Persona: Mozillas Passwortkiller

Mozilla will seinen Login-Dienst Persona zu einem Passwortkiller machen und hat ihn dazu um Identity Bridging erweitert. Nutzer sollen sich dadurch allein mit ihrer E-Mail-Adresse und ohne neues Passwort bei Websites anmelden können.

Artikel veröffentlicht am ,
Identity Bridging für Persona
Identity Bridging für Persona (Bild: Mozilla)

Mit der jetzt veröffentlichten Beta 2 von Persona führt Mozilla Identity Bridging ein und bezeichnet dies selbst als "Killer Feature", denn es könnte das Henne-Ei-Problem lösen, das solche Dienste zum Start haben. Grundsätzlich gilt: Persona ist als offenes dezentrales Login-System angelegt, bei dem jeder selbst zum Identitätsprovider werden kann. Noch gibt es aber nur wenige Webseiten, die Persona unterstützen, wenige Nutzer, die Persona nutzen und praktisch keinen großen E-Mail-Anbieter, der Persona direkt unterstützt.

Identity Bridging setzt am letztgenannten Punkt an und verbindet Persona mit Anbietern, die OpenID oder OAuth unterstützen. Zwar kann Persona auch ohne direkte Unterstützung des jeweiligen E-Mail-Providers genutzt werden, es ist dann aber notwendig, die E-Mail-Adresse durch Klick auf einen Link in einer E-Mail an diese Adresse zu bestätigen. Mit Identity Bridging entfällt dieser Schritt auch dann, wenn der eigene E-Mail-Anbieter Persona nicht direkt unterstützt.

Im ersten Schritt unterstützt Mozilla Persona, das einst unter dem Namen BrowserID entwickelt wurde, über Identity Bridging nur E-Mail-Konten von Yahoo, weitere Provider sollen aber hinzugefügt werden. Letztendlich will Mozilla rund die Hälfte der Internetnutzer auf diesem Weg erschließen.

Abgewickelt wird das Identity Bridging über Mozillas Server. Dort läuft eine Big Tent genannte Software, die als Proxy zwischen Persona auf der einen und OpenID sowie OAuth auf der anderen Seite übersetzt. Wie alle Bestandteile von Persona steht auch Big Tent als Open Source zur Verfügung, so dass jeder einen eigenen Identity-Bridging-Dienst aufsetzen kann.

Und so könnte Persona wirklich zu einem Passwortkiller werden. Denn für Websites ist die Integration von Persona deutlich einfacher als die Unterstützung von Facebook Connect oder OAuth. Und obwohl Persona darauf ausgelegt ist, direkt in den Browser integriert zu werden, so kann das System dennoch mit jedem Browser genutzt werden, ganz gleich ob dieser Persona direkt unterstützt oder nicht. Dazu bietet Mozilla eine Javascript-Bibliothek an, die die notwendigen Schnittstellen auch dann zur Verfügung stellt, wenn der Browser sie selbst nicht unterstützt.

Mozilla will im Laufe des Jahres Firefox OS sowie die Desktopversion von Firefox um native Persona-Unterstützung erweitern. Damit wird dann der Browser zum Identitätsprovider, so dass zur Anmeldung bei einer Website kein weiterer Server mehr kontaktiert werden muss.

Für Internetnutzer bietet Persona einen großen Vorteil: Sie müssen sich nur ein Passwort merken und dieses auch nur einmal eingeben, was vor allem auf mobilen Geräten praktisch ist. Denn als sicher geltende Passwörter auf einem Smartphone einzugeben, ist sehr aufwendig. Zudem steht mit Mozilla ein Anbieter hinter dem System, der nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist. Außerdem stehen sämtliche Bestandteile von Persona als Open Source zur Verfügung, niemand muss die Infrastruktur von Mozilla nutzen.

Unter 123done.org bietet Mozilla eine Demo-Website an, auf der sich Nutzer mittels Persona anmelden können. Einige Websites, darunter die Born this Way Foundation, Ting und die Eclipse Foundation, unterstützen die Anmeldung über Persona bereits.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anonymer Nutzer 11. Apr 2013

Zumindest bei mir nicht. Die Passwörter die wirklich wichtig sind, merke ich mir und die...

violator 10. Apr 2013

Das liegt aber nicht an den hochwertigen Inhalten, sondern an den löschwütigen Admins...

violator 10. Apr 2013

Hab ich gesagt, dass die Welt perfekt ist? Es gab auch schon OpenSource-Virenscanner...

Felix_Keyway 10. Apr 2013

Verwende schon leider den MS-Account als Passport.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Updates für GPT-3 und GPT-4
GPT im Geschwindigkeitsrausch

OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
Von Fabian Deitelhoff

Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
Artikel
  1. Candy Crushed: Royal Match wird profitabelstes Mobile Game
    Candy Crushed
    Royal Match wird profitabelstes Mobile Game

    Die langanhaltende Dominanz von Candy Crush Saga ist vorbei. Das meiste Geld verdient jetzt ein Start-up aus Istanbul mit einem Puzzlespiel.

  2. Datenschutz: ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern
    Datenschutz
    ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern

    Eigentlich sollte der Chatbot auf diese Anfrage gar nicht antworten. Tut er es dennoch, lauern womöglich noch viel brisantere Informationen.

  3. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /