Phicomm Passion im Hands On: Anständiges Full-HD-Smartphone mit 64-Bit-Prozessor
Der chinesische Hersteller Phicomm will sein Geschäft in Deutschland vorantreiben. Kurz vor der Ifa 2014 hat das Unternehmen sein neues Topsmartphone Passion vorgestellt, das auf der Elektronikmesse zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt worden ist.

Im Inneren des Passion arbeitet Qualcomms neuer Snapdragon-615-Prozessor, der auf 64-Bit-Architektur basiert und aus vier A57- und vier A53-Kernen besteht. Die Taktrate gibt Phicomm mit 1,6 GHz an. In HTCs neuem Desire 820 ist ebenfalls der Snapdragon 615 verbaut. Zusätzlich hat das Passion einen Hilfsprozessor, der ähnlich wie der von Huaweis Ascend Mate 7 Sensorendaten verarbeitet und so den Hauptprozessor entlastet.
Das Passion hat ein 5 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Der Bildschirm ist blickwinkelstabil, die Farben sind natürlich und die Schärfe ist gut. Der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher 32 GByte. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis 64 GByte ist eingebaut.
Android 4.4.4 und eigene Benutzeroberfläche
Das Passion wird mit Android in der Version 4.4.4 ausgeliefert, worauf Phicomm seine eigene Benutzeroberfläche installiert. Diese unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht sonderlich vom Standard-Android, die Icons sind allerdings bunter gestaltet. Zudem gibt es eine praktische Schnelleinstellungsleiste und zahlreiche Hilfsprogramme. Unter anderem stehen dem Nutzer eine Fitness-App, eine Beauty-Shot-App und weitere Apps zur Verfügung.
Das Betriebssystem läuft auf den uns gezeigten Modellen unterschiedlich gut: Bei einigen Modellen haben wir leichte Ruckler festgestellt, bei anderen konnten wir flüssig durch die Menüs und Startbildschirmseiten scrollen. Die ausgestellten Modelle sind offenbar noch Vorserienmodelle gewesen, worauf entsprechende Hinweise hindeuteten. Die App des eingebauten Barometers beispielsweise stürzte noch bei jedem Start ab. Die Qualität der Benutzeroberfläche muss demnach in einem späteren Test beurteilt werden.
13-Megapixel-Kamera und LTE
Auf der Rückseite hat Phicomm eine 13-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor eingebaut, die Frontkamera hat 5 Megapixel. Die Bildqualität ist auf den ersten Blick gut, Genaueres kann hier aber erst ein detaillierter Test zeigen. Die Kamera-App wurde unverändert von Stock-Android übernommen.
Das Passion unterstützt Quad-Band-GSM, UMTS und LTE sowie WLAN nach 802.11b/g/n, also nur auf der Frequenz 2,4 GHz. Nutzer können zwei SIM-Karten verwenden, wobei Phicomm auf das auch bei einigen Huawei-Geräten für den chinesischen Markt verwendete Konzept setzt: Anstelle der Micro-SD-Karte kann eine zweite SIM-Karte im Nanoformat eingesetzt werden. Bluetooth läuft in der Version 4.0, ein GPS-Empfänger und ein Schrittzähler sind eingebaut.
Das Gehäuse misst 139 x 69 mm und ist nur 7,2 mm dünn. Das Gewicht ist mit 110 Gramm sehr gering, dementsprechend gut liegt das Passion in der Hand. Die Rückseite ist aus mattem Kunststoff, der Rahmen aus Metall. Insgesamt fühlt sich das Smartphone sehr gut verarbeitet an. Der nicht ohne weiteres wechselbare Akku hat eine Nennladung von 2.300 mAh, Angaben zur Akkulaufzeit macht Phicomm nicht.
Fazit
Das Phicomm Passion macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Die Verarbeitung ist gut, das Display scharf und farblich ausgewogen. Mit dem Snapdragon 615 verbaut Phicomm zudem einen aktuellen und leistungsfähigen 64-Bit-Prozessor.
Die Benutzeroberfläche wirkt aufgeräumt, zur Systemgeschwindigkeit lassen sich anhand der uns gezeigten Modelle noch keine genauen Aussagen treffen. Bei der gebotenen Ausstattung ist der von Phicomm anvisierte Preis von 400 Euro angemessen. Das Smartphone soll Ende Oktober 2014 in Deutschland auf den Markt kommen.



