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Lizenzprobleme und gewohnte Modus-Vielfalt

So stark PES 2020 auf dem Platz auch abliefert, so zeigt sich das Spiel immer wieder von einer anderen Seite. Grafisch beispielsweise gibt es erneut eine Zweiklassengesellschaft. Partner-Clubs wie den FC Bayern feiert das Spiel mit detailreich gescannten Spielermodellen und hübsch nachgebauten Stadien. Wenn die Zuschauer beim Einzug in die Allianz Arena Forever Number One singen, läuft speziell Anhängern der Münchner ein wohliger Schauer über den Rücken. Den Kommentatoren Marco Hagemann und Hansi Küpper legte man indes erneut merkwürdige Formulierungen in den Mund, so dass Sprüche der Marke "dann gibt er Langholz" bei einem weiten Pass mitunter arg gestelzt wirken. Hier hätte Konami nachbessern müssen.

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Zudem fällt die Grafikqualität der Kicker bei kleineren und unbekannteren Vereinen deutlich ab, die Inszenierung ist dort längst nicht mehr so eindrucksvoll. Bundesliga-Liebhaber müssen zudem weiterhin stark sein: Mit den Bayern, Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen sind lediglich drei Clubs vertreten. Und von der zweiten oder gar der dritten Liga fehlt in PES 2020 jede Spur. Trotz besagten Lizenzkampfes geht EA Sports in diesem Bereich weiterhin als Sieger vom Feld. Immerhin: Editoren schaffen im Lizenzbereich Abhilfe. Gerade für PC-Spieler ist es ein Leichtes, fehlende Teams und Spieler selbst nachzurüsten.

Keine Fortschritte bei Spielmodi

Auch in Sachen Spielmodi tritt PES 2020 - trotz des neuen Titelzusatzes eFootball - auf der Stelle. Zwar bietet die Meisterliga nun Fußballerlegenden wie Diego Maradona oder Johann Cruyff als Trainer und damit als Avatare an. Die eingestreuten Zwischensequenzen wirken mit ihren müden Bildschirmtexten und den fehlenden Höhepunkten jedoch arg altbacken. Einen Konkurrenten für Fifas Journey-Modus stellt Konami daher hier nicht. Myclub, das PES-Pendant zum Fifa Ultimate Team, wartet abseits einiger neuer Menüs ebenfalls mit zu wenigen Neuerungen auf. Hier gibt es weiterhin Mikrotransaktionen, diese sind aber nur für besonders ehrgeizige Naturen wirklich relevant.

  • Konami verpflichtete unter anderem den FC Bayern München als Partner-Club. Das spiegelt sich auch in der Inszenierung der Heimspiele wider: Vor dem Anpfiff fährt die Kamera durch die Katakomben der Allianz Arena und zeigt die Spieler beim Einmarsch ins Stadion. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Bei Partner-Clubs singen die Fans sogar die Vereinshymnen - im Falle der Bayern also "Forever Number One". (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Natürlich besitzen Starspieler auch ihre typischen Jubelgesten. Nationalspieler Serge Gnabry etwa rührt seinen imaginären Topf zum Zeichen der Überlegenheit um. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Das Umschaltspiel funktioniert reibungsloser als noch beim Vorgänger. Hier kontert die französische Nationalelf das DFB-Team aus. Vorne bietet sich bereits Antoine Griezmann für ein Zuspiel an. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Im Myclub-Modus zeigen neue Menüs die Stärken und Schwächen der Spieler an. Im Gegensatz zum Rest des Spiels wirken diese Statistiken durchaus übersichtlich. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Viele Funktionen von PES 2020 erfordern eine Online-Verbindung. Bei jedem Start überprüft das Programm die Daten auf mögliche Aktualisierungen und zeigt diese in einem virtuellen Panini-Album an. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Zu Beginn der Meisterliga wählt man seinen eigenen Avatar. Neben Stars wie Maradona oder Johann Cruyff ist auch Ex-Weltmeister Lothar Matthäus mit von der Partie. Eigenschaften oder andere spielerische Elemente bringen die Trainer aber nicht mit. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Leider mangelt es den eingestreuten Zwischensequenzen an Dramatik und spielerischen Möglichkeiten. Letztlich klickt man sich nur durch Texte, Sprachausgabe gibt es nicht. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Das Spielgeschehen läuft insgesamt langsamer ab als noch beim Vorgänger. Die höher positionierte Kameraperspektive zeigt zudem mehr vom Mittelfeld, zoomt aber für Strafraumszenen auch leicht ans Geschehen heran. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
  • Die Spieler halten sich zumeist clever an die taktischen Vorgaben. Hier erkennt man beispielsweise trotz Strafraumchaos noch die Zuordnung der Barca-Verteidigung. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)
Die Spieler halten sich zumeist clever an die taktischen Vorgaben. Hier erkennt man beispielsweise trotz Strafraumchaos noch die Zuordnung der Barca-Verteidigung. (Bild: Konami/Screenshot: Golem.de)

Immerhin verknüpft Konami die Spielarten diesmal besser miteinander: Der Matchday-Modus bietet regelmäßige Online-Events, in denen wir Punkte und Belohnungen - etwa für den Myclub-Modus - dazuverdienen. Das motiviert uns zwar zum erneuten Spielen, ist aber letztlich nicht viel mehr als eine kleine Dreingabe zu dem bereits aus dem Vorgänger bekannten Online-Angebot. Menüführung und Benutzeroberfläche fallen weiterhin enttäuschend aus. Vor allem die Texteinblendungen wirken wie aus der Zeit gefallen, und insgesamt mangelt es an einem modernen Look.

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 PES 2020 im Test: Perfektes Rasenschach - trotz alter ProblemeFazit 
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