Pionierin der Raumfahrt: "Katherine hat die meiste Arbeit gemacht"

Sie war eine geniale Mathematikerin, die entscheidend am US-Raumfahrtprogramm mitgearbeitet hat. Aufgrund ihrer Berechnungen flogen die Saturn-Raketen zum Mond und die Spaceshuttles in die Erdumlaufbahn. Jetzt ist Katherine Johnson im Alter von 101 Jahren gestorben.

Ein Nachruf von veröffentlicht am
2015 verlieh Präsident Obama Katherine Johnson die Presidential Medal of Freedom.
2015 verlieh Präsident Obama Katherine Johnson die Presidential Medal of Freedom. (Bild: Carlos Barria/Reuters)

Die Raumfahrt war - so scheint es - stets eine Domäne der Männer: Tollkühne Piloten, die in feuerspuckenden Raketen die Erde verließen, während schlaue Köpfe sie vom Kontrollzentrum aus überwachten und alle anstehenden Probleme lösten. Doch eines der bekanntesten Probleme, nämlich das von Apollo 13 ("Houston, we've had a problem") hat eine Frau gelöst, die mindestens ebenso klug war wie die Männer, die auf den Fernsehbildern aus Houston zu sehen waren: die US-Mathematikerin Katherine Johnson. Am Montag ist sie in hohem Alter gestorben.

Inhalt:
  1. Pionierin der Raumfahrt: "Katherine hat die meiste Arbeit gemacht"
  2. Menschliche Computer, die Röcke trugen

Mit Trauer habe die National Aeronautics and Space Administration (Nasa) erfahren, dass Katherine Johnson gestorben ist, twitterte Jim Bridenstine, Direktor der US-Raumfahrtbehörde. "Sie war eine amerikanische Heldin und ihre bahnbrechende Leistung wird nicht vergessen werden."

Nachdem sie ein Leben lang nach den Sternen gegriffen habe, sei sie nun selbst zwischen ihnen gelandet, schrieb der ehemalige US-Präsident Barack Obama. "Sie war Jahrzehnte lang eine verborgene Figur und hat hinter den Kulissen Barrieren durchbrochen. Am Ende ihres Lebens war sie eine Heldin für Millionen, Michelle und mich eingeschlossen." Obama hatte ihr 2015 die Presidential Medal of Freedom verliehen. 2019 erhielt sie auch die Congressional Gold Medal und damit die beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der USA.

Ursprünglich als Rechenkraft vom National Advisory Committee for Aeronautics (Naca) angeheuert, weil nach dem Krieg Arbeitskräfte knapp waren, wurde sie zu einer Pionierin des Raumfahrtzeitalters. Ihre Berechnungen trugen entscheidend dazu bei, dass US-Astronauten ins All flogen - und sicher wieder zurückkamen.

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Da in den 1950er Jahren die Grundlagen für das noch neue Gebiet der Raumfahrt fehlten, mussten diese erst geschaffen werden. "Alles war neu - die ganze Idee in den Weltraum vorzudringen, war neu und kühn. Es gab keine Lehrbücher, deshalb mussten wir sie selbst schreiben", erinnerte sich Johnson im Interview mit der Autorin Wini Warren. Eines dieser Grundlagenwerke war "Determination of Azimuth Angle at Burnout for Placing a Satellite over a Selected Earth Position" (etwa: Bestimmung des Azimutalwinkels beim Brennschluss, um einen Satelliten über einer ausgewählten Position der Erde zu platzieren), das Johnson im Wesentlichen verfasst hat.

Die Abhandlung bildete die theoretische Grundlage für den Flug von Alan Shepard, der sich 1961 als erster US-Astronaut - und als zweiter Mensch nach Juri Gagarin - in den Weltraum begab. Die Flugbahn für John Glenn einige Monate später berechneten Computer. Doch der Raumfahrer traute den Maschinen nicht so recht. Er bestand darauf, dass Johnson die Computer-Ergebnisse vorher noch einmal persönlich überprüft. Andernfalls werde er nicht fliegen, sagte er.

In den 1960er und 1970er Jahren arbeitete Johnson am Apollo-Programm mit. Sie berechnete die Flugbahnen zum Mond und den Rückweg. Nach dem Abbruch der Apollo-13-Mission half sie, die Besatzung wieder sicher zur Erde zurückzuholen. Nach dem Ende des Mondprogramms war sie auch beim nächsten großen Projekt der Nasa dabei, den Spaceshuttles. Sogar mit einer Reise zum Mars beschäftigte sie sich. Sie arbeitete bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1986 bei der Nasa.

Geboren wurde Katherine Coleman Goble Johnson am 26. August 1918 als Katherine Coleman in White Sulphur Springs im US-Bundesstaat West Virginia. Schon in der Schule glänzte sie durch gute Leistungen, übersprang zwei Klassen und kam mit nur vierzehn Jahren auf das West Virginia College, für das sie ein Stipendium erhalten hatte. 1937 schloss sie im Alter von 18 Jahren das Studium mit einem Bachelor of Science in Französisch und Mathematik ab.

Anschließend arbeitete sie als Lehrerin. 1939 heiratete sie ihren ersten Mann James Goble und schrieb sich im selben Jahr für ein weiterführendes Mathematikstudium an der West Virginia University in Morgantown im US-Bundesstaat West Virginia ein - als eine von drei Schwarzen und als einzige Frau. Allerdings gab sie das Studium schon nach einem Jahr wieder auf, weil sie mit der ersten von drei Töchtern schwanger wurde.

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Menschliche Computer, die Röcke trugen 
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jimbokork 27. Feb 2020

du hast nur die falschen *unterhaltungsmedien* konsumiert ...

ustas04 26. Feb 2020

W T F o_O

Kaliumpermanganat 25. Feb 2020

Umso mehr geht mir dieses mEhR fRaUeN iN dEr It auf den Sack. Frauen die was können und...

ehlers 25. Feb 2020

Die sie auch bekommen hat: www.nasa.gov feature hidden-figures-honored-at-us-capitol-for...

TrollNo1 25. Feb 2020

Gilt aber nur für sehr große Werte von 2



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