Phosh und KDE Plasma Mobile: Fedora soll offizielles Mobile-Image erhalten
Klassische Linux-Distributionen laufen bisher nicht offiziell auf Smartphones. Ein Vorschlag der Fedora-Community könnte das ändern.
Die kommende Version 38 der Linux-Distributionen Fedora soll offiziell Abbilder mit der Smartphone-Oberfläche Phosh erhalten. Das hat die Mobility-Arbeitsgruppe vorgeschlagen, die Phosh und dazugehörige Software bereits als Pakete bereitstellt. Die Abbilder sollen für die Architekturen Aarch64 und x86_64 erzeugt werden.
Noch ist über diese Änderungen nicht offiziell entschieden und das technische Leitungsgremium von Fedora (Fesco) muss dem Vorschlag vor einer offiziellen Umsetzung noch zustimmen. Sollte dies geschehen, könnten die Smartphone-Abbilder im kommenden Mai mit Fedora 38 erscheinen. Geplant ist derzeit zunächst, das Pinephone (Test) sowie das Pinephone Pro zu unterstützten, dafür müssten jedoch noch zahlreiche Kernel-Patches in den Hauptzweig eingepflegt werden.
Die für das Mobilsystem konzipierte Oberfläche Phosh (kurz für Phone Shell) basiert weitgehend auf Technik aus Gnome 3 und GTK. Die Entwicklung von Phosh hat ursprünglich Purism für das Linux-Smartphone Librem 5 (Test) initiiert. Darüber hinaus heißt es von der Arbeitsgruppe auch, dass die alternative Oberfläche KDE Plasma Mobile ebenfalls als Paket bereitstehen soll und ein entsprechender Änderungsvorschlag folgen solle.
Klassische Linux-Distribution für das Smartphone
Die beteiligten Entwickler versprechen sich von der Änderung, dass es dadurch leichter wird, Tablets und Smartphones mitzunutzen. Außerdem könnte die Fedora-Community so mehr Menschen erreichen. Zwar gab es im vergangenen Jahrzehnt immer wieder Versuche der Smartphone-Unterstützung mit mehr oder weniger klassischen Linux-Distributionen, alle vor Ubuntu Phone und Jollas Sailfish OS.
Für die aktuelle Initiative rund um das Librem 5 sowie die Pinephones werden bisher jedoch meist speziell angepasste Community-Distributionen verwendet. Dazu zählt etwa PostmarketOS. Mit der nun geplanten Änderung durch Fedora würde wieder eine der klassischen und seit Jahrzehnten existierenden Linux-Distributionen offiziell aktuelle Linux-Smartphones unterstützen.