Phönix 2: Kompakte Zen-4c-Kerne stecken in SoC für Gaming-Handheld
AMDs Zen-4c-Kerne sind deutlich kleiner als ihre regulären Geschwister. Ein erstes Consumer-SoC scheint es bereits zu geben.
Entwickelt hat AMD die Zen-4c-Kerne, um für Hyperscaler möglichst viele Kerne pro Sockel anbieten zu können. Doch auch für Consumer-Hardware will AMD sie nutzen – verständlich, denn ein kleinerer Chip ist günstiger zu produzieren. Zuletzt gab es Gerüchte, dass der Hersteller bei den Ryzen-8000-CPUs damit einen ähnlichen Ansatz verfolgen will wie Intel mit seinen Performance- und Efficiency-Cores. Doch das erste SoC (System on Chip) scheint bereits fertig zu sein (via Tom's Hardware).
Es handelt sich um den Ryzen Z1, mit dem AMD einen für das Unternehmen ungewöhnlichen Weg zu gehen scheint: Angeboten wird er in zwei Varianten, als Z1 und Z1 Extreme, mit sechs und acht Kernen. Anders als von AMD gewohnt, handelt es sich beim Z1 aber offensichtlich nicht um einen teilaktivierten Z1 Extreme, sondern um ein eigenes Design. Das legt ein Foto nahe, das der Leaker HXL auf X teilte und auf dem ein abgeschliffenes Z1-Die zu sehen sein soll. Deutlich zu erkennen: Vier der sechs Kerne sind deutlich kleiner – es scheint sich um Zen-4c-Kerne zu handeln. Der Extreme hingegen verfügt über acht normale Zen-4-Kerne.
Auf der chinesischen Plattform Zhihu finden sich zudem Benchmarks, die von einem Z1 stammen sollen. Der Nutzer David Huang hatte laut eigenen Angaben Zugang zu einem Vorserienmodell eines Handhelds mit dem Prozessor. Seine Daten zeigen, dass die Zen-4c-Kerne auf einen Takt von 3,2 GHz begrenzt sind. Bei niedrigem Takt sollen sie zudem effizienter sein als die regulären Zen-4-Kerne, allerdings muss AMD, wenn die gezeigten Spannungskurven stimmen, bei den kompakten Kernen die Spannung früher anheben.
Kleiner fast ohne Abstriche
Anders als Intel bei seinen Efficiency-Kernen schränkt AMD den Funktionsumfang der Zen-4c-Kerne nicht ein. Sie beherrschen weiterhin SMT (Simultaneous Multithreading) und AVX-512, auch der L2-Cache ist gleich groß. Einziger Unterschied: Der deutlich geringere Turbo-Takt.
Dass ein Zen-4c-Kern dennoch rund 35 Prozent weniger Chipfläche benötigt, verdankt er seiner stärkeren Optimierung. Das führt zu deutlich weniger ungenutzter Siliziumfläche. Außerdem wird ein besonderer SRAM für den Cache benutzt, der mit weniger Transistoren auskommt. Der niedrigere Maximaltakt ermöglicht zudem längere Leiter, was Zwischenspeicher und somit weitere Transistoren einspart.
Die Sparmaßnahmen haben nach Einschätzung von David Huang kaum negative Auswirkungen: Das von ihm getestete Handheld betreibt das SoC standardmäßig mit 15 Watt, bei denen die normalen Zen-4-Kerne den höheren Takt kaum ausnutzen können – besonders, wenn auch die Grafikeinheit rechnet.
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Eine Optimierung auf geringen Flächenbedarf ist also gar keine Optimierung?
Danke für die Info :) Na dann kann es sich (leider) um das Rog Ally handeln, da sollte...