Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im EU-Parlament?

Wie hält es das Europäische Parlament mit dem sicheren Mailen? Immerhin haben die Europaabgeordneten als Reaktion auf die Snowden-Veröffentlichungen in einer Stellungnahme (PDF) gefordert, insbesondere die EU und ihre Mitgliedstaaten müssten "die globale Nutzung und Entwicklung offener Standards sowie freier, quelloffener Software und entsprechender Verschlüsselungstechnologien" fördern. Die Europaabgeordneten verlangen darin außerdem "die Einführung von Standards für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Selbstverständlichkeit bei allen Kommunikationsdiensten, damit es Regierungen, Nachrichtendiensten und Überwachungsorganen erschwert wird, Inhalte mitzulesen".

Stellenmarkt
  1. Software- / Webentwickler (w/m/d)
    Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Nürnberg
  2. IT-Supporter (m/f/d)
    GCP - Grand City Property, Berlin
Detailsuche

Nachfrage bei einem, der es wissen müsste: Ralf Bendrath ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des grünen Europaabgeordneten Jan Philipp Albrecht. Albrecht war Berichterstatter für die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU, und Bendrath hat maßgeblich daran mitgeschrieben. E-Mail-Verschlüsselung?

OpenPGP steht nicht zur Verfügung

"Das ist schnell erzählt: Gibt es nicht", sagt uns Bendrath. Auch die Abgeordneten des Europäischen Parlaments arbeiten auf Rechnern mit Windows 7 und Microsoft Outlook. Das Nachinstallieren eigener Programme ist ihnen nicht gestattet, die Verwendung von OpenPGP-Software wie "gpg4o" oder gar Gpg4win lehne die IT-Abteilung des Parlaments (DG ITEC) auch auf wiederholte Nachfrage ab.

Die Abgeordneten könnten sich OpenPGP höchstens auf ihren privaten Geräten installieren und E-Mails dann über IMAP und SMTP empfangen und versenden. Diese Lösung scheint aber nicht überall zu funktionieren. Andere Abgeordnetenbüros berichten uns übereinstimmend, dass der Zugang über IMAP und SMTP für viele E-Mail-Konten nicht mehr zur Verfügung stehe. DG ITEC plane demnach, mittelfristig den externen Zugriff auf die E-Mail-Postfächer ganz abzuschalten - aus Sicherheitsgründen. Offen stünde dann nur noch der Zugang über Microsofts proprietären Exchange Server.

Golem Karrierewelt
  1. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.09.2022, virtuell
  2. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    07./08.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die E-Mail-Verschlüsselung über private Geräte scheint im Europäischen Parlament so auch kaum genutzt zu werden. Eine schnelle Abfrage auf bekannten PGP-Keyservern ergibt nur eine Handvoll Schlüssel für E-Mail-Adressen der Parlamentsdomains @europarl.europa.eu und @ep.europa.eu. Neben Albrecht von den Grünen sind dies nur die Büros der Abgeordneten Julia Reda (Piraten) und Thomas Händel (Die Linke). Sozialdemokraten oder Konservative? Fehlanzeige.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 PGP im Parlament: Warum mein Abgeordneter keine PGP-Mail öffnen kannPilotprojekt für S/MIME läuft, Zukunft ungewiss 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Screeny 09. Mai 2016

Stimmt schon, bringt bloß nichts, da die CA-Stelle im Active Directory nicht als...

Winchester 07. Mai 2016

Genau das machen E-Mail Programme in denen PGP/GPG bzw. S/MIME vernünftig implementiert...

ikhaya 07. Mai 2016

Ich sehe da keinen Unterschied zu Signaturen epischer Länge und angehängten Logos und...

ikhaya 05. Mai 2016

Wie denn? Passwortgeschützte Zip-Archive sind dafür auch nicht praktikabel. Große...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Filmdokumentation An Impossible Project
Ein moderner Don Quijote

Wünschen sich die Menschen im digitalen Zeitalter eine Rückkehr zum Analogen? Die Doku An Impossible Project geht dieser Frage nach.
Von Peter Osteried

Filmdokumentation An Impossible Project: Ein moderner Don Quijote
Artikel
  1. Übernahme: Broadcom kauft VMware für 61 Milliarden US-Dollar
    Übernahme
    Broadcom kauft VMware für 61 Milliarden US-Dollar

    Der Preis für den Kauf von VMware durch Broadcom liegt nochmal deutlich über ersten Schätzungen.

  2. Ukrainekrieg: Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert
    Ukrainekrieg
    Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert

    Eine Switchblade-Drohne hat offenbar einen russischen Panzer getroffen. Dessen Besatzung soll sich auf dem Turm mit Alkohol vergnügt haben.

  3. Heimnetze: Die Masche mit dem Nachbarn
    Heimnetze
    Die Masche mit dem Nachbarn

    Heimnetze sind Inseln mit einer schmalen und einsamen Anbindung zum Internet. Warum eine Öffnung dieser strengen Isolation sinnvoll ist.
    Von Jochen Demmer

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RTX 3080 12GB günstig wie nie: 1.024€ • MSI Gaming-Monitor 32" 4K UHD günstig wie nie: 999€ • Nur noch heute: Cyber Week mit tollen Rabatten • Mindstar (u. a. AMD Ryzen 5 5600 179€, Palit RTX 3070 GamingPro 669€) • Days of Play (u. a. PS5-Controller 49,99€) [Werbung]
    •  /