Photovoltaik: Schwimmende Solarzellen auf Dauer die bessere Wahl
Ein Forschungsteam der National Taipei University of Technology(öffnet im neuen Fenster), Taiwan, hat die Effizienz von schwimmenden Solaranlagen untersucht. Dabei wurde die zu erwartende Stromproduktion über die gesamte Lebensdauer mit entsprechenden Photovoltaikanlagen an Land verglichen. Die Untersuchung, die im Journal of Renewable and Sustainable Energy(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass schwimmende Anlagen 12 Prozent mehr Strom liefern können als landgestützte Systeme.
Grund dafür sei ein höherer Wirkungsgrad der Systeme im Wasser bei hohen Temperaturen, weil der Kontakt zu Wasser einen stark kühlen Effekt hat. In besonders sonnenreichen und warmen Zeiten produzieren schwimmende Anlagen demnach mehr Strom als eine Solaranlage an Land in der gleichen Region. Zu stark erhitzte Solarmodule produzieren weniger Strom, ein Nachteil, den schwimmende Anlagen nicht aufweisen.
Beim Vergleich der beiden Anlagen, die 100 beziehungsweise 180 Megawatt Maximalleistung aufweisen, wurden außerdem die Auswirkungen des Salzgehalts von Wasser untersucht.
Geografische Lage ist entscheidend
In die Berechnungen muss allerdings auch die besondere Lage von Taiwan einfließen. Das Land liegt im südchinesischen Meer zwischen dem 21. und 25. Breitengrad, weshalb die Sonne im Sommer senkrecht am Himmel steht. Schwimmende, horizontale Solarpanels können dann ihre volle Leistung ausschöpfen, während zum Beispiel in Europa schräg aufgestellte Zellen mehr Ertrag bringen.
Das bedeutet vor allem, dass der Aufwand, in Taiwan schwimmende Anlage zu errichten, vergleichsweise gering ist. Hinzu kommt, dass in dem dichtbesiedelten Inselstaat eine hohe Konkurrenz bei der Landnutzung herrscht und sich ein Ausweichen auf das Meer deshalb zusätzlich lohnt.
Für Europa sind die Ergebnisse somit kaum interessant, aber für den gesamten äquatornahen Bereich, in dem ein Großteil der Menschheit lebt, dürften schwimmende Solarzellen eine gute Alternative sein. Bereits 2024 hatte die Australian National University(öffnet im neuen Fenster) in Canberra errechnet, dass sich Indonesien, immerhin das viertbevölkerungsreichste Land der Erde, komplett mit Photovoltaik in geschützten Meeresbuchten versorgen könnte.
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