Bitcoin basiert auf Naturwissenschaften - und die sind berechenbarer als Politik

Innerhalb der Bitcoin-Community beobachtet man die Preisentwicklung zwar mit Neugier und Freude, aber auch mit Gelassenheit. Das zeigen eine Vielzahl von populären Memes: Etwa das trocken-nüchterne Orange coin good. Number go up.

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Oder das beliebte Money Printer Go Brrr. Es spielt auf das Geräusch der aufdrehenden Druckerpressen an, wenn Regierungen und Zentralbanken für dieses oder jenes Hilfsprogramm mal wieder den Markt mit frischem, auf Knopfdruck erzeugtem Geld fluten - ein politisches Inflationsprogramm, das bei Bitcoin mit seinem tief im Code verankerten Limit von 21 Millionen Einheiten undenkbar ist und das digitale Geld für Anleger zunehmend interessant werden lässt.

Immerhin ist es die einzige Anlageklasse, die im Kern allein auf den Grundlagen von Physik und Mathematik beruht und deren Zukunft daher exakt berechenbar ist. Bei Bitcoin werden nämlich Arbeit beziehungsweise Energie in Wert umgewandelt und Mathematik, Kryptographie und Algorithmen stellen sicher, dass die Geldmenge plan- und berechenbar wächst und nicht durch politische Maßnahmen (Staatswährungen) oder das zufällige Entdecken neuer, ertragreicher Vorkommen (Gold) unvorhersehbar beeinflusst werden kann.

Das ist attraktiv für Unternehmen auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten in einer anhaltenden Phase politischer und ökonomischer Unsicherheit und unter der Last von Nullzinsen. Seit einiger Zeit legen daher immer mehr Firmen einen Teil ihres Vermögens in digitalem Geld an. Von mehr als 800.000 Bitcoins, also bereits gut vier Prozent aller rechnerisch verfügbaren Bitcoins (was knapp 21 Millionen sind), ist bekannt, dass sie sich mittlerweile im Besitz von Unternehmen befinden. Von den 21 Millionen wiederum sind bisher gut 18,5 Millionen gemined worden.

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Ein Grund für das wachsende Vertrauen von institutionellen Akteuren ist aber auch die zunehmende Reife und Verlässlichkeit von Bitcoin selbst. Während es erst vor wenigen Wochen zu einem elfstündigen Komplettausfall des Zahlungssystems der europäischen Zentralbanken gekommen ist, bei dem zudem auch noch sämtliche automatischen Sicherungssysteme versagten, läuft Bitcoin seit Jahren beständig und praktisch ausfallfrei. Für ein Open-Source-Projekt, das Geld im Wert mehrerer hundert Milliarden offen im Netz verwaltet, während es gleichzeitig letztlich nur von Freiwilligen betrieben wird, ist das nicht schlecht.

Bauen, Coden, Machen

Wobei man die Arbeit nicht unterschätzen darf, die seit Jahren permanent in Bitcoin gesteckt wird und die dazu führt, dass das Projekt beständig weiterentwickelt und verbessert wird. Allein die Referenz-Software Bitcoin Core hat seit dem letzten Preis-Boom 15 kleinere und größere Updates erfahren. Ein weiteres, an dem die Community lange und intensiv gearbeitet hat und das die Funktionalität und Effizienz von Bitcoin noch einmal signifikant erhöhen könnte, steht kurz vor der Implementierung.

Darüber hinaus ist in den letzten Jahren mit dem Lightning-Netzwerk eine auf Bitcoin basierende Zahlungsinfrastruktur entstanden, die das schnelle, sichere und effiziente Bezahlen mit Bitcoin im Netz ermöglicht, ohne dabei jedoch die in ihrer Kapazität und Leistungsfähigkeit limitierte Blockchain, das eigentliche Bitcoin-Kassenbuch, zu überlasten.

Der Bitcoin-Standard: Die dezentrale Alternative zum Zentralbankensystem

Statt drei bis sieben Transaktionen pro Sekunde kann man Bitcoins nun auch über kryptographisch mit der Blockchain verbundene Zahlungskanäle schicken. Jeder Zahlungskanal kann dabei Entwicklern zufolge rein rechnerisch bis zu 500 Transaktionen pro Sekunde abwickeln. Eine beachtliche Steigerung. Immerhin besteht das Lightning-Netzwerk schon jetzt aus mehr als 35.000 dieser Kanäle.

Doch das ist nur ein Beispiel, wie Stück für Stück die Probleme und Kinderkrankheiten von Bitcoin adressiert und angegangen werden. Selbst für den immensen Energieverbrauch des Netzwerks, einen der am häufigsten geäußerten Kritikpunkte an Bitcoin, wird nach neuen Lösungen gesucht.

Und auch die Nutzerbasis von Bitcoin ist gewachsen. Auf mehr als 100 Millionen weltweit schätzten Forscher der Universität Cambridge die Zahl der Besitzer von Krypto-Werten in einer im September dieses Jahres erschienenen Studie.

Auch sie profitieren nicht nur von einem beständig gewachsenen Ökosystem, sondern auch von technischen Fortschritten, die sich zum Beispiel in immer besseren, sicheren und nutzerfreundlicheren Wallets zeigen und den Umgang mit dem digitalen Geld auch für technische Laien erleichtern.

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 Phänomen Bitcoin: Außen Hype, innen gereiftDie weiteren Aussichten für Bitcoin sind gut 
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Yolanda 05. Jun 2021

Gut, dass sich hier wenigstens zwei Leute (du und @Unwichtig) auskennen. Der Rest von...

lukas 28. Dez 2020

Von der ursprünglichen Vision hinter Bitcoin ist leider nicht mehr viel übrig geblieben...

ASK_THE_RIGHT_Q... 22. Dez 2020

Interessant, danke! Finde leider auch nicht viele Infos dazu..

E0XIT 21. Dez 2020

Ich bin mir sicher, dass der Bitcoin sehr viel höher in den nächsten Jahren expandieren...



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