Software leider enttäuschend
Das Besondere am Pinephone ist wie eingangs erwähnt jedoch nicht unbedingt dessen Hardware, sondern eben die Linux-Software. Die Macher des Geräts verkaufen das Linux-Smartphone derzeit in sogenannten Community Editions mit jeweils unterschiedlichen vorinstallierten Systemen. Begonnen hat das Team mit Ubuntu-Phone von UBports, wir haben das Gerät mit PostmarketOS auf Basis von Alpine Linux. Derzeit wird das Gerät mit Manjaro verkauft.
Als Oberfläche nutzt unser Pinephone standardmäßig Phosh, was für Phone Shell steht. Phosh basiert auf Technik aus Gnome 3 und GTK. Mit dessen Entwicklung wurde für das Linux-Smartphone Librem 5 von Purism begonnen. Beim ersten Start können wir ein Passwort für eine Geräteverschlüsselung festlegen, ebenso einen Nutzernamen und ein Passwort für einen späteren SSH-Zugriff sowie eine PIN als Bildschirmsperre.
Die Phosh-Oberfläche zeigt am oberen Displayrand eine Statusleiste mit Mobilfunkverbindung, WLAN, Bluetooth, Uhrzeit und Akkuladestand. Beim Tippen darauf erscheint ein Schnellwahlmenü für diese Funktionen sowie für die Rotation des Bildschirms, die Helligkeit des Displays oder auch die Lautstärke.
Beim Tippen auf einen Pfeil am unteren Bildschirmrand erscheint eine Übersicht der installierten sowie der geöffneten Anwendungen, durch die per Wischbewegung gescrollt werden kann. Für Desktop-Nutzer von Gnome wirken sowohl das Design als auch die Apps selbst schnell vertraut: Handelt es sich doch dabei um Anwendungen, bei denen lediglich die Ansicht an das deutlich kleinere Smartphone-Format angepasst wurde. Das gilt etwa für die Einstellungen, den Text-Editor, den Taschenrechner oder auch den Software-Store.
Viele Apps fehlen
Für uns wirklich störend ist jedoch die Vielzahl an nicht vorhandenen beziehungsweise noch nicht an das Smartphone-Format angepassten Anwendungen. Das gilt etwa für den Firefox-Browser, der im Grunde nur eine leicht angepasste Variante der Desktop-Version ist und mit den mobilen Firefox-Versionen für Android oder iOS nichts gemein hat. Ähnliches gilt auch für Gnome-Anwendungen wie den Datei-Manager, der gar nicht benutzbar ist, weil noch nicht angepasst.
Uns fehlen ebenso Apps wie ein E-Mail-Client, der eigentlich Standard auf einem Smartphone sein sollte. Auch viele von uns sonst unter Android genutzte Open-Source-Apps sind prinzipbedingt nicht auf dem Pinephone mit seiner klassischen Linux-Distribution nutzbar. Dazu gehört allen voran der Signal-Messenger. Alternativ gibt es immerhin einen Matrix-Client, aber wir haben ja schon Probleme, unsere Freunde außerhalb der IT für Signal zu begeistern, mit Matrix brauchen wir da gar nicht erst anzufangen.
Eine vom Autor dieser Zeilen persönlich besonders wichtige und unverzichtbare Kombination aus Android-Apps sind das freie Osmand sowie die Warnwetter-App des DWD. Beide kommen sehr häufig für Outdoor-Aktivitäten zum Einsatz und dienen hier nur als Beispiel dafür, dass es für viele Android-Apps eben keine oder wenn überhaupt nur sehr schlechte Alternativen für klassische Linux-Systeme gibt. Potenzielle Käufer sollten sich also genau überlegen, ob und unter welchen Umständen sie im Zweifel wirklich auf Android-Apps verzichten können.
Abstürze und Probleme mit Grundfunktionen
Auch abseits der fehlenden Apps ärgern wir uns immer wieder über verschiedene Macken des Systems. So stürzen manche Apps spontan ab. Auch kann der Start von Anwendungen so quälend langsam sein, dass wir manchmal sogar vermuten, dass unser Tippen auf das Icon gar nicht registriert wurde. Zusätzlich dazu funktionieren einige Grundfunktionen des Smartphones wie die Kamera leider ebenfalls nicht verlässlich.
Alles in allem macht in erster Linie das Betriebssystem mit der Phosh-Oberfläche noch einen sehr unausgereiften Eindruck einer Software im Entwicklungsmodus, was die Macher des Geräts aber auch selbst einräumen. Das Pinephone punktet dagegen bei seinen bekannten Linux-Fähigkeiten.
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Stimmt, tun die meisten. Whatsapp läuft bei mir auch ohne google services wunderbar. Wie...
+1 Das ist das große Problem. Die Hersteller verbauen irgendwelche Hardware die sie...
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