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Personaler: Menschliche Expertise wird durch KI "nicht automatisch überflüssig"

Unternehmen hatten bei vielen Jobs gehofft, auf Menschen verzichten zu können. Doch KI ist nicht fähig, Gegensätze zu erkennen, deren Spannung die Triebkraft für Entwicklung ist.
/ Achim Sawall
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Die Hochschule Hof zeigt in einer Grafik KI und Menschen. (Bild: Hochschule Hof)
Die Hochschule Hof zeigt in einer Grafik KI und Menschen. Bild: Hochschule Hof

Unternehmen in Nordamerika müssen Stellen wieder neu besetzen, die sie wegen KI-Einsatz gestrichen hatten. Wie der Personaldienstleister und -vermittler Robert Half am 17. September 2026 mitteilte, haben 32 Prozent der US-amerikanischen und 34 Prozent der kanadischen HR-Manager, die eine Position wegen KI abgebaut hatten, diese oder eine ähnliche Stelle später erneut mit Menschen besetzt.

Zu den häufigsten Gründen für das Scheitern der KI zählen fehlendes "institutionelles Wissen und unternehmensspezifischer Kontext" sowie fehlende Fähigkeiten "im Beziehungsmanagement". Die Prüfung von KI-Ergebnissen erfordere zudem mehr menschliche Kontrolle und Qualitätssicherung als ursprünglich erwartet. Denn die KI versteht das umfassende Wissen nicht, das sie in Sekunden bereitstellen kann.

Laut einigen Unternehmen fielen die erhofften Produktivitätsgewinne geringer aus als erwartet. Andere Firmen stießen ohne menschliche Beschäftigte auf Risiko- oder Compliance-Probleme.

Deutschland: Immer mehr Menschen müssen KI-Ergebnisse überprüfen

Auch in Deutschland verändert KI die Arbeit bereits deutlich: Fast vier von zehn Befragten (38 Prozent) verbringen inzwischen mehr Zeit mit der Überwachung oder Validierung KI-generierter Ergebnisse. 83 Prozent der Fachkräfte sagen, dass sich ihre Arbeit durch KI zumindest geringfügig verändert habe.

Sven Hennige, Senior Managing Director für Zentral- und Südeuropa bei Robert Half, erklärte: "Je stärker Unternehmen KI in ihre Arbeitsabläufe integrieren, desto wichtiger werden menschliches Urteilsvermögen, Qualitätssicherung und das Verständnis für den jeweiligen Kontext." Menschliche Expertise werde "nicht automatisch überflüssig".

"Unternehmen müssen sorgfältig zwischen Aufgaben unterscheiden, die automatisiert werden können, und Kompetenzen, die innerhalb der Organisation weiterhin aufgebaut werden müssen", sagte der Robert-Half-Manager.

Wissen ohne gesellschaftliche Praxis ist nutzlos: Wenn Unternehmen etwa Juniorpositionen zu stark reduzierten, können dadurch Kompetenzlücken entstehen, die sich später nur schwer schließen ließen. "Ziel sollte es nicht sein, zwischen Menschen und Technologie zu wählen, sondern beides so miteinander zu verbinden, dass die Leistungsfähigkeit der Unternehmen langfristig gestärkt wird", meinte Hennige.

Urteilsvermögen bei KI bedingt vorhanden

"Den größten langfristigen Vorteil aus KI werden diejenigen Unternehmen ziehen, die verstehen, wo Technologie einen Mehrwert schafft und wo menschliche Expertise unverzichtbar bleibt. Urteilsvermögen und Spezialwissen um Abläufe werden auch künftig in den Unternehmen benötigt", so Hennige weiter.

Die deutsche Firmenbefragung umfasst Antworten von 500 Personalmanagern und wurde im Juni 2026 durchgeführt. Die deutsche Beschäftigtenbefragung bietet Antworten von 1.000 Fachkräften und wurde ebenfalls im Juni 2026 durchgeführt.

Die nordamerikanischen Befragungen umfassen Antworten von 2.000 HR-Managern in den USA und 1.365 in Kanada, aus den Bereichen Finance und Accounting, Technology und IT, Marketing und Creative, Legal, Administrative und Customer Support sowie HR. Die Umfrage wurde bereits im April 2026 durchgeführt.

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