• IT-Karriere:
  • Services:

Pinephone im Test: Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler

Mit dem Pinephone gibt es endlich wieder ein richtiges Linux-Telefon, samt freier Treiber und ohne Android. Das Projekt scheitert aber leider noch an der Realität.

Ein Test von veröffentlicht am
Das Pinephone, hier mit der Oberfläche KDE Plasma.
Das Pinephone, hier mit der Oberfläche KDE Plasma. (Bild: Pixabay / Montage: Golem.de)

Mit Android dominiert zwar ein mehrheitlich freies Betriebssystem auf Basis von Linux den Smartphone-Sektor, mit einem klassischen Linux-Betriebssystem samt GNU-Werkzeugen hat Android aber wenig gemein. Mit dem Pinephone versucht nun eine Community aus Bastlern, ihren Erfolg bei kleinen Einplatinenrechnern und Laptops auch auf Smartphones zu wiederholen und vertreibt eben solch ein Gerät mit einem klassischen Linux-System. Nach unserem Test des Pinebook Pro haben wir uns nun auch das Pinephone gekauft und es ausprobiert.

Inhalt:
  1. Pinephone im Test: Das etwas pineliche Linux-Phone für Bastler
  2. Software leider enttäuschend
  3. Linux-Basteln mit dem Smartphone
  4. Verfügbarkeit und Fazit

Bei den Linux-Nutzern in der Golem.de-Redaktion hat das Gerät nicht nur Erinnerungen geweckt, sondern vor allem auch Hoffnungen geschürt. Denn neu ist die Idee eines Smartphones mit einem klassischen Linux nicht. Das begann schon im Jahr 2008 mit dem Neo Freerunner des Openmoko-Projekts, gefolgt von Nokias Meego-Versuchen, dem halb-proprietären Sailfish OS von Jolla auf eigenen Geräten oder den Ubuntu Phones von BQ und Meizu, die bereits 2015 erschienen.

Nun gibt es also nach mehreren Jahren endlich wieder ein kommerziell erhältliches Smartphone, das explizit als Linux-Gerät geplant und gebaut wurde. Ein wenig erstaunt hat uns, dass die Hardware-Ausstattung des Pinephones zumindest auf dem Papier durchaus mit aktuellen Einstiegsgeräten im Bereich zwischen 100 und 200 Euro mithalten kann. Schließlich wird das Gerät eben nicht von einem großen Konzern mit Hardwareabteilung gebaut, sondern nur von einer vergleichsweise kleinen, aber offensichtlich ambitionierten Community.

Hardware der Einstiegsklasse

Herzstück des Geräts ist das Allwinner-SoC A64 mit vier ARM Cortex-A53-Kernen bei 1,2 GHz Takt. Diesen zur Seite stehen 3 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte eMMC-Festspeicher. Etwas aus der Zeit gefallen wirkt dagegen die relativ alte Mali400 MP2 GPU von ARM, die sich in keinem aktuellen Smartphone mehr findet und auch sonst wohl nur noch in sehr kleinen und günstigen Einplatinenrechnern verwendet wird.

Stellenmarkt
  1. Endress+Hauser Conducta GmbH+Co. KG, Gerlingen (bei Stuttgart)
  2. IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

Mit 160 x 77 x 9 mm bei rund 190 g ist das Pinephone aber kaum spürbar größer oder schwerer als vergleichbare Geräte wie das Nokia 2.3. Das Display misst 5,95 Zoll. Die Auflösung des kapazitiven IPS-Displays beträgt 1.440 x 720 Pixel, was zu einer Pixeldichte von 271 ppi führt. Die Kamera nutzt einen vergleichsweise kleinen 5-Megapixel-Sensor. Die Frontkamera sowie der Lautsprecher zum Telefonieren sind in einem 1 cm breiten Gehäuserand untergebracht.

Das Realtek-WLAN kann nur im 2,4-GHz-Band genutzt werden. Das eingebaute Modem EG25-G von Quectel nutzt Qualcomm-Technik und unterstützt LTE Cat 4. Da dies eigentlich für den IoT-Einsatz gedacht ist, muss eine Micro-SIM verwendet werden, statt der mittlerweile üblichen Nano-SIM. Als Anschlüsse kommen eine 3,5-mm-Klinken-Buchse sowie eine USB-C zum Ladeport des Geräts hinzu.

OnePlus 8T Aquamarine Green - 6.55" 120Hz FHD+ Fluid Display - 12GB RAM + 256GB Speicher - Vierfach Kamera - 65W Warp Charge - Duale SIM - 5G - 2 Jahre Garantie

Die Rückseite des Pinephones ist aus Kunststoff gefertigt und leicht abnehmbar. Über dem SIM-Karten-Slot findet sich dort auch Platz für eine Micro-SD-Karte. Der Akku mit einer Nennladung von 2.800 mAh ist wechselbar und lässt sich dank USB Power Delivery mit 15 Watt laden. Im Innern finden sich außerdem Hardwareschalter für Modem, WLAN, Mikrofon, die Kameras und den Kopfhöreranschluss, die einzeln voneinander ein- oder ausgeschaltet werden können. Wie bei einigen Android-Telefonen auch, kann die Klinken-Buchse als Uart-Anschluss genutzt werden.

  • Die Rückseite des Pinephones ist abnehmbar. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Das Gerät bietet Federstifte für intelligente Wechselhüllen. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Der Akkku ist wechselbar. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Das Modem nutzt Qualcomm-Technik. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Die Kamera nutzt nur einen 5MP-Sensor. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Die Hardwareschalter erlauben die Unterbrechung von Modem, WLAN, Mikrofon und weiteren Komponenten.(Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Das Pinephone ist nicht viel größer als vergleichbare Produkte. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Unser Gerät nutzt standardmäßig PostmarketOS ... (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • ... mit der Phosh-Oberfläche, die auf Gnome basiert. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Phosh auf Basis von Gnome. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Die App-Auswahl ist noch sehr gering. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Viele Desktop-Apps sind zwar verfügbar, aber kaum sinnvoll nutzbar. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Der Firefox-Browser ist bietet nicht die bekannte Mobile-Ansicht ... (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • ... sonder ist nur eine leicht angepasste Version des Desktop-Browsers. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Der VLC-Player steht nur als Desktop-Version bereit. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
  • Durch geöffnete Apps lässt sich in Phosh leicht wechseln. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)
Das Gerät bietet Federstifte für intelligente Wechselhüllen. (Bild: Martin Wolf, Golem.de)

Als Zusatz für Bastler gibt es sechs Federstifte (Pogo Pins). Sie bieten Zugriff auf eine Interrupt Line, liefern Strom oder können zum Akkuladen genutzt werden sowie für die Kommunikation per I2C. Das Pinephone-Team erhofft sich, dass damit individuelle Rückseiten erstellt werden, was das Smartphone zudem erweiterbar macht. Diese Idee der intelligenten Rückseiten hat es so auch bereits beim Jolla-Smartphone gegeben. Das Team selbst plant hier etwa eine Schale, die drahtloses Laden ermöglicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Software leider enttäuschend 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 6,99€
  2. 19€ (Bestpreis!)

HabeHandy 24. Okt 2020 / Themenstart

Die mini-PCe Karte mit den Chip die eigentlich für IoT gedacht ist hat eine MicroSIM...

bentol 23. Okt 2020 / Themenstart

Stimmt, tun die meisten. Whatsapp läuft bei mir auch ohne google services wunderbar. Wie...

do5rsw 23. Okt 2020 / Themenstart

+1 Das ist das große Problem. Die Hersteller verbauen irgendwelche Hardware die sie...

Lightkey 23. Okt 2020 / Themenstart

Ich hab Final Fantasy XIV Online nicht, daher kann ich nur sagen, dass laut den...

cruse 23. Okt 2020 / Themenstart

Wäre interessiert! An einem frickelfrackel Linux auf einem Smartphone hätte ich...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Einfache Fluid-Simulation in Blender - Tutorial

Wir zeigen im Video, wie man in 15 Minuten eine Flüssigkeit in Blender animiert.

Einfache Fluid-Simulation in Blender - Tutorial Video aufrufen
The Secret of Monkey Island: Ich bin ein übelriechender, groggurgelnder Pirat!
The Secret of Monkey Island
"Ich bin ein übelriechender, groggurgelnder Pirat!"

Das wunderbare The Secret of Monkey Island feiert seinen 30. Geburtstag. Golem.de hat einen neuen Durchgang gewagt - und wüst geschimpft.
Von Benedikt Plass-Fleßenkämper


    Ausprobiert: Meine erste Strafgebühr bei Free Now
    Ausprobiert
    Meine erste Strafgebühr bei Free Now

    Storniert habe ich bei Free Now noch nie. Doch diesmal wurde meine Geduld hart auf die Probe gestellt.
    Ein Praxistest von Achim Sawall

    1. Gesetzentwurf Weitergabepflicht für Mobilitätsdaten geplant
    2. Personenbeförderung Taxibranche und Uber kritisieren Reformpläne

    Corsair K60 RGB Pro im Test: Teuer trotz Viola
    Corsair K60 RGB Pro im Test
    Teuer trotz Viola

    Corsair verwendet in der K60 Pro RGB als erster Hersteller Cherrys neue preiswerte Viola-Switches. Anders als Cherrys günstige MY-Schalter aus den 80ern hinterlassen diese einen weitaus besseren Eindruck bei uns - der Preis der Tastatur hingegen nicht.
    Ein Test von Tobias Költzsch

    1. Corsair K100 RGB im Test Das RGB-Monster mit der Lichtschranke
    2. Corsair Externes Touchdisplay ermöglicht schnelle Einstellungen
    3. Corsair One a100 im Test Ryzen-Wasserturm richtig gemacht

      •  /