Petal: Meta und Orange bauen leistungsstärkstes Seekabel
Meta hat das transatlantische Seekabel Petal angekündigt, das als erstes Glasfasertiefseekabel der Welt eine Übertragungskapazität im Petabit-Bereich erreichen soll. Der Netzbetreiber Orange übernimmt die landseitige Infrastruktur an der französischen Atlantikküste und die Anbindung des Kabels an das europäische Festnetz.
Petal wird von NEC aus Japan als Generalunternehmer errichtet, die neuartige 2-Kern-Glasfaser (2C Z-PLUS ULL Fiber) kommt von Sumitomo Electric Industries und damit ebenfalls aus Japan.
Meta finanziert das 7.000-Kilometer-Projekt als Hauptinvestor, steuert die Architektur und entwickelt die technologischen Spezifikationen gemeinsam mit den Partnern.
"Die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant. Petal wird das erste Seekabelsystem sein, das Multicore-Fasertechnologie in großem Umfang einsetzt und die Kapazität pro Faser verdoppelt, ohne dass der Stromverbrauch oder die physische Infrastruktur proportional vergrößert werden müssen", erklärte Meta am 21. September 2026(öffnet im neuen Fenster).
Single-Core hat ausgedient
Bisherige Seekabel nutzen Fasern mit nur einem Glaskern (Single-Core). Um mehr Daten durch ein Kabel zu schicken, wurde bisher die Anzahl der Faserpaare im Kabel von 8 über 16 bis auf 24 erhöht.
Doch die Erweiterung der Stärke des Kabels und der Stromversorgung der Verstärker hat Grenzen. Statt das Seekabel noch dicker zu machen oder ein zweites Kabel zu verlegen, nutzt Meta Fasern mit zwei optischen Kernen mit dem gleichen Standarddurchmesser.
Das System setzt 24 Faserpaare mit jeweils 2 Kernen ein, was der Leistung von 48 herkömmlichen Faserpaaren entspricht.
NEC nutzt eine Fifo-Schnittstelle
Wenn zwei Kerne direkt nebeneinander im selben Glasstrang liegen, können sich die Lichtsignale gegenseitig durch Crosstalk stören. Sumitomo löst dies durch eine spezielle Brechungsindex-Struktur und indem die Lichtsignale in den beiden Kernen in entgegengesetzte Richtungen gesendet werden, was Counter-Propagation genannt wird.
Rund alle 70 km braucht ein Unterseekabel Repeater. Da Mehrkern-Verstärker extrem komplex wären, nutzt NEC eine sogenannte Fifo-Schnittstelle (Fan-In/Fan-Out): Vor dem Verstärker wird das Signal der 2-Kern-Faser auf zwei separate Fasern aufgeteilt, einzeln verstärkt und danach wieder in einer 2-Kern-Faser zusammengeführt.
Das System verdoppelt die Kapazität, ohne die elektrische Spannung über das Limit von 18 Kilovolt zu heben, und bleibt damit kompatibel.
Meta betreibt KI-Modelle und Social-Plattformen wie Facebook, Instagram, Whatsapp und Threads mit einem gigantischen Bedarf für die Kapazität der Datenübertragung. Mit Petal sichert sich der US-Konzern langfristig die dafür notwendige Infrastruktur, statt Kapazitäten bei Telco-Betreibern mieten zu müssen.
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