Piranha Bytes: Die Rollenspielmacher aus dem Ruhrpott

Um Open-World-Spiele zu produzieren, brauchen große Studios Tausende Mitarbeiter und Millionen Euro. Piranha Bytes aus Essen schafft es mit 30 Leuten. Wie machen die das?

Artikel von Denis Gießler/Zeit online veröffentlicht am
Artwork von Elex 2
Artwork von Elex 2 (Bild: Piranha Bytes)

Jax sitzt in der Falle. Hinter ihm liegt ein Abgrund, vor ihm richtet sich der dinoähnliche Wüstenteufel auf und greift an. Jax springt, steigt dank seines Jetpacks mehrere Meter in die Höhe und erschießt das Biest mit seinem Lasergewehr. Bis auf ein paar Zähne und Knochen trägt es nichts bei sich. Jax düst mit seinem Jetpack davon, auf der Suche nach Beute und neuen Aufträgen.

Die Spielszene stammt aus Elex 2, das Fantasy- und Science-Fiction-Elemente miteinander vermischt. In dem Rollenspiel, das Anfang März für Windows-PC, Playstation und Xbox erschienen ist, erkunden Spielerinnen und Spieler als Jax den Planeten Magalan und müssen eine Alieninvasion abwenden. Auf Magalan leben verschiedene Fraktionen, es gibt Klimazonen wie Eiswüsten und Vulkanlandschaften.

Entstanden ist Elex 2 dagegen im Ruhrgebiet, in einem beigefarbenen Mehrfamilienhaus in Essen. Die Storywriter, Programmierer und Gamedesigner verteilen sich auf die einzelnen Zimmer des Hauses.

WG-Feeling im Studio

Eine Dokumentation des Computerspielemagazins Gamestar zeigt, dass es vor Ort eher wie in einer Wohngemeinschaft aussieht als in großen Spielestudios mit Empfangsschalter. Kühlschränke und Staubsauger stehen neben den Schreibtischen. Seit 2003 hat das Unternehmen Piranha Bytes hier seinen Sitz. Es ist eines der ältesten Gamestudios des Landes.

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Seit mittlerweile 21 Jahren bringen die Entwicklerinnen und Entwickler zuverlässig etwa alle vier Jahre ein neues Rollenspiel heraus. Darin können eine frei begehbare Spielwelt erkundet und viele Spielstunden verbracht werden. Solche Spiele gelten als die Königsklasse. Sie sind aufwendig in der Produktion und opulent im Ergebnis.

In Red Dead Redemption 2 kann man den verschwenderisch detaillierten Wilden Westen durchqueren, in Horizon Forbidden West Maschinen jagen oder durch düstere Fantasywelten in Elden Ring streifen. Für diese Spiele beschäftigen Studios riesige Teams mit zum Teil mehr als 1.000 Menschen. Bei Piranha Bytes arbeiten 30 Leute.

Elex II

"Open-World-Spiele zu entwickeln, wie wir es tun, ist der reinste Masochismus, man hat ständig irgendwelche Baustellen", sagt Björn Pankratz. Er arbeitet seit 1999 bei Piranha Bytes und gehört, wie er selbst sagt, zu den "alten Säcken". Er kümmert sich gleich um mehrere Bereiche bei der Entwicklung.

Als Creative Director behält er die kreative Vision des Spiels im Blick, außerdem arbeitet er als Gamedesigner. In dieser Rolle entwickelt er grundlegende Spielideen, etwa die Spielwelt und deren schrullige Bewohner. Er ist die Schnittstelle zwischen der Vision und der Umsetzung durch Programmierer und Grafiker. Pankratz hat außerdem die komplette Musik für Elex 2 komponiert. Allein dafür beschäftigen andere Studios ganz Teams. Wie schafft Piranha Bytes es, konkurrenzfähige Spiele mit einem so kleinen Team zu entwickeln?

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Piranha-Byte-Spiele sind nicht unbedingt konkurrenzfähig 
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Clown 07. Mai 2022

Ich habe auch nichts anderes behauptet. Komischerweise schmecken Biere mit exakt den...

Clown 04. Mai 2022

Da hast Du wohl recht. Natürlich ist neue Technik kein Garant für gutes Gelingen, aber...

Wakarimasen 04. Mai 2022

keine Angst das kommt befindet sich bei einem Spanischen Entwickler :) ich glaube nicht...

Wakarimasen 04. Mai 2022

und dann gibt es leute die sich darüber beschweren, das die bundesregierung projekte...



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