Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Phishingangriff: Signal-Account von Julia Klöckner gehackt

Klöckner bekleidet nicht nur das zweithöchste Staatsamt, sondern sitzt auch im CDU-Präsidium. Das Handy von Kanzler Merz wurde schon überprüft.
/ Friedhelm Greis
60 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Handy von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wurde offenbar gehackt (Archivfoto). (Bild: Adam Berry/AFP/Getty Images)
Das Handy von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wurde offenbar gehackt (Archivfoto). Bild: Adam Berry/AFP/Getty Images

Die CDU-Politikerin und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ist das Opfer eines Phishingangriffs geworden. Das berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) am 22. April 2026 unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen. Dabei sei das Signal-Konto Klöckners erfolgreich kompromittiert worden.

Der hochbrisante Vorgang habe die deutschen Sicherheitsbehörden in Alarmstimmung versetzt, hieß es weiter. Denn Klöckner hat nicht nur das zweithöchste Staatsamt inne, sie gehört auch dem CDU-Präsidium(öffnet im neuen Fenster) an. Dessen Mitglieder kommunizieren laut Spiegel offenbar ebenfalls über einen Gruppenchat von Signal. Auch der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz gehöre zur Chatgruppe.

Handy von Merz überprüft

Neben Klöckner sei mindestens ein CDU-Bundestagsabgeordneter Opfer des Phishingangriffs geworden, dieser sei ein Experte für Außen- und Sicherheitspolitik. Dem Bericht zufolge suchten Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) bereits Merz persönlich auf, um dessen Smartphone zu überprüfen. Die Untersuchung habe jedoch anders als bei Klöckner keine Auffälligkeiten ergeben. Eine CDU-Sprecherin habe auf Anfrage bestätigt, dass eine Chatgruppe mit Präsidiumsmitgliedern betroffen gewesen sei.

Schon vor einigen Wochen war bekanntgeworden, dass der frühere BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven Opfer eines Phishingangriffs auf Signal geworden war(öffnet im neuen Fenster). Der Spiegel berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass es mittlerweile mindestens 300 Betroffene in Deutschland gebe.

BSI und Verfassungsschutz warnen

Am Vortag soll der Verfassungsschutz die Fraktionsspitzen der im Bundestag vertretenen Parteien und die Parteigeschäftsstellen erneut eindringlich vor der andauernden Kampagne gewarnt haben. "Es ist davon auszugehen, dass so zahlreiche Signal-Gruppen im parlamentarischen Raum derzeit von den Angreifern nahezu unbemerkt ausgelesen werden", zitierte der Spiegel aus der 20-seitigen Warnung, die Tipps für "akute Gegenmaßnahmen" enthalte. "Dem BfV sind bereits zahlreiche hochrangige Betroffenheiten bekannt geworden", heiße es weiter in dem Schreiben. Angesichts der Art der Angriffe sei "jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen".

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte parallel zum Verfassungsschutz vor den Angriffen. Die Angreifer geben sich demnach häufig als "Signal Support" oder "Signal Security Team" aus. Sie versuchen, anvisierte Nutzer dazu zu verleiten, Verifizierungs- und PIN-Codes preiszugeben, womit sich ihre Signal-Konten kompromittieren lassen. Vergleichbare Angriffe wurden auch bei Whatsapp beobachtet. Angriffsziele sind vor allem hochrangige Personen aus den Bereichen Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalisten.


Relevante Themen