht der Himmel bei Tageslichtaufnahmen meist spektakulär aus. Aber auch Hauttöne bei Porträts kommen gut zur Geltung.

Vergleichen wir die Bilder des Pixel 4a hinsichtlich der Schärfe mit den Kameras aktueller Top-Smartphones, so kann das Gerät in der Detailvergrößerung nicht mithalten. Das ist allerdings auch nur dort zu sehen: Die mit dem Pixel 4a gemachten Bilder wirken insgesamt scharf und detailreich. Zudem fällt uns auf, dass das Pixel 4a bei Nahaufnahmen Objekte mit einer wesentlich besseren Kantenschärfe ablichtet als viele Kameras der teureren Konkurrenz.

Zusätzliche Kameras fehlen manchmal

Aufgrund der einzelnen Kamera sind wir allerdings in unseren Gestaltungsmöglichkeiten beschränkt - das empfanden wir bereits im Test des Pixel 4 so. Wollen wir beispielsweise den Innenraum einer Kirche aufnehmen, können wir nicht auf eine Superweitwinkelkamera schalten. Bei Teleaufnahmen müssen wir uns mit einer digitalen Vergrößerung zufriedengeben. Diese ist im unteren Zoom-Bereich zwar durchaus brauchbar, kommt aber irgendwann an ihre Grenzen.

Punkten kann das Pixel 4a wie das Pixel 4 durch seinen Nachtmodus. Verwenden wir ein Stativ, können wir auch mit dem günstigen Pixel tolle Aufnahmen des Sternenhimmels machen. Zwar gibt es bereits andere Hersteller, die mit einem derartigen Aufnahmemodus aufwarten können, doch den der Pixel-Smartphones halten wir aber immer noch für den besten.

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Die Frontkamera hat 8 Megapixel und profitiert von den gleichen guten Algorithmen wie die Hauptkamera. Selbstporträts können mit einem realistisch unscharf gezeichneten Hintergrund aufgenommen werden. Das Smartphone beherrscht maximal 4k-Aufnahmen mit 30 fps. Die Frontkamera macht Full-HD-Videos mit maximal 30 fps.

Die Kamera des Pixel 4a ist wie der Rest des Smartphones durch Kompromisse gezeichnet: Uns steht nur eine Hauptkamera zur Verfügung, deren Fotos aber sehr gut sind. Die fehlende Auswahl an zusätzlichen Brennweiten versucht Google mit einem durchaus brauchbaren Digital-Zoom auszugleichen. Beim Preis von 350 Euro halten wir das alles für vertretbar: Das Pixel 4a hat eine konkurrenzfähige, gute Kamera.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Pixel 4a wird es nur in einer Größe geben. Das Smartphone kostet 350 Euro und soll ab dem 10. September 2020 vorbestellbar sein, ausgeliefert wird es erst ab dem 1. Oktober. Erhältlich sein wird es im Google Store, bei Vodafone, O2, Mobilcom Debitel, Media Markt und Saturn. Dank der aktuellen Mehrwertsteuerreduzierung ist das Smartphone sogar für knapp über 340 Euro bestellbar.

Im Herbst 2020 soll zudem eine 5G-Version des Pixel 4a auf den Markt kommen, zusammen mit dem Pixel 5. Der Preis soll 500 Euro betragen.

Fazit

Mit dem Pixel 4a macht Google eine Menge richtig: Der Preis liegt deutlich unter 400 Euro, dafür bekommen Nutzer ein leistungsfähiges Smartphone, das gute Fotos macht und angenehm in der Hand liegt.

Besonders die im Vergleich mit der Konkurrenz geringe Größe könnte sich für Google als bestes Verkaufsargument herausstellen: Auf dem Markt gibt es nur noch vereinzelt kleine Smartphones, selbst in der Mittelklasse haben viele Geräte mittlerweile Displays mit einer Diagonale von über 6 Zoll. Es gibt allerdings immer noch Smartphone-Nutzer, die sich ein kleines Smartphone wünschen.

Verglichen mit dem Pixel 4 müssen Käufer des Pixel 4a einige Abstriche in Kauf nehmen: Die Kamera hat nur ein Objektiv, das Smartphone hat keinen expliziten Wasserschutz, kein Motion Sense und unterstützt kein drahtloses Laden. Dafür ist das Pixel 4a allerdings auch merklich günstiger als das Pixel 4.

Die Vorteile des Pixel 4a gegenüber der Mittelklassekonkurrenz sind die Qualität der Fotos sowie natürlich die Software. In starker Vergrößerung kann die Schärfe der Bilder zwar nicht mit aktuellen Topgeräten mithalten, sie ist aber immer noch sehr gut.

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Zudem überzeugen die Fotos mit der von den Pixel-Smartphones bekannten ausgewogenen Bilddynamik, ansprechenden Porträts und einer guten Nachtempfindlichkeit. Wer sich das Pixel 4a kauft, muss allerdings akzeptieren, dass er aufgrund der fehlenden zusätzlichen Objektive im Ernstfall weniger Gestaltungsmöglichkeiten haben wird.

Bei der Software hat Google in den vergangenen Jahren gezeigt, dass das Unternehmen nicht nur Sicherheits-Updates ausliefert, sondern auch immer wieder neue Funktionen nachliefert. Diese sogenannten Feature Drops können auch Käufer des Pixel 4a erwarten - ein weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Für 350 Euro hat Google ein gutes Gesamtpaket abgeliefert, die Konkurrenz im Mittelklassebereich ist allerdings groß. Durch die Wahl der geringen Größe könnte sich Google allerdings eine Nische geschaffen haben, die manchen zusammen mit der guten Hardware und Software überzeugen dürfte.


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