Personalausweis-App: Jeder Login-Vorgang kostet den Staat drei Euro

Mit einem neuen Gesetz darf das Smartphone künftig als elektronischer Personalausweis fungieren. Der Start verzögert sich weiter.

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Die Smartphone-App soll den elektronischen Ausweis überflüssig machen.
Die Smartphone-App soll den elektronischen Ausweis überflüssig machen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Bundesregierung rechnet mit jährlichen Ausgaben in Höhe von rund 25 Millionen Euro für die Bereitstellung einer Personalausweis-App. Das geht aus einem Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums hervor, der in der vergangenen Woche vorgestellt wurde. Das Gesetz soll die rechtlichen Grundlagen dafür schaffen, dass ein Smartphone als elektronisches Identifikationsmittel bei Verwaltungsleistungen verwendet werden kann.

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Die Regierung rechnet zunächst mit 8,5 Millionen jährlichen Identifizierungsvorgängen per Smartphone. Dabei sollen die Nutzer fünf Sekunden an Zeit einsparen, weil sie den Ausweis nicht mehr benötigen. Damit lässt sich die Regierung jeden Identifizierungsvorgang per Smartphone rund 3 Euro kosten. Umfragen zufolge könnte jeder zweite Nutzer, der den E-Perso nutzt, auf die Smartphone-Variante umsteigen. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und die höhere Attraktivität durch die einfachere Nutzung könnten auch neue Anwender gewonnen werden.

Ursprünglich sollte zum 1. Februar 2021 der Prototyp einer Smartphone-App lauffähig sein, vom 1. Juni 2021 an sollte die App heruntergeladen werden können. Das hatte die Bundesregierung im August 2020 mitgeteilt. Der Entwurf sieht nun jedoch vor, dass das Gesetz zum 1. September 2021 in Kraft treten soll. Bis zu diesem Zeitpunkt seien "notwendige technische Vorbereitungen vorzunehmen".

Nur auf Samsung-Geräten nutzbar

Bislang kann die App allerdings nur auf Samsung-Geräten der Modellreihe Galaxy S20 laufen. Die Bundesregierung plant nach eigenen Angaben, möglichst viele Hersteller von Smartphones beziehungsweise Secure Elements in das System zu integrieren. Dazu sei die Bundesregierung mit verschiedenen Herstellern im Gespräch. Darüber hinaus sei das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aktiv "in verschiedenen Normierungsgremien vertreten, um eine möglichst breite Marktabdeckung zu erreichen".

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Die Regierung lässt sich die Entwicklung der Technik einiges kosten. Demnach fallen in diesem und im kommenden Jahr im Bundesinnenministerium jährliche Ausgaben in Höhe von 17,6 Millionen Euro an. Beim BSI werden jährlich 1,5 Millionen Euro eingeplant. Noch teurer ist der Betrieb des Systems. Dieser soll das Ministerium jährlich 22,4 Millionen Euro kosten, das BSI kalkuliert mit 3 Millionen Euro.

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Damit Bürger ihr Smartphone als Identifikationsmittel nutzen können, müssen sie zunächst über einen Ausweis mit eID-Funktion verfügen. Mit Hilfe der Ausweis-App lassen sich die Daten dann auf das Smartphone übertragen. Vor dem Missbrauch der App, beispielsweise durch den Verlust des Smartphones, soll eine zusätzliche Pin schützen. Darüber hinaus könne die Identität gesperrt werden.

Nachtrag vom 10. Februar 2021, 13:08 Uhr

Das Bundeskabinett hat den Entwurf am Mittwoch beschlossen. Nun muss der Bundestag den Plänen noch zustimmen.

Auf Anfrage von Golem.de teilte das Bundesinnenministerium zum Start der App mit: "Nach aktueller Planung wird der Testbetrieb im Juli 2021 beginnen. Ab Herbst 2021 sollen Bürgerinnen und Bürger ihren Online-Ausweis direkt in ihren Smartphones speichern können und sich ohne Ausweiskarte innerhalb weniger Sekunden sicher digital ausweisen können." Das Ministerium hofft, mit Hilfe der neuen Funktion die Zahl von 8,5 Millionen jährlichen Identifizierungsvorgängen um mindestens 50 Prozent steigern zu können. Über die Zahl der aktuellen Nutzer machte das Ministerium keine Angaben.

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Kaiser Ming 17. Feb 2021

aktueller Artikel https://www.golem.de/news/bundestagswahl-2021-zwischen...

katze_sonne 12. Feb 2021

Haha, Username ist Programm :D

Dominic_MS 12. Feb 2021

ich glaube 95% der Menschen denken immer noch, dass sie für die Nutzung des E-Persos...

theFiend 11. Feb 2021

Es ging hier um den Verlust der Dokumente. Und nun erklär mir mal, was wohl sicherer...

Oktavian 10. Feb 2021

Keine Frage, früher (tm) war mal jeder Briefträger und jeder Telefonmann verbeamtet, da...



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