Phishing: Bahn schränkt Zahlungsmöglichkeiten nach Betrugsfällen ein

Betrüger nutzen das neue Rückgabesystem für Sparpreis-Tickets der Bahn aus. Diese schränkt nun die Zahlungsmöglichkeiten ein, möchte aber nicht vom Rückgabesystem abrücken.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die Bahn möchte ihr neues Rückgabesystem nicht aufs Abstellgleis befördern.
Die Bahn möchte ihr neues Rückgabesystem nicht aufs Abstellgleis befördern. (Bild: Fotoworkshop4You/CC0 1.0)

Seit kurzem können Bahnkunden Sparpreis-Tickets auf Bahn.de sowie im DB-Navigator nur noch per Sofortüberweisung oder Kreditkarte mit 3D-Secure-Passwort bezahlen. Die Möglichkeit per Lastschrift zu bezahlen, schließt die Bahn aus - und stößt damit ihre Kunden in der Vorweihnachtszeit vor den Kopf. Hintergrund ist eine Betrugsmasche, die allerdings nicht bei den Bezahlungsarten, sondern am neuen Retourensystem der Sparpreis-Tickets ansetzt.

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Bis Ende Juli fielen bei der Stornierung eines Sparpreis-Tickets 19 Euro Bearbeitungsgebühr an. Der Rest wurde zurückgezahlt - auf dem gleichen Wege, auf dem der Kunde gezahlt hatte. Den Restbetrag bekam man bei der Lastschrift also wieder auf sein Girokonto zurücküberwiesen. Seit dem 1. August fallen nur noch zehn Euro Bearbeitungsgebühr an, der Restbetrag wird allerdings als Stornogutschein ausgegeben, der für einen erneuten Ticketkauf verwendet werden kann. Der Stornogutschein ist ein siebenstelliger Code, der drei Jahre gültig ist und in Reisezentren und DB-Agenturen, am Automaten oder auf Bahn.de eingelöst werden kann.

Über Phishing-Mails verschafften sich die Betrüger Zugang zu den Konten von Bahnkunden. Anschließend kauften sie Sparpreis-Tickets, die sie postwendend stornierten. Die so ergaunerten Stornogutscheine verkauften sie anschließend weiter. Um die Herkunft der Gutscheine zu verschleiern, kauften die Täter damit teilweise auch neue Bahn-Tickets, stornierten diese erneut, um einen anderen Gutschein-Code über den Restwert zu erhalten.

Bahn möchte nichts ändern

Die Bahn warnt vor Phishing-Mails, die eine "notwendige Überprüfung Ihres Kontos auf bahn.de" einfordern oder ein Gewinnspiel für ein Jahresticket in der 1. Klasse anpreisen.

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Um wie viele Betrugsfälle es sich handelt, ist offen. "Stellen Kunden unberechtigte hohe Abbuchungen für Fahrkarten von ihrem Konto fest, dann sollten sie die Lastschrift durch ihre Bank widerrufen lassen und sich umgehend mit uns in Verbindung setzen", so die Bahn. Außerdem rät die Bahn zu einer Anzeige bei der Polizei.

Die ergaunerten Gutscheine sind laut einem Sprecher der Bahn "wertlos, da wir diese gesperrt haben". An dem im August eingeführten Verfahren der Storno-Rückzahlung will die Deutsche Bahn festhalten. Kunden in der Bahn-Community im Internet schlagen dagegen vor, wieder zur Rücküberweisung des Betrags auf das Konto zurückzukehren oder andere, sichere Verfahren zu wählen. Bei den Flexpreis-Tickets hat die Bahn das Retourensystem nicht geändert, hier wird nach wie vor der komplette Betrag auf das gewählte Zahlungsmittel zurücküberwiesen.

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