Sehr gute Kameras mit neuen Softwarefunktionen
Der allgemeine Bildeindruck ist bis auf die Farben fast identisch mit dem des Pixel 10 Pro XL, was die Schatten und die Belichtung betrifft. Unterschiede mit dem Pixel 11 Pro XL bestehen in der Kantenschärfe, die beim älteren Modell etwas höher ist – dadurch wirken die Bilder der Hauptkamera des Pixel 10 Pro XL unter starker Vergrößerung etwas schärfer. Die Hauptkamera des Pixel 11 macht im Vergleich etwas weniger scharfe Bilder.
Die Telekamera des Pixel 11 Pro XL hingegen macht bei fünffacher optischer Vergrößerung wesentlich schärfere Bilder als die des Pixel 10 Pro XL – hier ist eine nennenswerte Verbesserung zu erkennen. Beim Pixel 11 ist die fünffache Vergrößerung qualitativ fast gleichwertig mit dem Pixel 11 Pro XL – die Schärfe ist etwas geringer.
Beim Pixel 11 Pro XL erhöhte Google die Vergrößerung des digitalen und mit KI aufbereiteten Digitalzooms auf maximal 120x – beim Pixel 10 Pro XL ging er nur bis 100x. Der Pro-Zoom bearbeitet die grobkörnigen Originalbilder automatisch mithilfe von KI, mit in der Regel guten Ergebnissen.
Super-Zoom-Bilder hängen von der Fantasie der KI ab
Allerdings sind die verbesserten Zoom-Bilder immer auch eine Interpretation der KI, vor allem bei 120x-Aufnahmen. Vergleichen wir die verbesserten Zoom-Bilder mit den Originalen, sind viele Bereiche erkennbar, bei denen die KI interpolieren muss. Das wirkt manchmal auch weniger realistisch, wenn etwa das fotografierte Objekt viele Details hat – ein Vogel beispielsweise. Das Pixel 11 kann maximal mit 30-facher Vergrößerung Bilder machen. Diese sind durchaus brauchbar, wirklich gut sehen sie allerdings nicht aus.
Insgesamt machen auch die Kameras der neuen Pixel-Modelle gute Bilder und stehen damit in einer langen Tradition guter Kameras in Google-Smartphones. Bahnbrechend neu sind sie aber nicht, die Verbesserungen sind eher softwareseitig. Das betrifft auch neue Funktionen wie Magic Moments, bei dem Nutzer statt eines Fotos ein kleines Video aufnehmen, aus dem Googles KI dann die besten Momente extrahiert und als Fotos speichert.
Die Definition von "bester Moment" ist natürlich immer ein wenig Geschmackssache, in der Praxis hat Magic Moments bei uns aber ganz gut funktioniert. Anders als die normalen Fotos, die wir mit der Hauptkamera machen, haben die Magic-Moment-Bilder aber eine etwas geringere Auflösung von 3.570 x 2.681 statt 4.080 x 3.064 Pixeln.
Magic Moments ist nicht nur für die Pro-Modelle verfügbar, sondern auch für das Pixel 11 – anders als die Videooptimierung, die Google auch in diesem Jahr nur den Pro-Modellen vorbehält. Die serverseitige Verbesserung auch für das Basismodell anzubieten, dürfte kein Problem sein, Google nutzt sie aber leider immer noch als Unterscheidungsmerkmal zu den Pro-Modellen.
Tensor G6 mit mehr Leistung
Google zufolge spielt der neue SoC Tensor G6 wieder eine elementare Rolle bei zahlreichen KI-Funktionen. Die dafür verwendete TPU hat dem Hersteller zufolge 50 Prozent mehr Leistung. Was uns verwundert: Die neue Funktion, über KI Geräteeinstellungen zu bedienen, ist äußerst langsam – und nicht offline nutzbar. Um das Display heller zu machen, brauchen unsere Pixel gut eine Minute. Die CPU selbst soll 25 Prozent schnelleres Webbrowsing, 15 Prozent schnellere App-Starts und eine um 20 Prozent bessere Effizienz bieten.