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Personaldaten erbeutet: Hacker erpressen das FBI, wollen aber kein Geld

Eine bekannte Hackergruppe ist an persönliche Daten Tausender FBI-Agenten gelangt. Diese nutzt sie jetzt als Druckmittel für eine ungewöhnliche Forderung.
/ Marc Stöckel
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Der jüngste Cyberangriff von Shinyhunters dürfte dem FBI-Direktor Kash Patel nicht gefallen. (Bild: Mark Schiefelbein-Pool/Getty Images)
Der jüngste Cyberangriff von Shinyhunters dürfte dem FBI-Direktor Kash Patel nicht gefallen. Bild: Mark Schiefelbein-Pool/Getty Images

Die US-amerikanische Sicherheitsbehörde FBI (Federal Bureau of Investigation) ist offenbar Ziel eines Cyberangriffs geworden, bei dem Personaldaten von Tausenden Agenten und anderen Mitarbeitern abgeflossen sind. Die berüchtigte Hackergruppe Shinyhunters, die erst kürzlich durch einen Streit mit der Cybergang Clop aufgefallen war, behauptet an entsprechende Daten gelangt zu sein und erpresst das FBI nun damit.

Joseph Cox von 404 Media(öffnet im neuen Fenster) konnte nach eigenen Angaben eine Datenprobe einsehen und deren Echtheit anhand anderer Datenquellen zumindest teilweise verifizieren. Die Probe soll Daten von 5.000 FBI-Mitarbeitern umfassen, darunter Namen, Adressen, Rufnummern und Angaben zu den jeweiligen Ehepartnern.

Zugangspunkt der Angreifer soll erneut eine Zero-Day-Lücke in einem Oracle-Peoplesoft-Server gewesen sein. Von dort aus soll Shinyhunters Zugriff auf einen AWS-Govcloud-Server erlangt haben. Ein FBI-Sprecher bestätigte gegenüber 404 Media, dass die Gruppe dort nach eigenen Angaben etwa zwei bis drei TByte an Daten abgreifen konnte. Zudem soll Shinyhunters ein Bewerberportal des FBI(öffnet im neuen Fenster) entstellt haben. Aktuell ist dort eine Wartungsmeldung zu sehen.

Korrektur statt Lösegeld

Shinyhunters droht dem FBI nun mit einer Veröffentlichung der erbeuteten Daten und fordert, dass die Behörde einen im Mai veröffentlichten Bericht(öffnet im neuen Fenster) vom Netz nehmen oder einige Aussagen darin korrigieren soll, die nach Angaben der Hackergruppe falsch seien. Das vollständige, an das FBI gerichtete Schreiben der Gruppe wird unter anderem in einem Mastodon-Beitrag von Dark Web Informer(öffnet im neuen Fenster) zitiert. Eine Lösegeldforderung steht demnach ausnahmsweise nicht im Raum. Dieser Vorfall sei "nicht finanziell motiviert", heißt es.

Der bemängelte FBI-Bericht vermittelt unter anderem, dass Shinyhunters zum Zwecke der Erpressung häufig übertriebene oder falsche Behauptungen aufstelle, persönliche Informationen oder peinliche Bildaufnahmen seiner Opfer erbeutet zu haben. Zudem soll die Gruppe ihre Opfer und deren Familienangehörige manchmal durch Nachrichten, Anrufe oder mittels Swatting bedroht haben.

Shinyhunters weist diese Vorwürfe jedoch zurück. Die Gruppe betont, dass ihre Drohungen und Behauptungen stets real und niemals übertrieben seien. Zudem habe Shinyhunters noch nie Swatting-Angriffe durchgeführt oder Familienangehörige bedroht. Und auch eine Erpressung mit peinlichen Fotos oder Videos sei zu keinem Zeitpunkt erfolgt. "Wir sind keine Sextortionisten", so die Hackergruppe.

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