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Sonnenblumen sollen den Boden reinigen.
Sonnenblumen sollen den Boden reinigen. (Bild: Karen Bleier/AFP/Getty Images)

Phytomining wird konkurrenzfähig

Dass auf lange Sicht Phytomining ein wichtiges Verfahren für die Rohstoffgewinnung ist, ist kaum zweifelhaft. Der Bedarf an Germanium und an den Metallen der Seltenen Erden, mit denen sich die Freiberger beschäftigen, wird nicht geringer.

Germanium ist ein Halbleiter, wird also in der Elektronikindustrie benötigt. Das Element ist durchlässig für Infrarotlicht (IR) und wird deshalb in Nachtsichtgeräten oder Sensoren eingesetzt, die mit IR arbeiten, wie etwa Abstandssensoren für Autos. Schließlich wird Germanium als Katalysator bei der Herstellung durchsichtiger Kunststoffflaschen verwendet. Neodym wird mit Eisen und Bor legiert, um starke Permanentmagnete herzustellen. Es wird ebenso wie Erbium zudem beim Bau von Lasern eingesetzt.

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Seltene Erden werden importiert

"Für die ganzen Technologien, die gerade boomen, brauchen wir viele von diesen Elementen. Wir haben aber keine einzige Lagerstätte dafür in Europa. Wir haben kaum Möglichkeiten, an diese Rohstoffe zu kommen", sagt Wiche. "Wir müssen immer importieren."

Die Seltenen Erden etwa kommen derzeit fast ausschließlich aus China - und die Regierung in Peking hat früher bereits die Ausfuhr beschränkt und damit den Preis in die Höhe getrieben. Germanium ist einer der wenigen Rohstoffe, dessen Preis in den vergangenen Jahren nicht zurückgegangen ist. "Deshalb sind wir selbstverständlich an alternativen Gewinnungsmöglichkeiten interessiert", sagt Wiche.

Die Freiberger prüften die Wirtschaftlichkeit

Noch sei das Phytomining nicht konkurrenzfähig gegenüber den bewährten Gewinnungsverfahren. Das habe eine Wirtschaftlichkeitsprüfung am Ende von Phytogerm ergeben, erzählt Wiche. "Wir haben festgestellt, dass Phytomining ein wirtschaftlicher Prozess wäre, wenn wir 10 Milligramm Germanium pro Kilogramm Pflanzenbiomasse finden würden." Allerdings waren in der Prüfung die Metalle der Seltenen Erden noch nicht berücksichtigt, die in höheren Konzentrationen als Germanium im Boden vorkommen.

Derzeit liege der Ertrag bei zwei Milligramm Germanium pro Kilogramm Biomasse. Durch Züchtung und Beeinflussung von Prozessen im Wurzelraum lasse sich dieser aber sicherlich noch beachtlich steigern, sagt Wiche. Zudem ist zu erwarten, dass mit steigender Nachfrage auch der Preis für diese Rohstoffe steigen wird.

Durch diese beiden Entwicklungen - steigende Rohstoffpreise und verbesserte Prozesse - wird das Phytomining irgendwann wirtschaftlich sein. Die Frage ist nur, wann die ersten Smartphones mit von Pflanzen gewonnenem Germanium auf den Markt kommen. "Ich kann es Ihnen nicht mehr für dieses Jahrzehnt versprechen", sagt Heilmeier.

 Mehr Germanium im Rohrglanzgras

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lordguck 11. Sep 2017

Ich musste auch laut lachen "Germaniumanteil am Deutschen Boden". Vielleicht sollte man...

Ach 09. Sep 2017

Tja, wäre in deinem Tablett wenigstens phytogemintes Germanium verbaut, aber nein! So...



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