Pipewire: Fedora bekommt neues Multimedia-Framework

Das neue Framework Pipewire kümmert sich unter Linux um Multimedia-Inhalte, bringt Wayland- und Flatpak-Support mit und steckt bereits in der Vorabversion von Fedora 27. Künftig könnte es sogar Pulseaudio ablösen - zumindest in Teilen.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Pipewire ist auf Video ausgelegt, könnte langfristig aber auch Pulseaudio ablösen.
Pipewire ist auf Video ausgelegt, könnte langfristig aber auch Pulseaudio ablösen. (Bild: Pipewire)

Der langjährige Gnome-Entwickler und Red-Hat-Angestellte Christian Schaller hat auf seinem Blog das Multimedia-Framework Pipewire angekündigt. Erstellt hat Pipewire ein Macher des Multimedia-Toolkits Gstreamer, Wim Taymans. Dieser hatte laut Schaller die Erkenntnis, dass Flatpak-Pakete künftig wohl auch Technik für Videos benötigen werden, die analoge Fähigkeiten hat wie Pulseaudio für Sound.

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Pulseaudio dient mittlerweile bei fast allen Linux-Distribution als zentraler Soundserver-Daemon, der zum Routen entsprechender Signale genutzt wird. Taymans hat seine in C geschriebene Software entsprechend ursprünglich als Pulsevideo bezeichnet. Später ist das Projekt in Pinos umbenannt worden, nach der spanischen Stadt, in der Taymans arbeitete. Wer den Namen allerdings englisch ausspricht, merkt schnell die etwas unglückliche Namenswahl, mittlerweile heißt die Software also Pipewire.

Pipewire auch mit Sound

Die Idee, mit Pipewire zusätzlich zu Video auch Audio zu unterstützen, kam Taymans, weil er das Problem einer perfekten Video- und Audiosynchronisation bereits von seiner Arbeit an Gstreamer kannte. Das blieb nicht die letzte neue Idee. So entschieden die Projektmacher, auch den alternativen Soundserver Jack zu betrachten und Pipewire mit Funktionen für professionelle Soundentwicklung auszustatten.

Nicht zuletzt suchte man nach einem neuen Weg, um Screen Capturing (Screenshots, Recording und Remote Sharing) auf Wayland zu bringen. Eine neue Infrastruktur soll dafür sorgen, dass Pipewire künftig verschiedene Protokolle unterstützt, etwa RDP, VNC sowie Spice und auch mit Browsern wie Firefox und Chrome funktioniert.

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Dass die Entwicklung Jahre gedauert hat, wundert angesichts der ambitionierten Ziele wenig. Nun landet eine erste Version von Pipewire in Fedora 27, die bislang nur Video, das Flatpak-Format und Wayland unterstützt. Den Audiopart zu entwickeln, dauere nach Ansicht der Pipewire-Macher noch eine Weile, denn man wolle die schmerzlichen Erfahrungen mit dem Pulseaudio-Rollout nicht wiederholen. Wer die bisherige Version testen möchte, kann also Fedora 27 ausprobieren, es gibt zudem eine eigene Projekt-Webseite, die auch die Dokumentation enthält und auf den Quellcode von Pipewire verlinkt.

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