Phishing: Bösartige Google-Docs-Einladungen kopieren Kontakte

Wer heute eine Einladung für ein Google-Docs-Dokument bekommen hat, sollte dieser auf keinen Fall Folge leisten - denn es dürfte sich in den meisten Fällen um eine Phishing-Kampagne handeln. Wer klickt, gibt seine Kontakte frei und bekommt Scareware-Anzeigen. Die Macher scheinen vom Erfolg überrascht.

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Derzeit gibt es eine weit verbreitete Phishing-Kampagne mit angeblichen Google-Docs-Dokumenten.
Derzeit gibt es eine weit verbreitete Phishing-Kampagne mit angeblichen Google-Docs-Dokumenten. (Bild: Montage Golem.de)

Aktuell verbreitet sich eine Phishing-Kampagne rasant, die Nutzern per E-Mail Einladungen zu angeblichen Google-Docs-Dokumenten präsentiert. Zahlreiche Betroffene berichten in sozialen Medien, dass die Einladungen von persönlich bekannten Personen stammen und zumindest auf den ersten Blick auf eine glaubwürdig aussehende Domain verweisen.

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Ein Reddit-Nutzer schreibt: "Die URL war irgendwie verdächtig, aber sah trotzdem nach Google aus" ("somewhat suspicious, but still reasonably Google based"). Die Mails sind offenbar an die Adresse hhhhhhhhhhhhhhhh@mailinator.com adressiert, die eigentlichen Phishing-Empfänger sind dann im Bcc-Feld zu finden, wie Motherboard schreibt.

Klickt ein Nutzer auf den Link, wird er zu einer echten Account-Auswahl beziehungsweise einem Login-Fenster von Google weitergeleitet. Wenn Nutzer sich einloggen, werden sie aufgefordert, der angeblichen Google-Docs-App Zugriffsrechte auf andere Google-Dienste einzuräumen. Auf diese Art und Weise kann dann das Adressbuch eines Gmail-Kontos ausgelesen werden. Die Daten werden dann genutzt, um weitere Nutzer anzuschreiben.

Weiterleitung auf Scareware-Anzeigen

Nutzer werden nach Angaben des Sicherheitsforschers Collin Anderson auf Twitter außerdem auf Scareware-Werbeanzeigen weitergeleitet, die vor einer angeblichen Malware-Infektion des eigenen Rechners warnen. Die Angreifer haben aber offenbar nicht mit einem so großen Erfolg ihrer Aktion gerechnet - denn der Host ist trotz Schutz durch Cloudflare nicht mehr am Netz.

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Es gibt außerdem Berichte, dass Google Drive an mehreren Standorten gestört sei. Wir selbst konnten das nicht nachvollziehen, der NPR-Journalist Stephen Fowler weist allerdings auf die Outage-Map von Google Drive hin. In Europa werden derzeit Störungen im Süden von England und in den Benelux-Ländern gemeldet. Ein Zusammenhang zwischen der Kampagne und den Störungen ist derzeit nicht nachgewiesen.

Nachtrag vom 4. Mai 2017, 10:02 Uhr

Google hat nach eigenen Angaben mittlerweile auf die Kampagne reagiert: "Wir haben Maßnahmen ergriffen, um Nutzer gegen E-Mails zu schützen, die vorgeben, von Google Docs zu stammen", sagte eine Google-Sprecherin Threatpost. Die "Fake-Seiten" seien entfernt worden, das Abuse-Team soll die weitere Verbreitung eindämmen. Außerdem wurden die bekannten Indikatoren zu Googles Safe-Browsing-API hinzugefügt.

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