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Teenager beim SMS-Schreiben in einem Restaurant in Manila
Teenager beim SMS-Schreiben in einem Restaurant in Manila (Bild: Romeo Gacad/AFP/Getty Images)

Mehr als ein Handy pro Einwohner

Gründe für die philippinische SMS-Verliebtheit gibt es viele. In dem Land mit gut 95 Millionen Einwohnern sind heute über 100 Millionen SIM-Karten registriert, also mehr als ein Handy pro Einwohner. Die auf Europäer eher extrovertiert wirkenden Filipinos beschreiben sich selbst häufig als schüchtern, der Kontakt per SMS ist vielen angenehmer als persönliche Anrufe. "Gleichzeitig müssen wir uns aber ständig mitteilen", sagt Lapus. "Wir diskutieren alles Mögliche. Shopping-Entscheidungen, das Mittagessen oder Verabredungen."

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Auf Sparsamkeit wird dabei kaum noch geachtet, die 160 Zeichen einer Kurzmitteilung werden nur selten ausgereizt. Denn das SMS-Schicken ist in den Philippinen so günstig, dass viele es sich leisten können. Mitte der 1990er Jahre liberalisierte die philippinische Regierung den Markt für Telekommunikation, seitdem haben sich mehrere private Anbieter gegründet und die Preiskämpfe beleben das Geschäft. Der Handyvertrag von Lapus kostet etwa 2.000 Philippinische Pesos (rund 33 Euro) im Monat, inklusive eines Kontingents von 250 SMS, 60 Gesprächsminuten und Internetnutzung. "Wenn ich das Limit überschreite, liegt es immer an den SMS, eher nicht an den Gesprächen", sagt Lapus. Zusätzlich gibt es Tageskontingente zu kaufen, ein Tag ohne SMS-Limit kostet etwa 20 Peso (33 Cent). Bei Prepaid-Tarifen kostete eine SMS bisher meist einen Peso, in Zukunft werden es nur noch 80 Centimos sein.

Handys sind günstig, Netzzugang dagegen rar

Das sind Preise, die sich auch viele jener Filipinos leisten können, die in Armut leben. Dieser Anteil macht nach wie vor rund ein Drittel der Bevölkerung aus, aber der Anschluss an die Mobilfunknetze ist nicht eines der größeren Probleme. Dagegen ist laut der International Telecommunications Union bisher nur rund ein Drittel der philippinischen Haushalte ans Internet angeschlossen, womit das Land noch unter dem südostasiatischen Durchschnitt liegt. Und Handys sind, im Vergleich zu einem Laptop oder Computer mit Internetanschluss, vergleichsweise günstig zu haben.

Auch so erklärt sich die Popularität von SMS. Denn bei der Mehrheit der philippinischen Mobiltelefone handelt es sich nicht um Smartphones. Die Dienste von Messaging-Anbietern wie Whatsapp, Line und anderen haben daher noch nicht die kritische Masse erreicht, um die SMS als Kommunikationsmedium altmodisch aussehen zu lassen. "An viele meiner Freunde und Kontakte muss ich SMS schreiben, weil es anders gar nicht geht", sagt Lapus. Und wenn man nicht genau wisse, wie modern das Handy des Kontaktpartners ist, sei die SMS der sichere Weg.

Aber allmählich könnte das SMS-Volumen auch in den Philippinen Anteile an neuere Technik verlieren. Für manchmal weniger als 1.500 Philippinische Pesos (rund 25 Euro) sind durch Anbieter wie Cherrymobile und Myphone mittlerweile einfache, aber internetfähige Smartphones erhältlich. Darüber freut sich auch Lapus, auch wenn sie längst auf ihrem Telefon im Netz surfen kann. "Wenn irgendwann meine Kontakte online sind, werde ich nie wieder mein Monatskontingent überschreiten müssen." Allerdings dürfte es bis dahin noch einige Jahre dauern.

 Philippinen: Wo die SMS-Weltmeister wohnen

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plutoniumsulfat 10. Jun 2014

frei != kostenlos

Eheran 10. Jun 2014

Stimmen denn die SMS-Preise? Wie können sie sich dann soetwas leisten? 1/500-stel meines...

gol 09. Jun 2014

Möchte nicht kleinlich sein - normaler welcher Leser weiss, dass Centimos die kleinere...

Anonymer Nutzer 08. Jun 2014

Es kann sich eigentlich nur um mindestens ne Stelle verschoben haben, aber ich bin immer...



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