• IT-Karriere:
  • Services:

Phytomining wird konkurrenzfähig

Dass auf lange Sicht Phytomining ein wichtiges Verfahren für die Rohstoffgewinnung ist, ist kaum zweifelhaft. Der Bedarf an Germanium und an den Metallen der Seltenen Erden, mit denen sich die Freiberger beschäftigen, wird nicht geringer.

Stellenmarkt
  1. Heraeus infosystems GmbH, Hanau
  2. ALDI International Services GmbH & Co. oHG, Mülheim an der Ruhr

Germanium ist ein Halbleiter, wird also in der Elektronikindustrie benötigt. Das Element ist durchlässig für Infrarotlicht (IR) und wird deshalb in Nachtsichtgeräten oder Sensoren eingesetzt, die mit IR arbeiten, wie etwa Abstandssensoren für Autos. Schließlich wird Germanium als Katalysator bei der Herstellung durchsichtiger Kunststoffflaschen verwendet. Neodym wird mit Eisen und Bor legiert, um starke Permanentmagnete herzustellen. Es wird ebenso wie Erbium zudem beim Bau von Lasern eingesetzt.

Seltene Erden werden importiert

"Für die ganzen Technologien, die gerade boomen, brauchen wir viele von diesen Elementen. Wir haben aber keine einzige Lagerstätte dafür in Europa. Wir haben kaum Möglichkeiten, an diese Rohstoffe zu kommen", sagt Wiche. "Wir müssen immer importieren."

Die Seltenen Erden etwa kommen derzeit fast ausschließlich aus China - und die Regierung in Peking hat früher bereits die Ausfuhr beschränkt und damit den Preis in die Höhe getrieben. Germanium ist einer der wenigen Rohstoffe, dessen Preis in den vergangenen Jahren nicht zurückgegangen ist. "Deshalb sind wir selbstverständlich an alternativen Gewinnungsmöglichkeiten interessiert", sagt Wiche.

Die Freiberger prüften die Wirtschaftlichkeit

Noch sei das Phytomining nicht konkurrenzfähig gegenüber den bewährten Gewinnungsverfahren. Das habe eine Wirtschaftlichkeitsprüfung am Ende von Phytogerm ergeben, erzählt Wiche. "Wir haben festgestellt, dass Phytomining ein wirtschaftlicher Prozess wäre, wenn wir 10 Milligramm Germanium pro Kilogramm Pflanzenbiomasse finden würden." Allerdings waren in der Prüfung die Metalle der Seltenen Erden noch nicht berücksichtigt, die in höheren Konzentrationen als Germanium im Boden vorkommen.

Derzeit liege der Ertrag bei zwei Milligramm Germanium pro Kilogramm Biomasse. Durch Züchtung und Beeinflussung von Prozessen im Wurzelraum lasse sich dieser aber sicherlich noch beachtlich steigern, sagt Wiche. Zudem ist zu erwarten, dass mit steigender Nachfrage auch der Preis für diese Rohstoffe steigen wird.

Durch diese beiden Entwicklungen - steigende Rohstoffpreise und verbesserte Prozesse - wird das Phytomining irgendwann wirtschaftlich sein. Die Frage ist nur, wann die ersten Smartphones mit von Pflanzen gewonnenem Germanium auf den Markt kommen. "Ich kann es Ihnen nicht mehr für dieses Jahrzehnt versprechen", sagt Heilmeier.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Mehr Germanium im Rohrglanzgras
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,99€
  2. 4,49€
  3. 8,75€
  4. 3,39€

lordguck 11. Sep 2017

Ich musste auch laut lachen "Germaniumanteil am Deutschen Boden". Vielleicht sollte man...

Ach 09. Sep 2017

Tja, wäre in deinem Tablett wenigstens phytogemintes Germanium verbaut, aber nein! So...


Folgen Sie uns
       


Audi E Tron GT Probe gefahren

Der E-Tron GT ist die Oberklasse-Limousine von Audi. Golem.de ist das Elektroauto Probe gefahren.

Audi E Tron GT Probe gefahren Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /