Phantom Eye: Boeings Wasserstoffdrohne hebt ab

Boeings Drohne Phantom Eye hat ihren Erstflug absolviert. Der verlief erfolgversprechend, aber nicht reibungslos - bei der Landung nahm das mit Wasserstoff angetriebene unbemannte Fluggerät Schaden.

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Phantom Eye kurz nach dem Abheben: größere Höhe beim nächsten Test
Phantom Eye kurz nach dem Abheben: größere Höhe beim nächsten Test (Bild: Boeing)

Boeings Drohne Phantom Eye hat ihren Jungfernflug absolviert: Am 1. Juni 2012 sei das unbemannte Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) erstmals von der US-Luftwaffenbasis Edwards im US-Bundesstaat Kalifornien aus gestartet, hat das US-Luftfahrtunternehmen mitgeteilt.

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Der erste Flug der Drohne dauerte nur 28 Minuten. In der Zeit stieg die Phantom Eye bis auf eine Höhe von knapp 1.250 Metern auf. Die Reisegeschwindigkeit betrug 62 Knoten, knapp 115 Kilometer pro Stunde.

Motoren verbrennen Wasserstoff

Die Drohne mit dem bauchigen Rumpf wird von zwei großen Propellern angetrieben. Als Treibstoff für die Motoren dient aber kein fossiler Brennstoff, sondern Wasserstoff. Der allerdings versorgt keine Brennstoffzelle, die Elektromotoren mit Strom beliefert - die Motoren sind Verbrennungsmotoren. Jeder von ihnen hat vier Zylinder und einen Hubraum von 2,3 Litern und leistet 150 PS. Die vom US-Hersteller Ford gebauten Motoren wurden modifiziert, damit sie mit Wasserstoff betrieben werden können.

  • Die Drohne Phantom Eye bei ihrem Erstflug am 1. Juni 2012 (Foto: Boeing)
  • Das mit Wasserstoff betriebene UAV ist für mehrere Tage dauernde Aufklärungs- und Überwachungsmissionen in großer Höhe gedacht. (Foto: Boeing)
  • Test mit dem Fahrgestell am Boden im März 2012 (Foto: Boeing)
Die Drohne Phantom Eye bei ihrem Erstflug am 1. Juni 2012 (Foto: Boeing)

Anders als bei den meisten Flugzeugen sind beim Phantom Eye die beiden Treibstofftanks nicht in den Tragflächen, sondern im Rumpf untergebracht. Darin ist Wasserstoff in flüssiger Form gespeichert. Um ihn verbrennen zu können, muss er in den gasförmigen Aggregatzustand überführt werden. Über mehrere Wärmetauscher wird er etwa auf Zimmertemperatur erwärmt und dann in die Motoren geleitet.

Langzeiteinsatz in großer Höhe

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Die vom Boeing-Unternehmenszweig Phantom Works entwickelte Drohne ist konzipiert für autonome Langzeiteinsätze in großer Höhe (High Altitude, Long Endurance, Hale), etwa als fliegende Kommunikationsstation oder für Aufklärungs- und Überwachungsmissionen. Das UAV soll vier Tage lang in einer Höhe von 20 Kilometern kreisen. Dabei soll die Drohne gut 200 Kilogramm Nutzlast an Bord haben. Die Geschwindigkeit soll 150 Knoten, knapp 278 Kilometer pro Stunde betragen.

Vorgestellt hat Boeing Phantom Eye schon 2010. Die Entwicklung hat sich dann aber länger als geplant hingezogen: Der Erstflug war schon für 2011 geplant. Stattdessen gab es im März einen ersten Rolltest mit dem Fahrgestell - die Phantom Eye verfügt nicht über ein Fahrwerk im eigentlichen Sinn. Sie wird zum Start auf ein Gestell mit vier Rädern gelegt.

Landung mit Schaden

Für die Landung ist sie mit einem Bugrad und einer Kufe unter dem Rumpf ausgestattet. Dieses System scheint noch verbesserungswürdig: Bei der Landung soll sich dieses Fahrwerk in den Boden gegraben haben. Dadurch soll einiger Schaden an dem Fluggerät entstanden sein.

Drew Mallow, Leiter des Phantom-Eye-Programms, war dennoch zufrieden. "Dieser Flug zeigte Handhabung und Manövrierfähigkeit von Phantom Eye", resümiert er. Als Nächstes gelte es, die Daten auszuwerten und den nächsten Testflug vorzubereiten. Dann soll der Prototyp auch weiter aufsteigen. Einen Termin für den Flug hat Boeing nicht genannt.

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