Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Gezielter fördern und Neues ausprobieren

Obwohl die aktuelle Lage düster aussieht, gibt es auch Lichtblicke: Alle drei erwähnten Bildungsforscher etwa loben das Startchancen-Programm(öffnet im neuen Fenster) der Bundesregierung. Es ermögliche eine gezielte Förderung besonders geforderter Schulen. Denn, so Samuel Greiff in der SZ: Mehr Geld allein mache noch keine bessere Bildungspolitik. Er und El-Mafaalani sagen aber auch, dass das Startchancen-Programm nur ein Anfang sein könne.

Die aktuellen Ergebnisse könnten aber, wie die erste Pisa-Studie im Jahr 2000, mehr Aufmerksamkeit für Bildungspolitik und Reformen bringen. Die hätten, so Greiff, seinerzeit auch tatsächlich zu Verbesserungen geführt, seien aber über die Jahre eingeschlafen. Pisa-Koordinator Schleicher plädiert etwa für mehr Freiraum und Experimentierfreude in den Schulen.

Er rät zum Blick nach China, wo Lehrer und Schulen wesentlich mehr Freiräume bei der Entwicklung neuer Konzepte hätten. Und die blieben dann nicht nur an einer Schule, sondern würden geteilt und auch in anderen Umfeldern ausprobiert. Es gehe also vielmehr darum, herauszufinden, was funktioniert – eine Herangehensweise, die Deutschland auch in anderen Bereichen vermissen lässt (g+). Auch Schüler wünschen sich laut Studie mehr Freiraum für kreative Lösungen.

Das Interesse am Lernen ist da!

Bleibt nur zu hoffen, dass Bund und Länder das auch erkennen und nicht zu einfachen Lösungen greifen, etwa durch eine stärkere Trennung von mehr und weniger leistungsstarker Schüler. Oder indem Friedrich Merz Schüler als nächste Gruppe von Faulpelzen ausmacht und zurechtweist.

Denn eines zeigt die Pisa-Studie auch: Schüler sind überwiegend motiviert zu lernen und an Neuem interessiert. Dieses Interesse muss Schule befeuern, und Politik muss eine Zukunft anbieten, für die es sich lohnt, diesem Interesse zu folgen. Schließlich herrschte für die 15-Jährigen des Jahres 2025 fast ihr komplettes Leben Krisenstimmung.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


Relevante Themen