Peter Hutterer: Das X.org-Projekt darf nicht sterben

In der Diskussion um die Erhaltung der Domain forderten einige Kommentatoren, das X.org-Projekt zu beenden. Das verkenne aber den Wert der Community und hätte starke Nebenwirkungen, schreibt ein Red-Hat-Entwickler.

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Peter Hutterer plädiert dafür, das X.org-Projekt zu erhalten.
Peter Hutterer plädiert dafür, das X.org-Projekt zu erhalten. (Bild: X.org)

Der drohende Verlust der Domain X.org konnte nach anfänglichen Problemen doch noch abgewendet werden. In der Diskussion über das Thema forderten allerdings einige Kommentatoren, das X.org-Projekt "sterben zu lassen" oder es "zu beerdigen", auch im Golem.de-Forum. Wie der Red-Hat-Entwickler Peter Hutterer in seinem Blog nun schreibt, werden dabei aber die Aufgaben des Projekts völlig verkannt und damit auch die möglichen Auswirkungen.

Zwar referiere X.org auf das inzwischen fast 30 Jahre alte X-Fenstersystem samt X-Server und dazugehörigen Treibern. Die Entwicklergemeinschaft beherberge mittlerweile aber deutlich mehr als nur die X11-Software. Zu den weiteren Projekten "unter dem Schirm" gehören Mesa, der Direct Rendering Manager (DRM) und nicht zuletzt der designierte X11-Nachfolger Wayland.

Jeder, der ein Linux- oder BSD-System mit einer grafischen Oberfläche nutze, verwende demzufolge Bestandteile aus dem X.org-Projekt, schreibt Hutterer. Ein gutes Beispiel dafür ist die von Hutterer selbst betreute einheitliche Eingabebibliothek Libinput, die sowohl in X11, Wayland als auch in Ubuntus Mir verwendet wird und als Teil des X.org-Projekts betrachtet werden muss.

Projekt und Verein müssen erhalten bleiben

Der gemeinnützige Verein mit dem Namen X.org hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Entwicklung der Software, dient aber der Finanzierung des jährlichen Entwicklertreffens, der X.org Developer's Conference (XDC). Ebenso wird darüber die Teilnahme an Googles Summer of Code organisiert.

Ein Ende des technischen Projekts würde also nicht nur die Einstellung der Entwicklung von X11 bedeuten. Es hätte auch gravierende Folgen für die Weiterentwicklung von neuen Techniken wie etwa Wayland. Darüber hinaus würde die Community mit einem Ende des Vereins ihre einzige Organisationsstruktur verlieren. Das wiederum dürfte die Weiterentwicklung der Software wohl deutlich erschweren.

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