Braunkohletagebau-Seen nutzen

Auf Nachfrage verweist der Tagebaubetreiber im Osten Deutschlands, die Lausitz Energie Bergbau AG, an die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Sie verwaltet die sogenannte Nachfolgelandschaften des Braunkohletagebaus. Doch mehr als ein paar interessierte Anfragen zu schwimmenden Solarmodulen seien bislang nicht bekannt. Für die mit Wasser gefüllten Tagebaugruben bestehen Betriebs- und Nutzungspläne, in denen Energieerzeugung nicht vorgesehen ist.

"Die müssten ein Zielabweichungsverfahren betreiben, um Strom auf dem Wasser zu erzeugen", sagt LNBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Nach Abschluss der Sanierung gehen die Seen an private Besitzer oder in die Hand von Kommunen über. Ein Beispiel dafür ist der 1.900 Hektar große Cottbuser Ostsee. Der ehemalige Braunkohletagebau soll bis 2030 mit Wasser gefüllt und zu einem Naherholungsgebiet werden.

Für die großen "Löcher" im rheinischen Revier in Westen Deutschlands mit den Tagebauen Hambach, Inden und Garzweiler gibt es bereits große Pläne. Zumindest im Rathaus von Kerpen hängen Schaubilder mit dem Titel Energie Arena. Bis zu 850 Windräder könnten den Rand der 11 km langen und 4 km breiten Grube Hambach säumen. Das geflutete Loch wird mit schwimmenden Solarmodulen bestückt. Auch das Dach über der A4 ist mit Solarzellen bedeckt. Sie heißt dann Energie-Allee. "Es geht darum, die alte Energietradition im Revier fortzusetzen und diese mit Belangen des Umweltschutzes zu versöhnen", sagt Joachim Schwister, Technischer Beigeordnete der Stadt Kerpen.

Kerpen gründet Stadtwerke neu

Noch sind das nur Ideenskizzen, mit denen die Stadt Kerpen am Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Wandel durch Innovation in der Region teilnimmt. Die Pläne entstanden in Zusammenarbeit mit Experten der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich.

  • Das schwimmende Solarkraftwerk auf dem Bomhofsplas ist ein Baggersee an der A28 bei Zwolle in den Niederlanden (Bild: BayWa RE)
  • So soll die Energie-Arena im Tagebau Hambach aussehen. (Bild: Stadt Kerpen)
So soll die Energie-Arena im Tagebau Hambach aussehen. (Bild: Stadt Kerpen)

Die Stadt Kerpen gründete im Frühjahr 2018 eigene Stadtwerke, um die Hand auf ihrer Energieerzeugung und -verteilung zu haben. Das Unternehmen Innogy ist Minderheitseigner der Tochterunternehmen. Neben der anstehenden Versorgung von Neubaugebieten schwebt Schwister ein großer Ladepark für Elektroautos vor. Das Kreuz Kerpen (A4/A61) passieren täglich rund 140.000 Fahrzeuge. "Die sind für 40 Prozent der CO2-Emissionen bei uns verantwortlich", sagt Schwister. Die Energie-Arena könnte emissionsfreie Energie dafür bereitstellen.

Einziges Problem: Das Tagebaugelände gehört der RWE. Die hat sich noch nicht dazu geäußert, was mit dem Areal passiert, wenn die Bagger abgezogen sind.

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 Achtmal so viel Solarleistung notwendig
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gaciju 27. Apr 2020

Nein, der Strom war in Deutschland fuer Kleinverbraucher schon vor Kohle und...

schorfi 22. Apr 2020

wenn du selbst recht viel Energie verbrauchst, vmtl mehr als du damit erzeugst, lohnt...

decembersoul 22. Apr 2020

Ja, da hast du wohl recht. Eine Verrechnung ist da kaum möglich. Ich habe auch ein...

M.P. 21. Apr 2020

Prinzipiell sollte es möglich sein, teiltransparente Module zu bauen, die für Pflanzen...



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