Achtmal so viel Solarleistung notwendig

Aktuell sind in Deutschland Solarzellen mit einer Leistung von rund 50 Gigawatt installiert. In der Osterwoche lieferten diese Zellen 23 Prozent der gesamten Nettostromerzeugung. Neben dem guten Wetter trug natürlich der Corona-Virus-bedingte niedrige Stromverbrauch zu diesem Rekord-Wert bei. Auf das gesamte vergangene Jahr gerechnet, liegt der Solarstrom-Anteil bei gerade mal neun Prozent. Fallen in den kommenden Jahren Atomkraft und Kohle weg, müssen erneuerbare Energiequellen einspringen. Der Bedarf für Solarstrom liegt bei rund 400 Gigawatt - eine Verachtfachung der aktuellen Leistung. Laut Ortmann benötigt man dazu nur 1,5 Prozent der Fläche der Bundesrepublik. Das ist schwierig in einem so dicht besiedelten Land. Entweder stehen hier Gebäude oder Freiflächen werden landwirtschaftlich genutzt.

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"Würde man Dachflächen konsequent nutzen, könnte man 200 Gigawatt Leistung erreichen und den Rest auf Freiflächen erzeugen", sagt Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energien an der HTW Berlin. Selbst bei Ackerflächen gibt es die Idee einer Doppelnutzung. Quaschning verweist auf das Testprojekt Agrophotovoltaik. Dabei stehen Solarmodule auf Ständern, die so hoch sind, dass Landwirte darunter mit Maschinen ihr Feld bestellen können. Durch die Verschattung fielen im Test bei drei von vier angebauten Lebensmitteln die Ernteerträge höher aus. Quaschning befürwortet die Nutzung von Wasserflächen, doch sieht er nur begrenztes Potenzial für den benötigten Ausbau der Solarenergie in Deutschland.

Um die Möglichkeiten besser kennenzulernen, beauftragte die BayWa R.E. das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) mit einer Potenzialabschätzung. Danach gibt es in Deutschland 4.474 künstliche Standgewässer. Die meisten sind Bagger- oder Kiesseen. Rund 500 Seen entstanden beziehungsweise entstehen noch durch Braunkohletagebau.

  • Das schwimmende Solarkraftwerk auf dem Bomhofsplas ist ein Baggersee an der A28 bei Zwolle in den Niederlanden (Bild: BayWa RE)
  • So soll die Energie-Arena im Tagebau Hambach aussehen. (Bild: Stadt Kerpen)
Das schwimmende Solarkraftwerk auf dem Bomhofsplas ist ein Baggersee an der A28 bei Zwolle in den Niederlanden (Bild: BayWa RE)

Sie haben eine Fläche von insgesamt 47.251 Hektar und liegen zumeist in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zieht man Tourismus und Freizeitaktivitäten, Landschafts- und Naturschutz ab, könnten 4,9 Prozent dieser Fläche für schwimmende Solaranlagen genutzt werden. Laut dem Fraunhofer ISE liegt die mögliche Energieleistung bei 2,74 Gigawatt. Ein Anfang, aber weit entfernt vom Bedarf in Höhe von 400 Gigawatt.

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 Photovoltaik: Auf dem Baggersee schwimmt ein SolarkraftwerkBraunkohletagebau-Seen nutzen 
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gaciju 27. Apr 2020

Nein, der Strom war in Deutschland fuer Kleinverbraucher schon vor Kohle und...

schorfi 22. Apr 2020

wenn du selbst recht viel Energie verbrauchst, vmtl mehr als du damit erzeugst, lohnt...

decembersoul 22. Apr 2020

Ja, da hast du wohl recht. Eine Verrechnung ist da kaum möglich. Ich habe auch ein...

M.P. 21. Apr 2020

Prinzipiell sollte es möglich sein, teiltransparente Module zu bauen, die für Pflanzen...



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