PES 2020 im Test: Perfektes Rasenschach - trotz alter Probleme

Neue Partner-Clubs, erweiterte Online-Funktionen und aufgewertete Spielbarkeit: Konami will mit PES 2020 dem Rivalen Fifa 20 die Stirn bieten. Doch im Test aller Spieloptionen bringen bekannte Schwächen das Spiel ins Wanken.

Ein Test von Olaf Bleich und Benedikt Plass-Fleßenkämper veröffentlicht am
eFootball PES 2020
eFootball PES 2020 (Bild: Konami)

Es ist Jahr für für Jahr das gleiche Duell: EA Sports tritt mit einem neuen Fifa gegen einen frischen Ableger von Konamis Pro Evolution Soccer an. Im Vorjahr setzte sich Fifa 19 mit dickem Lizenzpaket und dem gelungenen Finale des Journey-Modus knapp gegen PES 2019 durch. Mit eFootball PES 2020, wie das Spiel mit vollem Namen heißt, greift Konami nun neu an - frische Namen und einige Schüsse in Richtung der Konkurrenz inklusive.

Inhalt:
  1. PES 2020 im Test: Perfektes Rasenschach - trotz alter Probleme
  2. Lizenzprobleme und gewohnte Modus-Vielfalt
  3. Fazit

Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung erregte die Verpflichtung neuer Partner-Clubs wie dem FC Bayern München oder Juventus Turin Aufsehen. Dass ein Cristiano Ronaldo nun in Fifa 20 das Trikot von Piemonte Calcio überstreift, dürfte die Konami-Chefetage durchaus als Coup gefeiert haben.

Doch fernab der Lizenzkabbeleien gilt es nun für PES 2020 und Fifa 20, die Kundschaft zu überzeugen. Wie schon 2018 legt Konami auch diesmal vor: PES 2020 erschien am 10. September 2019 für Windows-PC, Playstation 4 und Xbox One; Fifa 20 zieht erst am 27. September nach. Doch wer in diesem Jahr eine Revolution gegen das übermächtige Fifa 20 erwartete, der wird enttäuscht.

Auf dem Platz der König

Konami setzt in seiner Fußballsimulation auf dezente Verbesserungen. Bereits nach wenigen Sekunden auf dem Rasen fallen uns das spürbar gedrosselte Spieltempo sowie die neue Kameraperspektive auf. Beide Anpassungen resultieren in mehr Übersicht und damit einem geordneteren Spielverlauf. In PES 2020 dreht sich auf dem Platz alles um Kontrolle und Nachvollziehbarkeit.

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Dribblings fühlen sich im Vergleich zum Vorgänger direkter an, Pässe erfordern ein ordentliches Maß an Präzision. Halten wir zu fest drauf, befördern wir das Leder ein ums andere Mal unfreiwillig ins Aus. Die weiterhin stark agierenden Computer-Mitspieler bieten sich meistens ausgezeichnet für Zuspiele an, reagieren aber stärker auf unsere taktischen Vorgaben. Das zeigt sich gerade im Offline-Spiel: Die virtuellen Trainer passen Strategie und Aufstellung immer wieder an. Das sorgt für Abwechslung und macht Wechsel der eigenen Ausrichtung ebenfalls notwendig.

Fußballlehrer haben daher ihre helle Freude an dem virtuellen Kick. Konami entschärft in der Offensive beispielsweise die hohen Pässe, stärkt aber Flügelspiel und Kopfbälle. Selbstläufer sind solche Aktionen trotzdem nicht: Abwehrspieler kontern mit körperlicher Robustheit und der Möglichkeit, absichtliche Fouls auszuüben. Das Gleichgewicht stimmt in diesem Fall.

Auf dem Rasen dominiert PES 2020 daher weiterhin und überzeugt uns als ebenso gut aussehende wie erwachsene Fußballsimulation mit immenser Spieltiefe. Letzteres birgt allerdings auch Frustpotenzial in sich: Das eigene Können - oder eben Nichtkönnen - wirkt sich hier noch stärker aus als beim Vorgänger. Doch genau diese Nachvollziehbarkeit und der damit verbundene Lernprozess nach Niederlagen machen letztlich den Spielspaß des neuen PES-Teils aus.

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Lizenzprobleme und gewohnte Modus-Vielfalt 
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