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Picobrew Pico angesehen: Ein Bierchen in Ehren ...

Ifa 2016
Picobrews Pico ermöglicht Homebrewing im wahren Sinn: Mit dem Bierbrau-Automaten können sich Freunde des schäumenden Getränks zahlreiche Biersorten innerhalb weniger Tage selbst zu Hause brauen. Golem.de hat sich das Gerät kurz vor dem Deutschlandstart genauer angeguckt.
/ Tobias Költzsch
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Die Bierbraumaschine für zu Hause: Pico von Picobrew (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die Bierbraumaschine für zu Hause: Pico von Picobrew Bild: Martin Wolf/Golem.de

Die Halle 11.1 gehört auch während der diesjährigen Ifa 2016 nicht unbedingt zu den wichtigen und sofort auffindbaren Hallen des Berliner Messegeländes. Vollgestopft mit kleineren Smart-Home-Herstellern sticht ein Stand allerdings sofort heraus – was nicht nur an dem aufgebauten Foodtruck liegt, sondern auch an der Menschentraube, die sich rund um den Stand bildet.

Picobrew angesehen (Ifa 2016)
Picobrew angesehen (Ifa 2016) (03:50)

An Stand 6 gibt es Freibier – ein eher ungewöhnlicher Vorgang auf der Ifa mit ihren horrenden Essens- und Getränkepreisen. Grund ist der Aussteller: Picobrew(öffnet im neuen Fenster) stellt hier seine Bierbraumaschine Pico vor, die so klein ist, dass sie in jede Küche passen dürfte. Äußerlich ähnelt die Pico einem Kaffeevollautomaten, das Design ist schlicht.


Mit Pico sollen sich zu Hause innerhalb von drei bis sieben Tagen verschiedene Biersorten unterschiedlicher Hersteller brauen lassen, ohne dass der Anwender viel dafür tun muss. Ermöglicht wird das durch weitgehend vorgefertigte Braukits, die sogenannten Picopaks: In einer Pappbox kommen die Zutaten für das jeweilige Bier bereits vorgefertigt beim Nutzer an – inklusive Hopfen, Gerste und, je nach Rezept, weiterer Komponenten. Das Picopak setzt der Nutzer einfach in die Kunststoffschublade des Picos ein, ergänzt noch die nötige Menge Wasser, und schon kann der Brauvorgang starten.

Nutzer müssen keine Zutaten anrühren

Dieses Verfahren unterscheidet sich von dem anderer Heimbraumaschinen, wie etwa der von Artbrew. Hier müssen Nutzer die einzelnen Zutaten selbst zusammenrühren, statt einfach nur ein vorgefertigtes Paket in den Automaten zu schieben.

Während der circa zwei Stunden, in der der Biersud in der Maschine vorbereitet wird, muss der Nutzer nichts weiter tun als abwarten. Auch komplizierte Einstellungen, die Kenntnisse vom Bierbrauen erfordern, sind nicht nötig – vor dem Start des Brauens müssen lediglich die gewünschte Stärke des Bieres und dessen Alkoholgehalt eingestellt werden. Alles Weitere regelt die Maschine anhand des dem eingelegten Picopaks zugrundeliegenden Rezeptes selbst.

RFID-Chip identifiziert Picopak

Möglich macht das ein am Picopak angebrachter RFID-Chip, der das Picopak identifiziert. Die Pico-Maschine liest den Chip und gleicht die Daten über einen Webserver ab – dafür ist die Maschine mit WLAN ausgestattet. Anschließend weiß der Automat, welches Rezept benötigt wird und wie der Brauvorgang zu steuern ist. Nach dem Brauvorgang in der Maschine wird das ungegärte Bier dann über Schläuche automatisch in ein kleines Lagerfass gepumpt, das dem Pico beiliegt.

Über 100 Brauereien wollen Rezepte zur Verfügung stellen

In dieses Fässchen gibt der Nutzer anschließend die dem Picopak beigelegte Menge an Hefe bei, um die Gärung einzuleiten. Geklärt wird das Bier bereits beim Abpumpen aus der Pico. Das mit Hefe versetzte Lagerfass wird je nach Biersorte zwischen drei bis fünf Tagen, manchmal auch eine Woche lang gelagert. Am Ende pumpt der nun stolze Bierbrauer den fertigen Gerstensaft aus dem Lagerfass in ein kleines Pumpfass, wie man es aus dem Supermarkt kennt. Fünf Liter Bier stehen am Ende der Prozedur zur Verfügung.


In den USA steht Picobrew nach eigenen Angaben bereits mit über 100 Brauereien in Kontakt, um deren Bierrezepte als Picopaks anzubieten. Dabei möchte der Hersteller auch gern Biere anbieten, die die Brauereien aktuell nicht mehr vertreiben. Auf der Homepage von Picobrew(öffnet im neuen Fenster) gibt es bereits einige Picopaks zur Auswahl, über die Auswahl weiterer können angemeldete Nutzer diskutieren.

Erste deutsche Craft-Beer-Brauereien machen mit

Auch in Deutschland konnten erste kleine Brauereien für eine Zusammenarbeit gewonnen werden, unter anderem die Berliner Brauereien Pirate Brew und Straßenbräu. Mit größeren deutschen Brauereien ist Picobrew nach eigenen Angaben ebenfalls im Gespräch, ohne hier aber schon Details nennen zu können.

Eigene Rezepte können Besitzer der Pico ebenfalls brauen: Über ein Webinterface lassen sich eigene Picopaks anfertigen. Der Pico-Nutzer wählt hierbei die Art des Bieres aus, die er haben möchte, und kann anschließend verschiedene Parameter definieren. Das System stellt ihm dann ein mit passendem RFID-Chip ausgestattetes Picopak zusammen, das wie die anderen Pakete einfach in die Bierbraumaschine geschoben wird.

Ganz preiswert ist der Bierspaß allerdings nicht: Die Pico wird in Deutschland 1.100 Euro kosten, ein Picopak soll um die 30 Euro kosten – das wären pro Packung 6 Euro für einen Liter Bier. In Deutschland erscheinen soll Pico im November 2016.

Fazit

Einfacher als mit der Pico von Picobrew lässt sich Bier zu Hause wahrscheinlich nicht brauen. Auch die Vielfalt, die der Hersteller dank der Kooperationen mit zahlreichen Brauereien erreicht, gefällt uns gut. Wer gerne mal ein etwas exotischeres Bier trinkt, wird das zu schätzen wissen.

Allerdings ist es für weitaus weniger Geld möglich, selbst zu Hause Bier zu brauen – wenngleich nicht so unkompliziert. Picobrew eignet sich unserer Meinung nach eher für Nutzer, die sich nicht zwangsläufig mit dem Bierbrauen auskennen. Bierbraupuristen hingegen könnte die fehlende komplette Freiheit bei der Erstellung eigener Rezepte stören.

Der Preis der Pico erscheint zunächst hoch; bedenkt man allerdings, was manche Kaffeevollautomaten kosten, relativieren sich die 1.100 Euro wieder etwas. Zudem steckt eine Menge Technik in und hinter der Pico, die ein einfaches, aber erfolgreiches Bierbrauen garantieren soll. Für Bierliebhaber könnten sich die Anschaffungskosten lohnen.


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