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Phishing: Mathematiker entdeckt zu kurze Schlüssel bei Google

Google und auch andere große Unternehmen nutzen zu kurze DKIM-Schlüssel, entdeckte der Mathematiker Zach Harris. Er schickte eine E-Mail an die beiden Google-Gründer mit der Adresse des jeweils anderen als Absender.
/ Jens Ihlenfeld
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Erhielt eine gefälschte E-Mail: Sergey Brin (Bild: Carlo Allegri/Reuters)
Erhielt eine gefälschte E-Mail: Sergey Brin Bild: Carlo Allegri/Reuters

Zach Harris erhielt eine E-Mail von Google mit einem Stellenangebot. Das war für ihn zwar nicht interessant, ihm fiel beim Prüfen der Header aber auf, dass Google einen recht kurzen DKIM-Schlüssel verwendet. Damit werden E-Mails signiert, um sicherzustellen, dass sie wirklich von der jeweiligen Domain stammen.

Da Googles Schlüssel aber nur 512 Bit lang war, habe Harris diesen leicht knacken und seinerseits damit E-Mails signieren können, berichtet Wired(öffnet im neuen Fenster) . Um auf das Problem aufmerksam zu machen, schickte er eine E-Mail an Google-Gründer Larry Page, gab als Absender die E-Mail-Adresse von Google-Gründer Sergey Brin an und umgekehrt.

Eine Antwort erhielt Harris zwar weder von Page noch von Brin, stellte aber fest, dass Google kurz darauf seine DKIM-Schlüssel austauschte. Diese haben nun eine Länge von 2.048 statt 512 Bit. Google bestätigte Wired die Änderung.

Allerdings ist Google nicht das einzige große Unternehmen, das zu kurze DKIM-Schlüssel verwendet, welche eigentlich mindestens 1.024 Bit lang sein sollten. Harris fand auch bei Paypal, Yahoo, Amazon, eBay, Apple, Dell, LinkedIn, Twitter, SBCGlobal, US Bank, HP, Match.com und HSBC zu kurze Schlüssel zwischen 348 und 768 Bit. Yahoo, eBay, Twitter und Amazon würden wie Google Schlüssel mit 512 Bit nutzen, Paypal, LinkedIn, US Bank und HSBC immerhin 768 Bit, so Harris zu Wired. Aber auch 768 Bit hält er für zu kurz, da sich die Schlüssel mit ausreichend Ressourcen knacken lassen.

Harris hatte die Unternehmen in den vergangenen Monaten informiert, viele haben daraufhin ihre Schlüssel angepasst. Demnächst will das CERT Coordination Center der Carnegie-Mellon-Universität ein entsprechendes Advisory veröffentlichen.


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