DSGVO: Fax ist nicht mehr datenschutzkonform

Ein Fax dürfe nicht für bestimmte personenbezogene Daten verwendet werden, sagt die Bremer Landesdatenschutzbeauftragte. Alternativen seien E-Mails und Briefe.

Artikel veröffentlicht am ,
Telefax von Olivetti
Telefax von Olivetti (Bild: Tumi-1983/CC-BY 3.0)

Mit einem Fax dürfen keine personenbezogenen Daten übermittelt werden, stattdessen sollten verschlüsselte E-Mails genutzt werden. Das teilte die Bremer Landesdatenschutzbeauftragte mit.

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Der Grund liegt in der Digitalisierung der Faxübertragung und den Endgeräten. Bei der Übertragung über das Internet könne nicht gewährleistet sein, dass sie nicht abgefangen werde - immerhin erfolge sie unverschlüsselt, erklärte die Datenschutzbeauftragte.

Früher wurden beim Versand von Faxen exklusive Ende-zu-Ende-Telefonleitungen genutzt. Inzwischen könne jedoch nicht mehr davon ausgegangen werden, dass an der Gegenstelle der Faxübertragung auch ein reales Fax-Gerät stehe. Stattdessen würden eingehende Faxe meist in E-Mails umgewandelt und dann weitergeleitet. Deshalb sei das Datenschutzniveau eines Fax auf dem Niveau einer unverschlüsselten E-Mail, urteilt die Datenschutzbehörde. Faxe seien daher in der Regel nicht für die Übertragung personenbezogener Daten geeignet.

No-Go für besonders schutzbedürftige Daten

Für die Übertragung besonderer Kategorien personenbezogener Daten gemäß Artikel 9, Absatz 1 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sei die Nutzung von Fax-Diensten unzulässig.

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Laut DSGVO sind das "Daten, aus denen die rassische und ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, sowie die Verarbeitung von genetischen Daten, biometrischen Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung einer natürlichen Person".

Die Datenschutzbehörde verlangt für die Übertragung solcher Daten sichere Verfahren, etwa Ende-zu-Ende verschlüsselte E-Mails oder - im Zweifel - auch einen Brief.

Der Autor meint

Weitere Landesdatenschutzbeauftragte äußerten sich zu der Entscheidung noch nicht. Sollten sie sich anschließen, könnte das weitreichende Folgen für Ärzte, Krankenhäuser und Behörden, aber auch Unternehmen haben, die bisher entsprechende Daten ganz selbstverständlich per Fax verschickten. Ob daraus ein Digitalisierungsschub entsteht, bleibt abzuwarten. Vielleicht gibt es auch eine Rückkehr zum Briefversand.

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dietanja 21. Mai 2021

Dir ist schon klar, dass es Vorgaben für den gesamten EGVP-Verbund gibt, und dass das beA...

GinTonicJoe 15. Mai 2021

Das entspricht nicht der geltenden Rechtslage. Eine solche Vereinbarung lässt sich in...

propofol 14. Mai 2021

Als Arzt kann ich dazu nur sagen: Wenn das wirklich deutschlandweit die offizielle...

Schlapphut0815 14. Mai 2021

Zunächst: Das ursprüngliche Fax-Protokoll ist datenschutzkonform. Die Probleme entstehen...

Dystopinator 13. Mai 2021

die bundesdeutsche post genauso nicht ... alles gut belegt, weil sie es abgerechnet...



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