Linux-Basteln mit dem Smartphone
Abseits von der noch nicht ausgereiften grafischen Oberfläche bietet uns das zugrunde liegende Linux-System vor allem über die Kommandozeile eine gewohnte und vertraute Umgebung. Das gilt allen voran für die übliche Paketverwaltung samt Updates, die es so unter Android natürlich überhaupt nicht gibt, oder auch den bereits erwähnten SSH-Zugriff, der standardmäßig konfiguriert ist.
Zwar bietet Android mit den ADB-Werkzeugen etwas Ähnliches und erlaubt auch einen Login per Kommandozeile auf einem Telefon. Das Android-System unterscheidet sich aber eben deutlich von einem klassischen Linux, das System des Pinephones jedoch nicht. Linux-Desktop-Nutzer werden deshalb wohl kaum für die Kommandozeile des Pinephones Neues erlernen müssen.
So fällt es uns sehr leicht, auch dank der ausführlichen Wiki-Einträge der Pine-Community und von PostmarketOS, kleinere Fehler oder Probleme mit der gewohnten Kommandozeile zu lösen. Auch sonst können wir uns dank Root-Rechten frei auf dem System des Telefons umsehen und so detailliert die Einzelheiten des Geräts untersuchen, wie etwa über die typischen Log-Dateien.
Hilfreich ist dies bei uns, da sich eine unserer SIM-Karten nicht auf dem Pinephone entsperren und nutzen lässt. Über die Kommandozeile können wir so zumindest den Fehler genau im Log nachvollziehen und dann an einer Behebung des konkreten Problems arbeiten. Dies war im konkreten Fall leider trotzdem nicht von Erfolg gekrönt, so dass wir eben diese SIM nicht benutzen können, obwohl dies unter Android möglich ist.
Bei der Nutzung des mitgelieferten USB-C-Docks haben wir je nach Monitor und angeschlossener Peripherie ebenfalls mit Fehlern zu kämpfen. Auch hier hilft schließlich die bekannte Kommandozeile beim Debuggen weiter, um die Hardware letztlich doch noch zum Laufen zu bekommen und zumindest die Fehlerquellen eingrenzen zu können.
Vielzahl anderer Linux-Systeme nutzbar
Das Pinephone ist außerdem eines der sehr wenigen Geräte, die den unmittelbaren Start eines alternativen Betriebssystems per SD-Karte ermöglichen. Das Wiki der Pinephone-Community ist entsprechend voll mit einer Vielzahl verschiedener Systeme und Links auf Abbilder, die dann auf die SD-Karte gepackt werden können.
Beeindruckt hat uns dabei vor allem die sogenannte P-Boot-Demo mit gleich 13 unterschiedlichen Systemen, die dann alle auf dem gleichen Kernel des Betreuers Ondrej Jirman aufbauen. Der Entwickler bloggt außerdem sehr ausführlich zu seinen Arbeiten an der Hardware, damit eventuell verbundenen Problemen und Lösungsansätzen.
Daraus wird etwa deutlich, dass sich eine kleine Community von Hackern aktiv darum kümmert, Linux-Treiber für das Gerät zu erstellen, zu portieren und zu pflegen. Dabei gibt es offenbar einen regen Austausch der Beteiligten auch mit Nutzern und Bastlern, wobei das Ziel einerseits natürlich immer besserer Support sowie andererseits eine vollständige Mainline-Unterstützung des Pinephones im Linux-Kernel ist.
Das erinnert uns an die Arbeiten der Community zum Pinebook. Mittelfristig ist davon auszugehen, dass die Beteiligten es schaffen, noch bestehende Probleme zu lösen und Lösungen zusammenzuführen, so dass das Pinephone künftig mit einem aktuellen Kernel und einer Distribution der eigenen Wahl genutzt werden könnte - fast so wie bei den meisten Laptops. Ganz so weit ist das Team aber noch nicht.
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Stimmt, tun die meisten. Whatsapp läuft bei mir auch ohne google services wunderbar. Wie...
+1 Das ist das große Problem. Die Hersteller verbauen irgendwelche Hardware die sie...
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