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Photovoltaik: Australiens Solaranteil wächst, der Strompreis stagniert

Nirgendwo ist die Stromerzeugung aus Photovoltaik so hoch wie in Australien, aber die Preise bleiben unverändert. Im nächsten Jahr soll sich daran etwas ändern.
/ Mario Petzold
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Australien hat die höchste Pro-Kopf-Produktion an Solarstrom. (Bild: Getty Images/Darrian Traynor)
Australien hat die höchste Pro-Kopf-Produktion an Solarstrom. Bild: Getty Images/Darrian Traynor

Eine Datenanalyse der International Solar Energy Society(öffnet im neuen Fenster) , die für das PV Magazine(öffnet im neuen Fenster) geschrieben worden ist, untersucht die durchschnittlichen Strompreise in Australien im Zusammenhang mit dem schnellen Wachstum erneuerbarer Energien. Mittlerweile nimmt insbesondere Photovoltaik in dem Land eine dominante Rolle ein.

Während Solarstrom 2017 noch eine untergeordnete Rolle spielte, ist es mittlerweile die zweitgrößte Stromquelle nach Kohle in Australien. In den kommenden fünf Jahren ist zudem geplant, den Anteil der erneuerbaren Energien von derzeit 40 auf 80 Prozent zu verdoppeln. Schon jetzt ist Australien das Land mit dem weltweit höchsten Stromerzeugung aus Photovoltaik pro Kopf.

Gleichzeitig steht das australische Stromnetz vor größeren Herausforderungen durch die unregelmäßige Einspeisung als beispielsweise das europäische Netz. Australien besitzt keine Nachbarländer, mit denen durch Im- und Exporte ein Ausgleich geschaffen werden könnte. Schwankungen bei der Stromerzeugung müssen innerhalb des Netzes ausgeglichen werden, weshalb parallel in Speichermöglichkeiten investiert wird.

Preise über Jahre stabil, mit einer Ausnahme

Seit dem Ausbau der Solarenergie ab 2017 sind die Durchschnittspreise mit umgerechnet 70 Euro pro Megawattstunden stets ähnlich geblieben. In den Jahren 2016 und 2020 lagen sie unter 50 Euro. Nur 2022 verdoppelte sich der Strompreis, als sich die Gaspreise durch den Krieg in der Ukraine weltweit vervielfachten.

Eine saisonale Auswirkung hat der Ausbau der Photovoltaik jedoch. Die Analyse zeigt, dass der Strompreis im australischen Sommer niedriger ist als im Winter.

Guter Standort für Solarstrom

Begünstigt wird die Stromproduktion aus Photovoltaik durch mehrere Faktoren. Australien liegt zwischen dem 12. und 38. südlichen Breitengrad, wo sich auf der Nordhalbkugel die Sahara befindet, und zählt zu den sonnenreichsten Ländern. Deshalb sinkt die Stromerzeugung im Winter deutlich weniger als in Europa.

Zudem kostet in Australien eine typische Solaranlage mit zehn Kilowatt maximaler Leistung laut des Berichts 5.000 Euro. In den USA soll die gleiche Anlage 10.000 Euro kosten. In Deutschland ist es noch etwas mehr.

Pragmatischer Umgang mit veränderter Stromerzeugung

Hinzu kommt eine Initiative des australischen Energieministeriums. Mit dem Projekt Solar Sharer(öffnet im neuen Fenster) werden ab dem Jahr 2026 die Energieversorger verpflichtet, an mindestens drei Stunden pro Tag Strom kostenlos zu liefern.

Das erfolgt in den Mittagsstunden, wenn eine starke Überproduktion zu erwarten ist. Nutzen können das Angebot alle Haushalte, die bereits über einen intelligenten Stromzähler verfügen. Bis 2030 soll hier eine Quote von 100 Prozent erreicht sein, also im selben Jahren, in dem bereits 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen dürften.


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