Petition: "Apple, scan unsere Telefone nicht"

Die Bürgerrechtsorganisation EFF sammelt Unterschriften gegen zwei für iOS 15 geplante Funktionen. Diese seien eine Gefahr.

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Vielleicht überdenkt Apple die Einführung der Funktionen noch einmal...
Vielleicht überdenkt Apple die Einführung der Funktionen noch einmal... (Bild: EFF)

Apple habe sein ehemals berühmtes Engagement für Sicherheit und Privatsphäre aufgegeben, schreibt die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) in einer Petition, die sich gegen zwei für iOS 15 geplante Kindersicherheits-Funktionen richtet. Diese seien eine Gefahr für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, schreibt die EFF und fordert die Nutzer auf, ihre Stimme zu erheben und die Petition zu unterzeichnen.

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Nach Apples umstrittenen Plänen sollen ab iOS respektive iPadOS 15 Fotos vor dem Upload in die iCloud auf den iPhones oder iPads auf kinderpornografische Inhalte geprüft werden. Ebenfalls zum Schutz der Kinder soll iMessage in Zukunft Nacktfotos erkennen können und die betroffenen Kinder vor dem Betrachten der Fotos warnen. Obendrein sollen auch die Eltern eine entsprechende Nachricht erhalten.

"Das ständige Scannen von Bildern macht Kinder nicht sicherer, sondern kann sie sogar noch mehr in Gefahr bringen", heißt es in dem Text der Petition. "Die Installation der Foto-Scan-Software auf unseren Telefonen wird Regierungen auf der ganzen Welt dazu anspornen, noch mehr Überwachungs- und Zensurmöglichkeiten zu fordern, als sie bereits haben." In der Konsequenz wird Apple dazu aufgefordert, die Systeme zu überdenken.

Apple verteidigt Foto-Scan gegen massive Kritik

Neben der EFF kritisieren auch Journalistenverbände, Apple-Angestellte und bekannte Persönlichkeiten die geplante Funktion. Dabei geht es vor allem um die mögliche Ausweitung des Scans auf andere Inhalte. "Werden dann irgendwann per Algorithmus Bilder oder Videos von Regimegegnern überprüft oder Nutzerdaten?", sagte Frank Überall, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV).

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"Alle Journalisten haben vertrauliche Inhalte auf ihren Smartphones", sagte die ehemalige USA-Korrespondentin Priscilla Imboden von der Schweizer Mediengewerkschaft SSM, "es kann nicht sein, dass hier ein amerikanisches Privatunternehmen über die Zulässigkeit von Inhalten urteilen und diese auch noch einsehen und weiterleiten will." Investigative Recherchen wären damit massiv erschwert.

"Egal, wie gut es gemeint ist, Apple erlaubt damit Massenüberwachung auf der ganzen Welt", erklärte etwa der Whistleblower Edward Snowden.

Apple iPhone 12 Pro Max (128 GB) - Silber

Der iPhone-Hersteller verteidigte die neue Funktion und kündigte an, jegliche Versuche von Regierungen, die das Verfahren für die Suche nach anderen Inhalten nutzen wollten, abzuweisen. In einer Stellungnahme spielte das Unternehmen auf Forderungen des FBI an, die von Apple eine Abschwächung der Geräteverschlüsselung forderten.

Allerdings hat es Apple unterlassen, die iCloud so zu verschlüsseln, dass nur noch die Nutzer selbst auf ihre Daten und Backups zugreifen können. Eine entsprechende Funktion war zwar geplant, wurde jedoch nie umgesetzt, um einem Konflikt mit dem FBI aus dem Weg zu gehen. So kann Apple und damit auch das FBI auf nahezu alle Daten der iPhones zugreifen, sofern sie mit der iCloud synchronisiert werden.

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