Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Petzval: 170 Jahre altes Objektiv für Digitalkameras bestellbar

Der ungarische Mathematiker und Ingenieur József Petzvál hatte 1840 das Porträtobjektiv 85mm f/2,2 entwickelt und auf den Markt gebracht. Durch ein Kickstarter-Projekt wurde es nun nachgebaut und kann ganz regulär gekauft werden.
/ Andreas Donath
79 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Petzval-Objektiv (Bild: Lomography)
Petzval-Objektiv Bild: Lomography

Lomography hat angekündigt, dass jeder das Petzval-Objektiv(öffnet im neuen Fenster) , dessen Nachbau über Kickstarter(öffnet im neuen Fenster) finanziert wurde, nun von jedermann vorbestellt werden kann. Es ist mit Anschlüssen für Nikon und Canon erhältlich.

Petzval-Objektiv jetzt erhältlich
Petzval-Objektiv jetzt erhältlich (04:06)

Der aus Messing hergestellte Tubus bietet die Möglichkeit, Blendenscheiben in den Lichtgang einzusetzen, denn eine Irisblende war zu damaligen Zeiten noch unbekannt. Die Optik wurde mit aktuellen Techniken hergestellt und soll weniger Verzeichnungen, chromatische Aberrationen und Randabschattungen aufweisen als das Original. Dennoch ist der Bildeindruck markant: Das Bokeh sieht kreisförmig verzerrt aus. Das rückt die Person im Vordergrund noch mehr in den Mittelpunkt des Betrachters.

Auf der Lomography-Seite sind zahlreiche Beispielbilder(öffnet im neuen Fenster) zu sehen, die teilweise mit alten Petzval-Objektiven und dem Prototyp des neuen Modells an analogen und digitalen Spiegelreflexkameras gemacht wurden.

Die Naheinstellgrenze liegt bei einem Meter und der Blickwinkel bei 30 Grad. Ein paar Zugeständnisse haben die Entwickler gemacht. An die Vorderseite passt ein 58-mm-Filter und die Linsenelemente sind beschichtet, um Geisterbilder durch Reflexionen zu verhindern. Gebaut wird die Neuauflage von Zenith.

Das Objektiv ist über die Lomography-Website vorbestellbar(öffnet im neuen Fenster) und kostet rund 600 US-Dollar beziehungsweise 650 Euro in Schwarz. Darüber hinaus gibt es das messingfarbene Modell für 550 Euro. In beiden Paketen sind zahlreiche Blenden, ein Reinigungstuch, ein Fotoband über den Erfinder und ein Transport-Etui enthalten.

Wer das Projekt über Kickstarter(öffnet im neuen Fenster) finanzierte, musste nur 480 US-Dollar (350 Euro) bezahlen, wobei hier noch die Einfuhrumsatzsteuer fehlt. Das Projekt war außerordentlich erfolgreich: Statt 100.000 US-Dollar kamen insgesamt knapp 1,4 Millionen US-Dollar zusammen. An die Unterstützer wurden mittlerweile nach Angaben des Herstellers 500 Objektive ausgeliefert.


Relevante Themen