Phineas Fisher: 100.000 Dollar für antikapitalistische Firmen-Hacks

Was ist das Hacken einer Bank gegen die Gründung einer Bank? Dieses abgewandelte Brecht-Zitat scheint das Motto von Phineas Fisher zu sein. Mit dem erbeuteten Geld will er antikapitalistische Hacks anstiften.

Artikel veröffentlicht am ,
Mit viel Geld gegen ausbeuterische Firmen
Mit viel Geld gegen ausbeuterische Firmen (Bild: Pixabay)

Mit einem ungewöhnlichen Bug-Bounty-Programm will der Hacker Phineas Fisher Angriffe auf ausbeuterische Firmen anregen. In einem "hacktivistischen Bug-Bounty-Programm" verspricht er bis zu 100.000 US-Dollar für jeden erfolgreichen Angriff in Abhängigkeit vom öffentlichen Interesse und der Wirkung des Hacks sowie dem damit verbundenen Aufwand. Er wolle mit dem Geld niemanden reich machen, sondern lediglich ausreichende Mittel bereitstellen, damit Hacker ihren Lebensunterhalt in würdiger Weise mit guter Arbeit verdienen könnten, erklärt Fisher. Der Hacker war bekannt geworden, weil er in den vergangenen Jahren die Trojaner-Hersteller Gamma International und Hacking Team gehackt hatte.

Inhalt:
  1. Phineas Fisher: 100.000 Dollar für antikapitalistische Firmen-Hacks
  2. Aufruf zur internen Spionage

Die Ankündigung findet sich unter Punkt 14 in einer mehr als 9.000 Wörter langen spanischsprachigen Anleitung, in der Phineas Fisher den Hack der Offshore-Bank Cayman Bank and Trust Company vor fast vier Jahren beschreibt. Das kapitalismuskritische Manifest wurde ebenso wie zwei Terabyte an Daten auf der Domain Ddossecrets.com veröffentlicht.

Bank bestätigt Angriff

Die auf der Kanalinsel Isle of Man ansässige Bank bestätigte nach Angaben des IT-Portals Motherboard, von Hacking-Aktivitäten betroffen gewesen zu sein. Es seien jedoch keine Hinweise auf finanzielle Verluste gefunden worden, weder auf Seiten der Kunden noch auf Seiten der Bank. Motherboard hatte am 17. November 2019 zuerst über das Bug-Bounty-Programm berichtet.

Phineas Fisher räumt in dem Manifest ein, wegen der unzureichenden Vorbereitung illegaler Bankkonten (Bank Drops) damals "nur wenige Hunderttausend" erbeutet zu haben. Zusammen mit anderen Banken-Hackern könne es jedoch möglich sein, Hunderte Banken zu hacken, so wie es vor einigen Jahren durch das Schadprogramm Carnabak gelungen sei. Das Geld könne dann in "radikale soziale Projekte" fließen.

Neue Details zu Hacking-Team-Hack

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In Abwandlung eines chinesischen Sprichwortes verfolgt Fisher mit der Hacking-Anleitung das Ziel: "Gib einem Menschen einen Exploit und er kann sich einen Tag lang einen Zugang verschaffen. Lehre ihn phishen, und er wird sein ganzes Leben lang Zugang bekommen." Allerdings hackte er nach eigenen Angaben die Bank nicht mit ausgefeilten Phishing-Methoden, sondern gelangte mithilfe des Shellshock-Exploits in eine Firewall von Sonicwall.

Dieses Detail habe er in der 2016 veröffentlichten Anleitung des Hacking-Team-Hacks noch nicht genannt, weil Dell, seit 2012 Eigentümer von Sonicwall, den Bug nicht richtig gefixt gehabt habe, erklärte Fisher in seinem neuen Manifest. Daher sei damals der falsche Eindruck entstanden, dass es sich bei Phineas Fisher um einen (oder mehrere) Elite-Hacker handele, während er in Wirklichkeit nur eine einfache Sicherheitslücke ausgenutzt habe.

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Aufruf zur internen Spionage 
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bombinho 20. Nov 2019

Hui, steile These, ueblich ist eher, dass der Mitarbeiter dafuer ohne Bezahlung einen...

bombinho 20. Nov 2019

Ich gehe davon aus, dass eine klare und eineindeutige Zuordnung erfolgen konnte, da...

Lorphos 20. Nov 2019

sowas...

deisi 19. Nov 2019

Als Hacker ist man entweder oder. Beides ist sehr schwer und wird sich nur schwierig ein...

pitsch 19. Nov 2019

https://web.archive.org/web/20191117042957/https://data.ddosecrets.com/file/Sherwood...



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