Photovoltaik: Auf der Suche nach einem Platz an der Sonne

Europas Abhängigkeiten von Chinas Modulindustrie, unterbrochene Lieferketten und ein Mangel an Rohstoffen könnten den geplanten großskaligen Photovoltaik-Ausbau in der EU bremsen.

Eine Analyse von Jan Oliver Löfken veröffentlicht am
Solarkraftwerk im Nordwesten Chinas: China dominiert die Produktion von einsatzfertigen Solarzellen und -modulen.
Solarkraftwerk im Nordwesten Chinas: China dominiert die Produktion von einsatzfertigen Solarzellen und -modulen. (Bild: STR/AFP via Getty Images)

Der Ukrainekrieg und die Lieferkettenprobleme infolge der Coronapandemie haben die immense Abhängigkeit der deutschen und europäischen Wirtschaft von Importen offenbart. Wenn sich der Westen von der Energieversorgung mit Kohle, Erdöl und Erdgas aus Russland unabhängig machen möchte, entstehen Lücken, die nur mit viel Mühe, hohen Kosten und einigem Zeitaufwand gestopft werden können.

Inhalt:
  1. Photovoltaik: Auf der Suche nach einem Platz an der Sonne
  2. China beherrscht den Markt
  3. Silizium für Solarzellen
  4. Reichen die Rohstoffe?

Ein stark beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien kann die Abkehr von fossilen Energieträgern zwar forcieren und zugleich den Klimaschutz vorantreiben. Doch gerade mit dem Bau von neuen Solarkraftwerken im Multi-Gigawatt-Maßstab drohen neue Abhängigkeiten auf mehreren Ebenen - vor allem von China.

Der autoritär regierte Staat dominiert nicht nur die Produktion von einsatzfertigen Solarzellen und -modulen. Auch wichtige Rohmaterialien in der Wertschöpfungskette wie Polysilizium oder Silizium-Wafer kommen großenteils aus China. Und selbst wenn die Solarbranche über alle Prozessstufen hinweg in Europa wieder Fuß fassen sollte, zeichnen sich Engpässe bei weiteren, für die Solarproduktion unumgänglichen Metallen wie Aluminium, Silber oder Indium ab.

"In Deutschland ist sowohl das Know-how als auch die Bereitschaft der Industrie vorhanden, die Produktionskapazitäten von Solar- und Windkraftanlagen enorm zu steigern", sagte Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck auf einem Produktionsgipfel Mitte April in Berlin. An Nachfrage wird es nicht mangeln.

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Allein in Deutschland sollen Solarkraftwerke bis 2030 insgesamt 200 Gigawatt (GW) Leistung bereitstellen, mehr als dreimal so viel wie heute. EU-weit strebt die Europäische Kommission für 2030 bis zu 672 Gigawatt Solarleistung an. Als Konsequenz aus dem Ukrainekrieg fordert der europäische Solarverband Solar Power Europe sogar einen noch größeren Ausbau von rund 1.000 Gigawatt bis zum Ende des Jahrzehnts.

Weltweit ist ein ähnlicher Trend zu beobachten. Mit ihrem 450-Gigawatt-Plan für Wind- und Solarkraft in der Wüste Gobi gehört die chinesische Regierung zu den stärksten Treibern des Solarbooms. Aber auch viele andere Staaten ziehen mit.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Infolge der Solarpläne in Nordafrika und der Arabischen Halbinsel (Mena-Region), Südamerika, Australien, Indien und in den USA werden bis 2025 weltweit bis zu 2.000 GW installierte Leistung erwartet, fünf Jahre später sollen es laut dem jüngsten World Energy Transitions Outlook der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (Irena) sogar 5.200 Gigawatt werden, siebenmal so viel wie 2020.

Von dieser Vervielfachung dürfte vor allem China profitieren. "Ohne China ist die globale Energiewende nicht machbar", sagt Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW in Berlin.

Die konkreten Zahlen geben ihm recht.

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China beherrscht den Markt 
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Lachser 27. Aug 2022 / Themenstart

Auf ein Problem geht der Artikel leider nicht sein. Eine Solaranlage alleine bringt noch...

Clown 25. Aug 2022 / Themenstart

Trägst Du denn die (finanzielle) Verantwortung für tausende Jahre strahlenden Müll?

PrinzessinArabella 22. Aug 2022 / Themenstart

War eher umgekehrt, wegen massiver Subventionen war sie ineffektiv, gleichzeitig bekamen...

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